Wenn man über Laure Watrin spricht, spricht man über eine französische Journalistin, die seit den 2000er Jahren in Paris mit ihrem Meinungsjournalismus von sich reden macht. Sie ist eine lautstarke Vertreterin progressiver Ideologien, die sich darauf konzentriert, angestaubte traditionelle Werte auf den Kopf zu stellen. Dabei erscheint sie vielen als der lebendige Beweis, dass man laut genug schreien kann, um auch den gewagtesten Unsinn zu verkaufen. Theater ersetzt bei Watrin oft Substanz und Tiefe, aber das scheint für das Publikum, das applaudiert, kaum relevant zu sein.
Zu Beginn ihrer Karriere schrieb sie für verschiedene linke Publikationen und wurde schnell Teil der Mainstream-Medien, die sich dem progressiven Gedankengut verschrieben haben. Laure Watrin, die es meisterhaft versteht, Emotionen in ihrer Leserschaft zu wecken, behandelt Themen wie Feminismus, Sozialgerechtigkeit und vermeintliche Unterdrückung mit einer Leidenschaft, die manche als übertrieben und andere als toxisch bezeichnen würden. Ihre Artikel bespritzen klassische Werte wie Familie oder Glauben regelmäßig mit dem verzweifelten Drang, eine neue, vermeintlich bessere Weltordnung zu schaffen. Ihre Essays und Artikel erinnern dabei oft mehr an Manifeste, mit einem rhetorischen Stil, der genauso aggressiv wie einseitig ist.
Ihr wohl größter Erfolg war das Buch „La Femme Mystifiée“, in dem sie, zusammen mit einer anderen linken Hexe, groteske Theorien über das angeblich verkorkste Leben von Frauen in der westlichen Welt präsentiert. Sie malen ein Bild des Elends und Missbrauchs, das die gewohnten linken Argumente von Patriarchat und Ungerechtigkeit erneut aufwärmt. Um es klar zu sagen: Diese Art von Literatur ist genauso notwendig wie ein Kropf und so erfrischend wie abgestandenes Wasser. Das völlige Fehlen einer konstruktiven Lösung ist genauso bezeichnend wie die rücksichtslose Präsentation vermeintlicher Fakten.
Nicht zu vergessen, ihre Vorliebe für provokante Thesen, bei denen manch einer fragt, ob sie es je mit echtem logischen Denken versucht hat. Watrin scheint zu glauben, dass lautstarke Äußerungen und ideologische Scheuklappen den Mangel an echten Argumenten ausgleichen können. Besonders im Bereich der Gender-Diskussionen zeigt sich ihr Drang, wissenschaftliche Studien und Statistik beiseite zu wischen und die Welt durch eine einseitige Brille zu betrachten. Behauptungen, die voreilig untermauert werden mit gefälschten oder überzogenen Anekdoten – das ist die Form der „Wahrheit“, die sie zu propagieren scheint.
Watrin ist ein Paradebeispiel für eine elitäre Medienwelt, die fest entschlossen ist, nur ihre eigenen Narrative zu verbreiten. Sie spricht von Pluralismus und Diversität, lebt aber in einer selbstgewählten ideologischen Blase, die nur monotone Echos ihrer eigenen Überzeugungen verstärkt. In einer so polarisierten Welt ist diese Art von einseitiger Berichterstattung alles andere als eine Oase der Wahrhaftigkeit.
Es gibt jene, die das Fehlen einer differenzierten Sichtweise beklagen – das ist jedoch das Markenzeichen der linken Journaille, die Watrin so gut verkörpert. Eiskalt wird über die Köpfe derjenigen hinweggegangen, die andere Werte vertreten. Keine Diskussionsbereitschaft, keine Akzeptanz für alternative Standpunkte. Mit der Konsequenz, dass nicht nur das Vertrauen in den Journalismus aufweicht, sondern auch die Spaltung der Gesellschaft gefördert wird.
Vielleicht ist es Zeit, dass wir die Art von Journalismus, die Watrin symbolisiert, überdenken. Denn ein Journalismus, der statt zu informieren, zu manipulieren versucht, ist nichts anderes als Propaganda. Die Zeit ist längst überfällig, in der solch' lautstarke Meinungsmacher einem Generalangriff konservativer Vernunft ausgesetzt werden. Es ist Zeit, ein Gegengewicht zu setzen und die Macht der leeren Rhetorik zu beenden.