Wenn man an Diplomaten denkt, kommen einem häufig Bilder von Anzugträgern in den Sinn, die in höflichen Formulierungen versinken und darauf achten, bloß keine Stellung zu beziehen. Aber nicht Nebojša Koharović. Dieser Mann ist das genaue Gegenteil des seichten politischen Einheitsbreis, dem wir heutzutage so oft begegnen. Als ein kroatischer Diplomat hat er sich durch seine klaren Statements und mutigen Entscheidungen einen Namen gemacht. Koharović, geboren 1963, wurde Diplomat in einer Zeit, als Kroatien nach seiner Unabhängigkeit im Jahr 1991 international seinen Platz finden musste. Er hat in verschiedenen Rollen gearbeitet und war an den diplomatischen Missionen in Schweden, Kanada und Österreich beteiligt. Sein Ansatz war immer anders: klare Sprache, keine Umschweife.
Im Brustton der Überzeugung tritt Koharović für die kroatischen Interessen ein und scheut nicht davor zurück, anderen Ländern den Spiegel vorzuhalten. Ganz nach dem Motto, lieber eine unbequeme Wahrheit als eine angenehme Lüge. Während andere auf der diplomatischen Bühne vorsichtig und zurückhaltend agieren, pflügt Koharović einen geraden Kurs. Sein unermüdlicher Einsatz für sein Heimatland ist bemerkenswert.
Was viele nicht wissen: Koharović hat in der Vergangenheit auch die wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zwischen Kroatien und anderen Ländern gestärkt. Es geht ihm nicht nur um Politik im engen Sinne. Vielmehr erkennt er, wie notwendig der Austausch in allen gesellschaftlichen Bereichen ist. Die Mischung aus breitem Wissen und scharfsinnigem Verstand hat Koharović zu einem geschätzten und respektierten Diplomaten gemacht.
Man könnte sagen, er hat die klassische Diplomatie entstaubt. Während einige darüber debattieren, ob Diplomaten sich überhaupt klar positionieren sollten, ist Koharović längst schon zwei Schritte weiter. Ungeachtet von Kritik weiß er genau, wann es Zeit ist, das Bild des aalglatten Politikers zu zerreißen und klare Worte zu finden.
Auch politisch macht er keinen Hehl aus seiner konservativen Haltung. Damit ist er ein Dorn im Auge derjenigen, die glauben, dass das diplomatische Parkett nur in den Tönen von politischer Korrektheit gestaltet werden darf. Ob in Fragen der nationalen Identität oder der internationalen Beziehungen, Koharović besetzt fest seinen Standpunkt.
Was uns von ihm lernen können? Dass Diplomatie auch bedeutet, beim Namen zu nennen, was nicht passt, und dass klare Meinungen mehr bewirken können als windelweiche Kompromisse. Sein Lebenslauf liest sich wie ein Kompendium dessen, was möglich ist, wenn man sich nicht dem Mainstream ergibt.
Die Historie wird ihm vielleicht nicht sofort recht geben, aber eines ist sicher: Koharović hat mit seiner Art an Wiedererkennbarkeit gewonnen. Er steht für eine ehrenhafte Haltung, die in der jetzigen Zeit der Grauzonen selten geworden ist. Wäre die diplomatische Welt voll von Menschen wie ihm, hätten wir sicherlich weniger Einheitsbrei und mehr klare Kante.
Nebojša Koharović ist mehr als nur ein Diplomat; er ist ein Staatsmann, der seinem Land mit Rückgrat und Überzeugung dient. Und das macht ihn zu einer inspirierenden Figur, die zeigt, dass man auch in einer politisch korrekten Welt ehrlich und direkt sein kann.