Manche Dinge ändern sich nie, und das ist auch gut so. Die Sommerolympiade 1932 in Los Angeles war ein Meilenstein für Lettland, das damals noch keine 14 Jahre als unabhängige Nation existierte. Zwischen den aufstrebenden Großmächten und den Staubwolken der großen Depression behauptete sich Lettland mit nur 4 Athleten. Standhaft und patriotisch, nicht bereit der sportlichen Übermacht der damaligen Zeit zu weichen. Aber warum im Jahr 1932, und was machte diese Teilnahme so bemerkenswert?
Lettland nahm an der Sommerolympiade mit insgesamt vier Sportlern teil. Nicht viel, höre ich Sie sagen? Doch es geht um die Qualität, nicht immer um die Quantität. Zwei Boxer, ein Leichtathlet und ein Gewichtheber standen auf der Startlinie, und es war wie eine Erneuerung ihres Existenzrechts, ein Beweis ihrer Entschlossenheit auf der Weltbühne. Das war echte Standhaftigkeit. Natürlich glänzten die großen Nationen mit üppigen Aufgeboten an Sportlern. Doch Lettland zeigte, dass man sich nicht davon beirren lassen sollte, Teil der olympischen Bewegung zu sein, auch wenn man aus einem kleinen Land stammt.
Für jene, die heute vergessen haben – entgegen dem liberalen Mainstream –, was es bedeutet, Stolz und Ehre in einem Wettbewerb zu haben, bietet die Teilnahme Lettlands an diesen Olympischen Spielen eine wertvolle Lektion. Die Courage dieser wenigen Athleten, sich dieser Herausforderung zu stellen, ist maßgebend. Diese olle Romantik von unbändigem Ehrgeiz und Nationalstolz ist eben manchmal mehr wert als medaillengekrönte Siege. Man sollte die Bedeutung des olympischen Gedankens nicht unterschätzen, der jenseits von Siegesmeldungen liegt. Es geht auch um die Teilnahme.
Kommen wir zu den Teilnehmern selbst: Die vier lettischen Helden waren der Boxer Jānis Dimza, der Läufer Voldemārs Lūsis, der Gewichtheber Kārlis Smilga und der zweite Boxer Edvīns Bietags. Jeder von ihnen trug den Stolz eines Landes, das seine Identität gerade erst gefestigt hatte. Ohne die Unterstützung, die größere Länder ihren Athleten bieten können, verließen sich diese Männer auf ihren eigenen Willen und ihre Disziplin. Dimza kämpfte mit Zähnen und Klauen, ein einsamer Streiter im Ring, doch das Erreichen des Viertelfinals war bereits ein beachtlicher Erfolg.
In der Leichtathletik nutzte Lūsis die Kraft und den Mut, die er auf den unebenen, ländlichen Straßen Lettlands gesammelt hatte. Am Ende verließ er die Spiele mit hoffnungsvoller Entschlossenheit, wenn auch ohne Medaille. Richtig, auch wenn man mal verliert, so gewinnen doch diejenigen, die sich dieser Herausforderung überhaupt stellen. Kaum eine Metapher mag besser zur Lebensweisheit passen.
Diese Spiele lassen uns über die Rolle des Sports in nationalen und politischen Identitäten nachdenken. Für Konservative ist Sport mehr als nur eine olympische Disziplin. Sport kann ein flexibler, aber solider Grund sein, auf dem ganze Nationen stehen können. Das können wir nicht leugnen. Einig und beharrlich trotz aller Widrigkeiten.
Doch die Olympischen Spiele von 1932 zeigten auch, dass die Werte eines kleinen Landes, wenn überhaupt, unter den Helllichtern der weltgrößten Bühne glänzen können. Was für eine Glanzstunde: Statt einer Medaille kehrte man mit Erfahrung und einem gestärkten Nationalbewusstsein zurück. Und das, meine Damen und Herren, ist ebenso eine Siegesserklärung.
Letztlich haben die lettischen Vertreter von 1932 mehr als nur Wettbewerb geboten; sie boten Werte, die heute in der Beliebigkeit der globalisierten Welt oft verloren gehen. Das Streben nach eigenen Idealen bedeutet mehr als Nachgeben gegenüber der allgemeinen Meinung. Ein Narr, wer sich hinter Medaillen verbirgt und den wahren Wert des Stolzes vergisst. Es ist Zeit, sich daran zu erinnern, wofür Kämpfe wie diese geopfert wurden — für eine Identität, die über Glanz und Gold hinausgeht.