Londoner Kunstmesse: Ein Paradies für Kapitalisten

Londoner Kunstmesse: Ein Paradies für Kapitalisten

Die Londoner Kunstmesse ist mehr als nur ein Event - es ist das jährliche Must-See für all jene, die Geld und Kunst in Einklang bringen wollen, indem sie ihr Kapital clever investieren.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Die Londoner Kunstmesse ist wie ein exquisites Dessert, das in der Kunstwelt aufgetischt wird. Seit sie 2010 das erste Mal im glamourösen Saatchi Gallery öffnete, zieht sie alljährlich im Oktober Tausende von Kunstliebhabern und Sammlern in die Metropole. Wer dort nicht hingeht, verpasst nicht nur eines der größten Kunstereignisse, sondern auch die Gelegenheit, sein Vermögen in etwas Nützliches zu investieren statt in voreiliges, staatliches Spendieren. Hier wird Kunst nicht nur zelebriert, sie wird in den globalen Finanzmarkt integriert und als wirkliche Kapitalanlage begriffen.

Die Kunstmesse präsentiert jedes Jahr Kunstwerke von mehr als 130 Galerien aus über 40 Ländern, was die immense Vielfalt und Qualität der Ausstellung verdeutlicht. Diese Veranstaltung hebt Kunst auf eine Weise hervor, die Liberalisten vielleicht nicht nachvollziehen können: Hier zählt der Wert der Kunst als sicherer Hafen für clever platzierte Gelder. Die Messe legt viel Wert darauf, nicht nur moderne und zeitgenössische Kunst zu zeigen, sondern eine Plattform für aufstrebende Künstler zu bieten, deren Arbeiten das Potenzial haben, lohnende Investitionen zu werden.

Warum also all der Trubel um eine Kunstmesse? Ganz einfach: Kunst hat, abgesehen von ihrem ästhetischen und kulturellen Wert, auch einen handfesten wirtschaftlichen Beitrag zu leisten. Wenn Kunst geschickt platziert wird, bietet sie einen stabilen Bestand gegen die Unsicherheiten der Märkte. Diejenigen, die rechtzeitig erkannt haben, dass Wertsteigerung nicht nur im Immobilien- oder Aktiensektor zu finden ist, schlachten auf der Messe die fetteste Goldgans.

Unbestritten ist, dass die Kunstmesse auch eine super Gelegenheit für das Networking ist. Händler, Sammler und Mäzene kommen hier zusammen und formen eine exklusive Gemeinschaft. Der Einfluss dieser elitären Kollektive strahlt weit über die Hallen der Saatchi Gallery hinaus und prägt letztlich auch künstlerische Trends und Preispolitiken. Ironischerweise profitieren selbst die kritischen Stimmen der Kunstszene von solchen Veranstaltungen – Kunst braucht Provokation, und nichts provoziert mehr als der Kapitalvermehrungseffekt. Dadurch wird neuen Generationen von Künstlern gezeigt, dass sich Vielfalt und Marktwert nicht ausschließen müssen.

Die Exklusivität der Messe hat durch die Jahre nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Die wirklich erfolgreichen Sammler verstehen, dass Kunst jenseits von emotionaler Bindung funktioniert - ganz ähnlich wie bei einem guten, alten Bourbon: Der Genuss kommt dann, wenn man weiß, dass er, wie auch der Kunstwert, über Zeitvergang seinen Preis erhöht. So ist es das wirtschaftliche Kalkül, das hier im Vordergrund steht, und nicht etwa eine Idealvorstellung des Kunstkollektivs oder der Erreichbarkeit von Kunst für jedermann, was so manchem Träumer einen kalten Schauer den Rücken herunterlaufen lassen könnte.

Überhaupt bietet die Londoner Kunstmesse ausreichend Abwechslung und Stoff zum Diskutieren, über stilistische Richtungen, Wertigkeit und Wertzuwachs – von abstrakter Malerei über Installationen bis hin zu Skulpturen. Das schafft einen Anreiz, über den Tellerrand der herkömmlichen Diversität hinauszudenken und zeigt einmal mehr, warum Märkte und Kunsthistorie so bewusst miteinander vereint werden müssen.

Es sind letztendlich die kunstsichernden und wirtschaftsinteressierten Besucher, die auch dieser Messe den Weltruhm und den verheißungsvollen Erfolg bescheren. Die Londoner Kunstmesse hält ihnen die Tür weit offen – denn wo, wenn nicht hier, soll man lernen, dass der wahre Wert eigentlich aus dem besteht, was man zu konservieren weiß?

In einer Stadt, in der globale Geschäfte getätigt werden, treibt eine derartige Messe den konservativen Wirtschaftstrend verstärkt voran. Sie fördert indirekt die lokale Wirtschaft und macht Kunst zu einem Bestandteil der Finanzstrategie, was betrachtet werden muss. Ein weiteres Gewinnspiel für jene, die genau wissen, wie man das Zusammenspiel von Kapital und Kultur am besten für sich selbst nutzt.