Wenn es um Hochwasser geht, verlieren manche Menschen schnell ihre Fassung, aber nicht die klugen Köpfe, die den wahren Wert von Mensch und Natur verstehen. Vielleicht war es die Überschwemmung von 2021 im Ahrtal, die uns alle aufrüttelte, als ganze Gemeinden unter Wasser standen und Menschen um ihre Existenz fürchten mussten. Die Hochwasser sind nicht neu; sie sind in der Menschheitsgeschichte so alt wie Flüsse selbst. Aber was sind die Ursachen? Etwa ein unvermeidliches Naturereignis gemischt mit etwas menschlicher Ignoranz.
In der heutigen Zeit spielen Wetterphänomene eine größere Rolle als je zuvor. Großstädte sprießen wie Pilze aus dem Boden und versiegeln die Landschaft mit Beton, während riesige landwirtschaftliche Flächen den natürlichen Wasserläufen im Weg stehen. Hierbei muss man sich doch ernsthaft fragen: Wer trägt wirklich die Verantwortung? Obwohl wir neue Technologien zur Vorhersage und Milderung von Hochwasser haben, scheint es, als hätten wir das eigentliche Problem übersehen - eine unverantwortliche Raumplanung und die Missachtung der Natur.
Man muss sich daran erinnern, dass Hochwasser nicht nur aus Regen zusammengesetzt ist. Es ist manchmal auch ein überlastetes Entwässerungssystem oder ein Deich, der nicht den Standards entspricht. Und das führt doch uns zu der Frage: Wo ist das Geld, das in den Ausbau dieser Systeme fließen sollte? Vielleicht in überzogenen Umweltprojekten, die behaupten, das Klima zu retten. Doch anstatt auf realistische und nachhaltige Lösungen zu setzen, wird oft in utopische Gedanken investiert. Manchmal frage ich mich, ob der globale Wunsch nach Bewahrung der Natur nicht eher zu ihrer Zerstörung führt.
Die Ignoranz gegenüber bodenständigen, handfesten Lösungen trägt ihren Teil dazu bei, dass Hochwasserereignisse immer wieder zur Katastrophe werden. Beschleunigte Urbanisierung ohne Rücksicht auf bestehende Wassersysteme macht den Bock zum Gärtner. Anstatt Millionen in das Schneiden von Emissionsquoten zu stecken, könnten diese Mittel vielleicht besser eingesetzt werden, um Sicherungssysteme gegen Hochwasser zu verbessern. Versteht mich nicht falsch, es gibt durchaus Initiativen, die darauf abzielen, die Sicherheit in betroffenen Gebieten zu verbessern. Doch wenn diese im Lichte übereifriger umweltpolitischer Maßnahmen stehen, erscheint alles nur halbherzig.
Literatur, die die Hochwassergeschichte studiert, zeigt, dass eine vernünftige Bewirtschaftung der Landschaft wesentlichen Einfluss auf die Reduzierung von Hochwasserereignissen hat. Das Prinzip einer stabilen Dreieinigkeit zwischen Mensch, Natur und Technik wird sträflich vernachlässigt, oft zugunsten von idealistischen Ideologien.
Es ist auch erwähnenswert, dass manchmal die einfachsten Lösungen die besten sind. In vielen Regionen, die regelmäßig von Hochwasser betroffen sind, gibt es einfache, wenn auch konservativ anmutende Methoden zur Prävention. Flüsse und Bäche regelmäßig auszubauen und nicht von Stadtentwicklungen begraben zu lassen, wird oft als unzulänglich betrachtet, aber ist pragmatisch und effektiv. Doch realitätsferne Träumereien hindern uns daran, die Bäume weiterhin aus dem Wald zu holen.
Währenddessen treiben Fortschritte in der Vorhersagetechnologie, die Meteorologie an die Spitze der Diskussion. Doch Technik allein kann uns nicht retten; Einsicht wird gebraucht. Man kann den Bus der Geschichte nicht zurückfahren, wenn die Augen zu fest auf die ideologischen Fehlstöße der aktuellen Zeit fixiert sind.
In den Nachrichten sehen wir oft die verheerenden Auswirkungen von Hochwasser in der dritten Welt, die wahrscheinlich besser gegen solche Naturereignisse geschützt wären, wenn sie eigene Mittel sinnvoller einsetzten. Doch es scheint, als wollten sie lieber auf den Westen zeigen und ihre eigene Verantwortung im Regen stehen lassen.
Lernen wir aus vergangenem Fehlverhalten und setzen realistische und wirksame Maßnahmen um, dann können wir die Effektivität unseres Umgangs mit Hochwasser verbessern. Ignorieren wir den eigentlichen Kern des Problems und lassen uns von ideologischen Irrlichtern blenden, wird die Natur ihren Tribut fordern.