Wenn Hollywood jemals eine verlassene Stadt braucht, um den Wilden Westen darzustellen, dann könnte Molson, Washington, auf dem besten Weg zur Filmhauptstadt werden – zumindest für den Moment, bis die woken Regisseure eine historisch akkuratere Kulisse suchen. Molson liegt versteckt im nördlichen Washington und ist ein Paradebeispiel für eine einst blühende Grenzstadt, die 1900 von John W. Molson gegründet wurde. Heute ist sie ein Geisterbild ihrer ehemals mächtigen selbst, eine Stadt, die in den Bergen Washingtons gefangen ist, wo einsame Seelen verzweifelt nach ein bisschen Einsamkeit suchen.
In den Tagen, als die Bürger stolz die Flanellhemden und Cowboyhüte trugen, brummte Molson – eine Stadt voller Goldgräber, Händler, und Abenteurer, die sich ihrer Wurzeln nicht schämten. Cop-Kritiker und Anhänger des urbanen Lebensstils mögen die Nase rümpfen, aber Molson war einmal der Inbegriff eines Ortes, wo Unabhängigkeit und Eigenverantwortung nicht nur geschätzt, sondern gefordert wurden. Die Stadtstapler griffen zur Spitzhacke und Schaufel und machten sich daran, das Land zu formen, ohne Zögern, ohne Entschuldigungen.
Die Geschichte von Molson ist faszinierend: 1900 mit einem einzigen Postamt gegründet, wuchs sie rasch durch den Zufluss von Menschen, die alle einen Traum hatten. Die Stadt war als Bergbauzentrum bekannt. Warum sollten sich all die modernen Weltverbesserer heute dafür interessieren? Weil es eine Schande ist, dass eine so geschichtsträchtige Stadt dem Abbau und der Arbeitsmüdigkeit zum Opfer fiel. Doch während der Boom-Zeit stieg die Bevölkerung, Geschäfte schossen wie Unkraut aus dem Boden. Die Schicksale wurden hier gesponnen, nicht per Zufall, sondern durch harte Arbeit.
Aber der amerikanische Pioniergeist ließ nicht zu, dass Rückschläge dauerhaft wurden. Als die Minen langsam ausliefen, und die Bevölkerung schmolz, gründete Molson nicht nur eine, sondern zwei Schulen. Sie duldeten keine faulen Skizzenmacher, sondern zimmerten ihre Stadt weiter, selbst in Zeiten der wirtschaftlichen Not.
Im frühen 20. Jahrhundert versuchten einige Strategen einen Aufschwung mit der Molson Railroad. Das scheiterte – der Zug kam nie wirklich an. Etwas, was viele Städte erlebten, die von den großen Entwicklungskonzerne alleine gelassen wurden. Aber in einer wahren Ironie des Schicksals steht die alte Schule noch – heute ein Museum, das die Hartnäckigkeit und den Erfindungsreichtum der Bevölkerung dieser Stadt in Ehren hält.
Für einen kurzen Augenblick in der Geschichte gab es eine Rivale zwischen "Old Molson" und "New Molson", als zwei Städte am Rande Washingtons landrechtlich gekreuzt wurden. Natürlich war diese Rivalität von kurzer Dauer, und mit pragmatischer Zielstrebigkeit fusionierten sie und hielten bis heute durch.
Man muss Molson besuchen, um zu verstehen: der Ort zieht mit seinem unberührten, rauen Charme Leute an, die das moderne, chaotische Stadtleben hinter sich lassen wollen. Bei einem Spaziergang durch die stillen Straßen der Besitzlosen hat man das Gefühl, als könnte jeden Moment ein Rowdy aus einem staubigen Saloon flitzen. Diese Stadt verkörpert den „American Dream“ auf eine Weise, die die Großstädte niemals verstehen werden.
Während in den urbanen Metropolen moderne Technologien und endlose Politikdiskussionen die Hände der Bürger binden, bleibt Molson ein Ort des wahren freien Geistes. Es bedarf keiner Ironie, dass fast nichts in Molson leuchtet, während Laboratorien und Bürokomplexe in den Megastädten umweltgerecht-erlaubt Ignoranz produzieren.
Die Stadt mag heute fast leer stehen, aber das ist ihr Reiz. Vielleicht braucht man keine Metropolen-Infusion, um das Glück zu finden. Molson zeigt, dass es immer noch Orte gibt, wo man den Alltagsstress gegen ein einfacheres Leben eintauschen kann. Kein Verkehrslärm, keine Alarmanlagen... nur der Klang des Windes, der durch die alten Gebäude fährt.
Für all jene, die sich entrüsten, während Straßen weiter wachsen, sollte Molson eine willkommene Erinnerung daran sein, dass wahre Freiheit nicht in großen Menschenmengen zu finden ist, sondern in kleinen, von der Zeit erprobten Gemeinden, wo die Werte von gestern nicht vergessen werden.