Schlitzohrig, bedrohlich und unvermeidlich - so sind die Zeiten, wenn „Hühner kommen nach Hause“. Dieser Spruch, oft genutzt von Konservativen, beschreibt das unumgängliche Zurückschlagen unangenehmer Konsequenzen einer einst sorglos getroffenen Entscheidung. 2023 erleben wir in Deutschland erneut, warum dem so ist. Die Auswirkungen kluger oder weniger kluger politischer Entscheidungen stehen plötzlich wie ein Berg vor uns, und alles, was früher kurzerhand unter den Teppich gekehrt wurde, zeigt nun sein wahres Gesicht. Überall lassen sich diese 'Hühner' blicken, aber den meisten fehlt der Mut, das zuzugeben. Von den überfüllten Notunterkünften über die Platzierungen von Windrädern bis hin zur energiepolitischen Sackgasse – überall kräht der Hahn und mahnt zur Rückkehr vernünftiger Entscheidungen.
Wärst du überrascht zu hören, dass so viele Entscheidungen unserer Politiker heute an Karikaturen erinnern? In einer Zeit, in der man so viel Wert auf das zeigt, was „moralisch korrekt“ ist, wird leicht das aus den Augen verloren, was praktisch umsetzbar ist. Auf den Feldern der Energiepolitik etwa hinkt Deutschland hinterher, das Land der Dichter und Denker agiert plötzlich planlos. Die Verwundbarkeit unseres Stromnetzes zeigt es jeden Winter aufs Neue: Es ist nicht einfach machbar, aus Atom- und Kohlekraft gleichzeitig auszusteigen, ohne die nötige Infrastruktur und alternative Quellen parat zu haben.
Wetterturbinen, Wärmepumpen und dreifach verglaste Fenster - das klingt vielversprechend, aber was, wenn der Wind nicht weht? Oder der Strom für die Wärmepumpe doch zu teuer ist? Plötzlich ist die Politik nicht mehr nur in den Salons der Reichen und Schönen zuhause. "Grüblerin Greta" mag Nokia gern dem Holzofen vorziehen, aber Otto Normalverbraucher kann seine Stromrechnung nicht schöpferisch schönreden.
Eine andere Dimension, wo unsere 'Hühner' wieder den Heimweg finden, ist die Migrationspolitik. Tausende von Menschen kommen täglich und betreten ein Land, das ihnen zwar mit offenen Armen entgegen tritt, im gleichen Atemzug aber die gesellschaftlichen Folgen dieser Willkommenskultur noch nicht kennt. Wir reden oft von Integration, sind aber noch Lichtjahre davon entfernt, sie zu erreichen.
"Die Kinder sind unsere Zukunft", wie man so schön sagt. Aber was passiert, wenn Lehrkräfte mit den riesigen Klassen nicht mehr zurechtkommen? Wenn Schüler in improvisierten Gebäuden durch den Tag stolpern, weil es gar nicht genug Raum gibt? Das Bildungssystem wankt, und die Politik scheint dem Trugschluss zu unterliegen, dass sich Probleme am besten selbst lösen, wenn man die Augen schließt.
Skeptikern wird vorgegaukelt, dass diese Herausforderungen „übergangsmäßig“ sind. Optimisten sind überzeugt, dass die Geschichte dies entschuldigt. Doch die ‚Hühner‘ erinnern uns daran, dass es nicht genügt, im Status quo zu verharren. Sie kehren zum Stall zurück, ob man es hören will oder nicht. Die richterliche Schale verschiebt sich meterweit in Richtung Realität. Man kann nicht länger ignorieren, dass Multikulturalismus nicht nur eine nette phänomenale Melange ist.
Unübersehbar auch, der kränkelnde Gesundheitssektor. Warum steigen die Kosten und sinken die Leistungen? Es wurde versprochen, dass kein Mensch im Stich gelassen wird, doch die Realität sieht anders aus. Ärzte fliehen in Scharen ins Ausland, Pflegekräfte stehen mit dem Rücken zur Wand. Das System sticht auf den letzten Löchern, während Politiker angespornt in ihre alten Reden flüchten und Ansätze verteidigen, die einen bedächtigen Spaziergang über den lodernden Kohlenweg darstellen.
Noch zeigen sich wenige bereit, diese Flut von Problemen offen zu benennen. Zu sehr erpicht darauf, ja keinem auf den Schlips zu treten, verlieren viele aus dem Auge, was notwendig ist, um das eigene Nest nicht zu beschmutzen. Doch unter der Oberfläche rumort es, und wenn die Hühner nach Hause kommen, wird man erkennen, dass die Konsequenzen klarer Entscheidungen unübersehbar sind.
Für viele sind diese Homecoming-Phänomene irritierend, unschön und aufwühlend. Doch anstatt sich mit einem Vakuum aus Versprechungen zufriedenzugeben, verlangt die Zeit mehr denn je nach verantwortungsvollem Handeln. Das Aufräumen hat erst begonnen, die Hühner sind gerade erst rechtschaffen auf den Acker getretetn.