Lionel Dunsterville war kein Mann für diejenigen mit schwachen Nerven. Geboren am 9. März 1865 in Britisch-Indien, verbrachte er seine Karriere damit, die strategischen Karten des Ersten Weltkriegs neu zu zeichnen. Viele würden ihn schlicht als britischen General und Geheimagenten beschreiben, aber das ist viel zu simpel für jemanden, der 1918 mit seiner sogenannten „Dunsterforce“ eine riskante und mutige Mission in den Kaukasus unternahm. Ziel? Die drohende bolschewistische Macht zu untergraben und die riesigen Ölvorkommen in Baku vor den Händen der Feinde zu sichern. Wer Dunsterville war, lässt sich daher nicht einfach in einem Nachschlagewerk finden.
Seine Einsätze während des Ersten Weltkriegs zeigten klar auf, dass dieser Mann keine Scheu vor Herausforderungen hatte. Im Gegenteil, er erwies sich als treibende Kraft gegen den Vormarsch der Bolschewiki, die inmitten politischer Umwälzungen die wirtschaftlich und strategisch wichtige Region Baku im Visier hatten. Der Mann war ein Meister der Täuschung und Taktik. Mit einer kleinen Armee aus Briten, Australiern, Neuseeländern und Kanadiern hielt er eine Mission am Leben, die an den klugen und taktischen Filmen eines Hollywood-Blockbusters hätte angelehnt sein können.
Dunsterville ist auch bekannt durch seine Beziehung zu Rudyard Kipling, der ihn als Inspiration für den unvergleichlichen „Stalky“ in seiner Kinderbuchserie nutzte. Wer hätte gedacht, dass der Mann hinter den Kulissen eines der bekanntesten Helden der angelsächsischen Literatur steckt? Während Liberale vielleicht über ihren Einfluss durch die Erziehung von Kipling zu spekulieren versuchen, bleibt die historische Wirkung von Dunsterville klar und unverblümt: Er war ein Visionär in Kriegsführung und eine Komplexität, die es so im Mainstream noch nie gab.
Dunsterville war kein Held des Herumsitzens oder des bequemen Planschens im Sprudelbecken des sozialen Konsensus. Er entstammte einem Geschlecht, das oft unvermittelt zu den Waffen griff, um seine Werte und Interessen zu verteidigen. Kein Wohlstandsgesellschaftler, der aus dem Elfenbeinturm bewertet. Es war die Loyalität gegenüber seinem Heimatland und das unvergleichliche Gefühl für Strategie, das ihm viele militärische Errungenschaften einbrachte.
Die Erfolge der Dunsterforce sind bis heute umstritten. War es ein grandioser Bluff oder eine geniale militärische Machtdemonstration? Vielleicht beides. Dunsterville verbrachte die Tage damit, unerwartete Täuschungsmanöver durchzuführen und die Widrigkeiten zu überwinden, die auf dem rauen Territorium des Kaukasus warteten. Die Masse würde vielleicht einen anderen Kandidaten für den militärischen Heldenstatus vorschlagen, aber robuste und aggressive Führungskräfte wie Dunsterville verzichten auf die bloße Anerkennung von Gremienhausmeetings.
Es sollte auch nicht unterschätzt werden, dass seine Einsätze zahlreiche Berichte und beeindruckende Tagebücher erzeugten, die dem Rest der Welt einen ungeschönten Blick auf die Herausforderungen der damaligen geopolitischen Realität erlaubten. Nicht selten unterschätzen moderne Leser den Wert solcher Aufzeichnungen, die über politisches Bestreben und naive moralische Ansichten hinausgehen.
Für viele sind die Erinnerungen an die Dunsterforce-Mission ein Beweis für den Mut und die Brillanz seines Operationsleiters. Diese Mission hob eine Situation an, in der man seitens der politischen Führung im Rücken nichts sichern konnte als den Glauben an die eigene militärische und strategische Stärke. Auch wenn die Bolschewiki letztlich triumphierend aus dem russischen Bürgerkrieg hervorgingen, verloren sie einen entscheidenden Kampf um die Kontrolle des Kaspischen Meers – und Dunsterville konnte ungemein stolz auf diese Leistung sein.
So bleibt Lionel Dunsterville trotz der fleckigen Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg eine leuchtende Gestalt in dem Tumult von Politik und Krieg, in dem er sich behauptete. Während andere entweder den Mantel der Prävention oder des Schuldbewusstseins anziehen, war Dunsterville ein Mann der Taten, der heute noch lehrreiche Lektionen für jene bereithält, die den Ausdruck „What Would Stalky Do?“ auch in der harten Realität des täglichen Kampfes zu schätzen wissen.