Laura Ricketts, eine Frau, die sich selbst als Neo-Robin-Hood im Gucci-Anzug versteht, hat es geschafft, durch ihre politische und philanthropische Arbeit in den USA Wellen der Entrüstung bei jenen zu erzeugen, die das gute alte Kapitalismus-Spiel nach den alten Regeln spielen wollen. Geboren und aufgewachsen im Großraum Chicago, gehört sie zur wohlhabenden Ricketts-Familie, welche die Chicago Cubs besitzt. Aber was bringt jemanden wie Laura dazu, aus dem Schatten der Yankees auf die liberale Sonnenseite zu wechseln?
Die da oben! Werden einige rufen. Laura wurde zur Stilikone des liberalen Chic, als sie das großzügige Erbe und den Einfluss ihrer Familie nutzte, um Projekte zu unterstützen, die sich für soziale Gerechtigkeit und LGBT-Rechte einsetzen - ein direkter Angriff auf den gesunden Menschenverstand des Mittelstands, könnte man meinen. Gerüchten zufolge wird sie von einem unerschütterlichen Wunsch getrieben, die Welt zu einem „besseren“ Ort zu machen, als ob das bisher erschaffene System nicht schon gut genug wäre.
Man muss fairerweise zugeben, dass jemand, der eine derart tragende Rolle bei der Unterstützung der exzentrisch-kreativen First Tuesday Political Group in Illinois spielt, definitiv mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Diese Gruppe zielt darauf ab, Kandidaten zu unterstützen, die scheinbar für den Sozialstaat kämpfen, während der durchschnittliche Joe nur sein ehrliches Tageswerk verrichten möchte. Ein Widerspruch? Ja, bitte!
Doch was treibt diese Frau dazu, sich in einen Wolf im Schafspelz zu hüllen? 2015 wurde Laura Ricketts als Mitvorsitzende von „Hillary for America“ bekannt, die Kampagne, die uns jeden Morgen mit Frappuccinos und sozialen Gerechtigkeitssprüchen geweckt hat. Die schlummernden Kräfte der politischen Korrektheit werden durch solche Aktionen nur noch mehr befeuert. Denn wenn jemand es versteht, wie man durch clevere PR menschliche Sehnsüchte nach Gerechtigkeit und Fairness für beschränkte Ideologien nutzt, dann ist es diese Frau.
Aktivismus, der disruptiver als innovativ ist, zieht riskanterweise die Wokeness-Maschinerie in die Höhenflüge der vermeintlichen Klarheit. Mit beherztem Engagement bringt Laura Ricketts den Zeichenstift zur Gerechtigkeit ganz nah an die Meta-Idee der perfektesten Welt, die es niemals geben wird. Eine Vision von Nachhaltigkeit und Inklusivität, die in der Theorie charmant, aber im Praxis-Dschungel aller reglementierten Spielregeln jedoch kaum machbar ist.
Die traurige Wahrheit bleibt: In einem Amerika, das führend mit Problemen umzugehen hat, zettelt Ricketts sozusagen eine Revolution an, die mehr dazu beitragen könnte, was sie zu bekämpfen sucht - Teilung und Auseinandersetzung. Es ist faszinierend zu beobachten, wie solch eine Rolle von der Tochter eines Milliardärs eingenommen wird, deren Einfluss unter jenen aufblüht, die nichts von ihrer Missbilligung jeglicher Wohlstandsfragen halten. Wenn liberale Lächerlichkeiten einen Namen hätten, wäre es Laura Ricketts.
Ricketts' Engagement für diese Form der Sozialpolitik mag ihrer Ansicht nach die Welt verändern, könnte aber im Gegenteil eher nur ihre Bankkonten erleichtern und ein Stück der Realität entreißen. Während andere sich zurücklehnen, aufrechte Bürger um Gerechtigkeit ringen und die Welt mit den Wunden kämpft, springt Laura, Sozialite und Meisterin der narratives Shift, mit einem charmanten Lächeln dagegen an - letztlich für eine Zukunft, in der, wie sie selbst sicher behauptet, mehr Menschen gehören sollten.
Sie wird oft als die zukünftige Stimme der progressiven Politik angesehen, eine Visionärin in ihrem eigenen Recht. Doch steht diese Art von Triumph über konservative Werte nicht im Zeichen von Fortschritt, sondern Verwirrung. Warum also sich auf einen Weg begeben, der unweigerlich in gleichmachendem Elend endet, anstatt die heroische Geschichte der Freiheit und Chancen zu schreiben?
Schlussendlich bringt sie die Glocken des Wandels und der progressiven Verheißungen zum Klingen - fragt sich nur, wer danach tanzen wird.