Erstaunlich, aber wahr: John Coster-Mullen, ein LKW-Fahrer aus dem Mittleren Westen der USA, hat sich die Köpfigkeit und Beharrlichkeit eines Sherlock Holmes zugelegt, ohne die Aufmerksamkeit eines regulären Akademikers zu haben. In den 1990er Jahren, ein gutes halbes Jahrhundert nach dem zweiten Weltkrieg, schnappte sich Coster-Mullen sein Klemmbrett und machte sich daran, die Geheimnisse der Little Boy und Fat Man Atombomben zu entschlüsseln, die in Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Mit nichts weiter als Neugier und schnöder Hartnäckigkeit hat er, was wohl nie sein sollte; eine detaillierte Blaupause der Nuklearwaffen senkrecht auf unsere Welt projiziert. Wie konnte das alles jemandem gelingen, der nie in geheimer Zusammenarbeit mit dem Militär stand?
Wer braucht schon ein Labor oder ein ganzes Team von Wissenschaftlern, wenn man einen Kofferraum voller Bücher und unaufhörliche Willenskraft hat? Mit Spürsinn analysierte er Archive, durchstöberte Bibliotheken und knüpfte Kontakte mit Veteranen des Manhattan-Projekts. Weil die Geheimhaltung dieser Dokumente praktisch nicht mehr existiert und staatliche Archive nach Jahrzehnten für die Öffentlichkeit zugänglich wurden, konnte Coster-Mullen sich diesem dunklen Abschnitt der Geschichte widmen, ohne gleich als Bedrohung angesehen zu werden. Das ist doch einfach erstaunlich!
Durch seine Akribie und sein unentwegtes Interesse gelang es ihm, eine Art Hausaufgabe für die Super-Nerds und Szenekenner in Buchform zu präsentieren. ‚Atom Bombs: The Top Secret Inside Story of Little Boy and Fat Man‘ ist nicht gerade lektürefertig von der Nachtischlampe aus, aber es ist der ultimative Schmöker für jeden, der die alte Machtpolitik begreifen möchte, ohne rote Mütze oder Trillerpfeife. Coster-Mullens Werk bietet nicht nur technische Daten, sondern auch historische Erkenntnisse und zeigt, wie wenig das wissenschaftliche Bemühen um Frieden während des Kalten Krieges tatsächlich wert war.
Man fragt sich, wo genau unsere Wissenschaft in dieser Debatte abbleibt. Akademiker scheinen im Elfenbeinturm zu sitzen, verschanzt vor jener Art von lebensechter Detektivarbeit, die Coster-Mullen an den Tag legte. Sie überschätzen Papierkram und unterbewerten den menschlichen Scharfsinn, offenbar nur, um politisch korrekte Linien zu verteidigen, während ein einfacher Mann wie Coster-Mullen einfach die Wahrheit ans Licht bringt.
Aber seine Arbeit beschränkt sich nicht nur auf das Ausgraben von Vergessenem. Coster-Mullen hat gleichzeitig gezeigt, wie gefährlich und naiv die Vorstellung ist, dass solche Informationen lediglich durch staatliche Abkommen und diplomatische Regeln sicher aufbewahrt werden können. Die Tatsache, dass ein Amateur so detaillierte Informationen über Atomwaffen ans Licht bringen konnte, unterstreicht die verheerende Schwachstelle in der Sicherheitsarchitektur der großen Mächte. Kein Wunder, dass dies nicht im Interesse all jener ist, die lieber die Augen verschließen und hoffen, dass der Weltfrieden allein durch gut gemeinte Absichten erreicht werden kann.
Die Vorstellung, dass ein Mensch wie Coster-Mullen fast nebenbei die gesamte Weltordnung in Frage stellen kann, ist jedoch ein bedeutender Denkanstoß. Vielleicht sollten wir nicht nur auf die grauen Kasten mit den langen Titeln vertrauen, die uns alles mögliche Wissen garantieren. Wie wäre es stattdessen mit einem bisschen Neugierde, einem Hauch von kritischem Denken und einem gesunden Maß an Skepsis gegenüber den politisch korrekten Ausrichtungen der modernen Gesellschaft?
John Coster-Mullen hat uns gezeigt, dass ein bisschen Beharrlichkeit und der Wille, dem Fluss der Geschichte zu widerstehen, dazu führen können, dass ein einfacher LKW-Fahrer die volle Tragweite atomaren Wissens entblößen kann, ohne gleich durch den Senat zitiert zu werden. Solche individuellen Errungenschaften sind es, die wirklich dazu ermutigen sollten, die sogenannten offiziellen Narrative von Zeit zu Zeit in Frage zu stellen.
Nicht zuletzt erinnert Coster-Mullens Geschichte uns daran, dass die Welt vielleicht mehr von den freien Geistern lernen könnte, die unerschrocken und ohne wissenschaftlichen Nimbus in den Abgrund blicken. Statt starrer institutioneller Rahmen könnten es genau diese neugierigen Verstöße gegen vermeintlich festgelegte Gesetze sein, die technischen Fortschritt und diplomatische Realität berücksichtigen müssen.
Unweigerlich bemängelt solch eine Geschichte die naive Annahme, dass Wissen allein von oben nach unten fließt oder dass es automatisch mächtiger ist, wenn es von sogenannten 'Experten' verbreitet wird. Vielleicht wird es für viele sogenannten Fortschrittlichen unbequem sein, damit umzugehen, aber Coster-Mullen hat mehr als nur ein paar Geschichtsbücher umgekrempelt. Er hat uns wach gerüttelt, und das, meine Freunde, ist ein Weckruf, den wir nicht liegen lassen sollten.