Ein Name, der in den letzten Jahren immer häufiger auftauchte, ist Naziha Mestaoui. Diese Belgischerin mit tunesischen Wurzeln hat die Kunstwelt und darüber hinaus aufgerüttelt. Seit ihrem Tod im Jahr 2020 wird oft darüber diskutiert, was ihre Arbeit bedeutet und welchen Einfluss sie wirklich hatte. In einer Altbauwohnung in Paris kam die Künstlerin zu der Erkenntnis, dass Technologie und Natur zueinander finden müssen, um die Umwelt zu retten. Inspirierend für einige, unnötig hermetisch für andere; ihr Leben und ihre Werke bieten reichlich Diskussionsstoff.
Mestaoui war eine Architektin, die mit Technologie spielte – klingt das nicht nach einem modernen Frankenstein? Sie nutzte digitale Medien, um Bäume virtuell zu bepflanzen und Natur in urbanen Räumen zu inszenieren. Eine nette Idee, die die Natur ihrer Meinung nach retten sollte, aber in Wirklichkeit? Oder war es nur Effekthascherei? Statt in den echten Wald zu gehen, sitzen wir vor Bildschirmen und bewundern virtuelle Bäume.
Die Künstlerin machte sich durch ihre inszenierten Lichtinstallationen einen Namen. Diese Kunstform war beeindruckend, keine Frage. Aber was bleibt von künstlich geschaffener Natur, wenn das Licht erlischt?
Mestaoui brachte mit ihrem Projekt "One Heart, One Tree" Menschen zum Herzschlag-Tanzen – ein kurioser Mix aus Herzfrequenz-App und Visualisierung. Ihre Anhänger würden sagen, die Installation fördere das Umweltbewusstsein, indem sie den Teilnehmern das Gefühl gab, sie hätten einen echten Baum gepflanzt. Natürlich, mit nur ein paar Klicks die Welt retten. Denn nichts sagt "Umweltschutz" so deutlich wie das Streicheln Ihres Handys.
Ihre Arbeiten wurden weltweit ausgestellt, von der UN-Klimakonferenz bis zum französischen Lichtfestival in Lyon. Ihre Anhänger schwärmen von der Art und Weise, wie sie das Publikum in ihren Bann ziehen konnte – aber fragen wir uns ehrlich, wie viele Menschen nach einem Lichtspektakel wirklich ihr Verhalten verändert haben.
Die Botschaft der Künstlerin galt als ausgesprochen "grün" und "nachhaltig". Da fragt man sich: Ist das Thema Umweltschutz bei dieser Kunst wirklich im Vordergrund gestanden, oder war es nur das Mittel zum Zweck, um im Medienstrom voranzuschwimmen?
Sie prägte den Begriff der "ökologischen Kunst" stark. Manche mögen mit diesem Begriff schmunzeln, während sie an echte Lösungen für Umweltprobleme arbeiten. Was hilft eine Kunstform, die mehr digitale Energie verbraucht, als sie der natürlichen Welt nützt?
Im Zeitalter von Greta Thunberg und Co. hat sich Mestaoui in einer Nische positioniert, die von vielen als radikale Kunst von Liberalen gefeiert wird. Auffallend ist, dass ihre Kunst meist nicht die realen, fassbaren Umweltprobleme behandelte, sondern sich in ästhetischen Bereichen bewegte.
Es würde an Scheinheiligkeit fast nicht zu überbieten sein, zu sagen, diese Kunst habe Mutter Natur geholfen. Umweltschutz erfordert konkrete Maßnahmen, keinen Lichtbilderzauber.
Ihre Kunstwerke sind inzwischen in Museen und Galerien in der ganzen Welt ausgestellt, und viele ihrer Werke wurden posthum in großen Städten im öffentlichen Raum installiert. Doch wie viele dieser Werke werden eines wirklichen Wandels Bestand haben?
Naziha Mestaoui bleibt eine umstrittene Figur, besonders für jene, die eher pragmatische Ansätze zur Lösung von Umweltproblemen bevorzugen. Ihre Kunstwerke mögen einige erleuchtet haben, doch ein simpler Lichtstrahl kann nicht die Wahrheit erleuchten - echte Aktion und Problemlösungen tun das.