Motorradfahren bedeutet, im Gegensatz zum Öko-Mainstream, eine große Dosis Freiheit auf zwei Rädern. Ob man den dröhnenden Motor im idyllischen Schwarzwald oder in den Alpen vorzieht, Motorradliebhaber wissen, dass das Gefühl von Geschwindigkeit und Unabhängigkeit durch nichts zu ersetzen ist. In einer Zeit, in der Greta Jünger ebenso im Fernsehen zeigen, wie Autobahnen blockiert werden, kann ein kräftiger Motor eine Ode an die Eigenverantwortung sein.
Wer sich auf den Asphalt wagt, fragt sich oft: Was bleibt von unserer Freiheit, wenn Regulierungswut allgegenwärtig ist? Während der Hype um E-Bikes wächst, stehen viele wahre Biker fest zu Verbrennungsmotoren und klassischer Mechanik. Denn seien wir ehrlich: Egal, ob man sich zur Mittelklasse eines Ducati oder zum Premium einer Harley hingezogen fühlt, Motorräder symbolisieren das, was einst ein Grundpfeiler der modernen Welt war – Freiheit, Abenteuer und Individualität.
Eine Debatte: Wer will einem schon vorschreiben, dass man statt Motorradlärm den Klingelton eines Elektrofahrrads ertragen soll? Paradox, dass die Freiheit von einigen als Bedrohung wahrgenommen wird, wenn sie nicht in eine nachhaltige Weltordnung passt. Motorräder haben immer noch ihren festen Platz in den Kulturherzen vieler Länder und tragen zur Identität bei. Italien, Deutschland, Japan – welche Nation kann schon ohne die Errungenschaften ihrer Motorradindustrie auskommen?
Ein Blick zurück zeigt, dass Motorräder einen bedeutenden Part in den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen spielten. Für Frauen der 60er und 70er war das Motorrad eine Flucht, eine Geste der Konterrevolution gegen kaltes Elitendenken. Was heute als Retro-Chic angesehen wird, war einst sozialer Protest. Gesellschaftlich wertvoll, würden einige sagen.
Sie denken, Motorräder sind nur etwas für "Böse Buben"? Die romantische Vorstellung vom Cowboys des 21. Jahrhunderts auf zwei Rädern, ein Hüter der alten Garde, unverbesserlich? Erzählen Sie das doch einmal einem Pfarrer auf seiner Harley auf dem Weg zum Sonntagsschulgottesdienst.
Und die Ironie in all dem? Während Scooter und Roller heutzutage für manchen Stadtbewohner das Coolste sind, war es das Motorradfahrer-Image, das jene Haltung zum spaßigen, unbeschwerten Lebensgefühl populär machte. Doch, wer lässt sich die Freude an der Formel 1 schon durch ein Go-Kart im Kinderpark verderben? Motorräder waren und sind Ausdruck einer anderen, einer wilderen Lebensweise.
Noch Fragen? Die Motorradmessen sind eine wahre Fundgrube für die, die glauben, die Zeit des klassischen Bikes sei abgelaufen. Moderne Entwicklungen, Technologie und Design, das sich auf den Rausch der Geschwindigkeit und den Kontrast zur gleichförmigen Welt der "zero emissions" pfeift.
Es ist eine Welt, die ein anderes Narrativ verfolgt. Nicht jeder möchte auf seine eigenen vier Räder verzichten für die Annehmlichkeiten eines smogfreien Lebens, zumal der Ruhm der Vergangenheit im grollenden Motorenklang allgegenwärtig bleibt. Wenn es einen Punkt gibt, an dem Freiheit, Struktur und persönlicher Ausdruck aufeinandertreffen, dann ist es der Asphalt unter einem hervorragend gebauten Motorrad.
Vielleicht mag dies einerseits wie Ketzerei gegen aktuelle "grüne" Ansichten erscheinen. Doch während maximalistische Richtlinien Schrecken in den Herzen so mancher „Naturfreunde“ auslösen, bleibt sicher: Motorräder werden immer ihre Rolle spielen mögen, sei es in Geschichtsbüchern oder auf den Straßen. Das ist das Erbe der Motorradfahrer, das sich nicht wegregulieren lässt.