Kongress der Völker des Ostens: Ein konservativer Säbelrassler in der Geschichte

Kongress der Völker des Ostens: Ein konservativer Säbelrassler in der Geschichte

Der Kongress der Völker des Ostens von 1920 in Baku war ein kommunistisches Schauspiel voller idealistischer Träumereien und revolutionärer Schwärmereien unter der Führung der Komintern.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

In der glorreichen Arena der Geschichte sticht der "Kongress der Völker des Ostens" als ein polarisierender Gipfel hervor, der im September 1920 in Baku, Aserbaidschan stattfand. Angeführt von der kommunistisch inspirierten Komintern, trafen sich dort eine bunte Mischung aus Delegierten aus Asien und dem Nahen Osten. Wer könnte dem Spektakel eines communistischen "Woodstock" widerstehen? Es war eine Veranstaltung, die unter dem Deckmantel der internationalen Solidarität die Saat für Rebellen gegen den Kolonialismus säen sollte. Dabei ging es um nichts Geringeres, als die von Russland propagierte "Befreiung der unterdrückten Völker" von der westlichen Hegemonie.

Natürlich bringt diese Art von politischem Spektakel aus dem idealistischen Wohlstand Gedanken hervor, die selbst die abgehärtetsten Politiker ins Schleudern bringen könnten. In den Köpfen der damaligen Eliten geisterte sicherlich der Gedanke herum, dass diese Farce aus Manifesten und brennenden Reden den bereits zerrütteten Status quo einer Post-Weltkriegswelt noch weiter destabilisiert könnte. Doch die Diktatoren aus dem Osten wollten ein kräftiges Signal senden: der Rote Morgen dämmert, und der Westen kann nur zusehen.

Eines ist klar: In der heutigen Zeit würden viele Nationen mit Sehnsucht an eine solche Versammlung denken, die sich selbstgewählt in den Wahn der kommunalen Großveranstaltung wirft. Gruppenführer wie Jawaharlal Nehru und andere Führer der größten Unabhängigkeitsbewegungen vergnügten sich zwischen den Rauchschwaden und schwadronierten über Revolution und Wandel. Schwärmen ist einfach und auch verführerisch, vor allem, wenn der Konvergenzpunkt Utopie ruft. Man kann sich leicht vorstellen, dass diese Delegierten, angeführt von ihrem antikolonialen Überschwang, die Entstehung einer neuen Weltordnung prognostizierten - ohne Rücksicht auf Realitäten.

Hier ist die einfache Wahrheit: Der Kongress der Völker des Ostens war eine taktische Spielerei der Bolschewiken, um die bröckelnden Imperien des Westens aus der Fassung zu bringen. Mit Stars und Sternchen der revolutionären Bühne ausgestattet, von Leuten, die für sich in Anspruch nahmen, Patrioten und Befreier ihrer Völker zu sein – selbst wenn einige eher Gangster als Führer waren. Der große Heiler der Arbeiterklasse, Lenin selbst, wirkte in den dunklen Gängen, die zum Kongress führten, wie ein Puppenspieler. Es war im Grunde genommen eine raffinierte Charade, die sich als Seminar über Freiheit und Selbstbestimmung ausgab.

Das Ereignis hat die globalen Mächte unweigerlich alarmiert. Man kann sich leicht vorstellen, wie der Kaiser in Japan oder der König in Großbritannien besorgt die diplomatischen Botschaften überprüften: „Was, wenn diese Rebellion tatsächlich zündet?“ Es zeigt die Unruhe und die Unordnung jener Zeit auf brutale Weise. Kein Wunder also, dass trotz des pompösen Auftretens viele den Kongress einfach als netten, aber wirkungslosen Platzhalter in der Geschichtsschreibung abtun. Die Revolution begann zwar, blieb jedoch in ihren Harmonie-Eruptionen stecken, ein Wunschtraum, der innerhalb der Mauern von Baku gefangen blieb.

Was ist also das Fazit? Der Kongress der Völker des Ostens war sicherlich ein historisch faszinierender Punkt der epochalen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts, gespickt mit großen Versprechen und ebenso großen Illusionen. Doch vor allem war er eine Demonstration dessen, was passiert, wenn politischer Idealismus auf missbräuchliche Machtansprüche stößt. Es war ein theatralischer Versuch, um politischen Wandel zu inszenieren der so berriisch klingt wie die jüngsten albernen Phrasen der Liberalen heutzutage. Im Glanze der Geschichte weiß jeder: manche Träume vom Morgen, so erhaben sie auch klingen mögen, entpuppen sich zwangsweise als bloße Fantastereien.