Während die sogenannte 'Internationale Zeitschrift für Comic-Kunst' schon in einer gediegenen Leseecke eines hippen Berliner Cafés ihren Platz gefunden hat, treibt sich in konservativen Kreisen verstärkt das Unverständnis herum, warum man Comics – pardon, 'comiquartig Lesestoff' – als Kunstschatz titulieren darf. Die Internationalisierung der Comic-Kunst kam ins Rollen, als clevere Kulturexperten 1999 in einer mondänen Pariser Galerie ausgerechnet die Pforten für die erste Veröffentlichung dieser Zeitschrift öffneten. Wer sind diese ominösen Herausgeber, die sich selbst zu Kuratoren unserer Popkultur auserkoren haben? Ihr Ziel war und ist: Comics als anerkannte Kunstform auf die kulturelle Landkarte zu katapultieren. Warum aber gerade Comics, die bei uns doch schmeichelhaft als 'Kinderkram' bezeichnet werden?
Hier habe ich die Top 10 Punkte zusammengefasst, die erklären, warum diese Zeitschrift mehr Aufmerksamkeit bekommt, als vielleicht nötig ist, und was an ihr aus konservativer Sicht hinterfragt werden kann.
Die unheilige Allianz aus Kunst und Politik: Die Zeitschrift wühlt oft in politischen Gewässern umher, als ob Comics per se einen Anspruch auf ein politisches Manifest hätten. Warum soll alles als Plattform für inhaltsleere Parolen fungieren?
Die Illusion der Hochkultur: Die Zeitschrift versucht hartnäckig, Comics als Hochkultur zu etablieren. Dies ist ein Versuch, das Oberflächliche in den Olymp der Hochkultur zu erheben, ein Unterfangen, das man so gerne 'kulturelle Utopie' nennen könnte.
Die ewige Titel-Debatte: Lässt sich ein Sauerkraut-Rezept in ein Gourmetmenü verwandeln, indem man es auf Porzellanteller serviert? Ebenso verhält es sich mit der Bezeichnung „Comic-Kunst“. Der ständige Drang, durch pompöse Begriffe Bedeutung zu erzeugen, bleibt uns konservativen Lesern doch ein Rätsel.
Ein Fokus auf Globalismus: Schon der „Internationale“ Titel irritiert. In einer Zeit, in der Wurzeln und Traditionen zunehmend an Bedeutung gewinnen sollen, scheinen diese Kulturapostel zu global agierenden Gedankenkolossen verkommen zu sein, die auf alles Nationalistische spöttisch herabschauen.
Ästhetische Masslosigkeit: Oftmals fragt sich der Leser der Zeitschrift, wann ein bunt befranster Comic denn nun auch in der mondänen Kunstwelt zu Hause ist. Ein homöopathisches Ästhetik-Gefühl scheint zwischen all den Panels verloren zu gehen.
Die Rebellions-Romantik: Comics lieben es, gegen Altbekanntes und Traditionen zu stänkern – die Zeitschrift stellt dies als romantischen Widerstand gegen Autoritäten dar. Bei genauerer Betrachtung offenbart sich dies jedoch als gehaltlose Provokation ohne Rückgrat.
Elitäres Insiderwissen: Die Vorstellung, dass man ein wissender Elitist sein muss, um diese Comics tatsächlich zu schätzen, grenzt an eine gewisse intellektuelle Hochnäsigkeit.
Die Widmung der Diversität: Die Zeitschrift böse beäugt jeden Comic, der sich nicht komplett der Trend-Diversitäts-Schiene widmet. Verabschieden wir uns komplett von unseren Homogenitäten?
Die Unerreichbarkeits-Ästhetik: Das Künstlertum feiert sich selbst, wie auch diese Zeitschrift den comicversierten Lupenfraß skurriler Fantasiewelten preist. Sie wirkt oft benchfähig für größere Kunstlokalitäten, jedoch als esoterische Masturbation für den Leser.
Marktfremdes Fremdgehen: Die Zeitschrift konkurriert jetzt schon mit traditionellen Kunstmagazinen um Aufmerksamkeit. Fragt sich nur, ob sich die sterbende Hochkultur sich nun dem popkulturellen Sirenengesang hingibt?
Natürlich ist diese Zeitschrift nur ein Puzzlestück im zunehmend liberalen Puzzle, das um uns gewonnen werden möchte. Aber eine ernsthafte Auseinandersetzung verlangt auch, die Rückkehr zu konservativen Grundsätzen in der Kunst zu berücksichtigen. Der „Internationale Zeitschrift für Comic-Kunst“ versucht zwar, sich selbst als etwas von Proust Erlesenes zu betiteln. Doch die Frage bleibt, ob es eher dem Popkonzert eines flüchtigen Giganten gleicht. Die Jury bildet sich lieber selber eine Meinung – wenn sie zwischen den Seiten liest.