Wer hätte gedacht, dass eine Frau in New York City durch bildhaftes Graben in Gärten die moderne Landwirtschaftsbewegung anführt? Karen Washington, eine kraftvolle und entschlossene Stimme in der urbanen Landwirtschaft, begann in den 1980er Jahren, als sie das Potenzial eines verlassenen Grundstücks in einem Garten in der Bronx erkannte. Sie packte das Problem der Lebensmittelknappheit in städtischen Gebieten direkt an und unterstützt seitdem die Verbindung zwischen Land und Leuten, um selbst in der dicht besiedelten Stadt gesunde, frische Lebensmittel anzubauen.
Die meisten Menschen in überfüllten Großstädten, wo Supermärkte und Fast Food an jeder Ecke zu finden sind, vergessen leicht, woher ihr Essen kommt. Anstatt sich von der Banausrüstung des modernen Lebens diktieren zu lassen, entschloss sich Karen, den Bürgern der Bronx eine Alternative zu bieten. Sie hat über 30 Gemeinschaftsgärten in New York City mitgestaltet und hat nicht nur Pflanzen zum Wachsen gebracht, sondern auch Gemeinschaften gestärkt.
Karen Washington argumentiert, dass niemand hungern sollte, weil er sich gesunde Lebensmittel nicht leisten kann. Eine noblen, aber radikale Idee, dass eine Reform der Landwirtschaft von den Bürgern selbst initiiert werden kann. Während Bürokraten und Politiker über Papierkram diskutieren, krempelt Karen die Ärmel hoch und geht zur Sache. Wer wird schon „Nein“ zur Eigenverantwortung bei der Nahrungsmittelproduktion sagen?
Wenn man Karen ansieht, sieht man nicht nur eine Gärtnerin, sondern eine Kriegerin an der Front des urbanen Wandels. Sie hat das Konzept der „Lebensmittelgerechtigkeit“ geprägt, ein eher unauffälliger Terminus, der jedoch ihre Überzeugung, dass alle Menschen unabhängig von Einkommen oder Wohnort Zugang zu gesunden und kulturell angemessenen Lebensmitteln haben sollten, stark untermalt.
Ein Punkt, der besonders beachtenswert ist, ist Karens Fähigkeit, die Unterstützung der Gemeinschaft zu mobilisieren und Menschen jeden Alters zur Mitarbeit zu bewegen. Sie hat Landwirte und Gemeindegruppen zusammengebracht, um Lebensmittelmärkte und Genossenschaften zu schaffen, die den Leuten im wahrsten Sinne des Wortes „zurückgeben“.
Karen erhebt die Stimme nicht nur für die Umwelt oder Sozialgerechtigkeit, sondern als ein Zeichen dafür, dass die Menschen vor Ort die besten Entscheidungen für ihre Gemeinden treffen. Vielleicht ein Konzept, das unsere Politiker des öfteren übersehen. Karen kritisiert den Fortschritt, der uns zwar durch Innovationen, nicht aber durch ein besseres Wohlbefinden der Menschen führt. Ihre Methode beharrt darauf, die Macht auf das praktische Niveau der Bürger zurückzuschieben, um die eigene Lebensumwelt definieren zu können.
Ihr Engagement wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter die Förderung zur MacArthur Fellowship. Damit hat sie einen Weg beschrieben, der zeigt, dass man vom Boden auf zu bedeutendem Einfluss in der Stadt kommen kann.
Karen Washington ist mehr als nur eine Aktivistin; sie ist eine Pionierin des Wandels, die darauf pocht, dass der Einfluss der Gemeinschaft weit über die symbolische Teilnahme hinausgeht. Es geht um die Rückkehr zum Essen im ursprünglichen Sinne, erzeugt von den Leuten, die es konsumieren. Diese Rückverbindung ist, was die zeitgenössische Gesellschaft oft fehlt und was Karen jedem nur zu gerne beibringt. Teils Revolutionärin, teils engagierte Bürgerin, Karen Washington ist die Gärtnerin, die alle überraschte, indem sie einfache Lösungen für hochkomplexe Probleme fand.
Man könnte sagen, dass Karen Washington eine Art Goliath ist, der den Kampf gegen die Riesen der Agrar- und Lebensmittelindustrie aufgenommen hat. Ein Kampf, der viele bald an ihrer Seite wissen könnte, wenn man sich erst einmal davon überzeugen lässt, dass man die „Power to The People“ nicht nur skandieren, sondern tatsächlich praktizieren kann. Ein Schrecken für jene, die nicht mögen, wenn das Establishment infrage gestellt wird.