Wenn es eine Person gab, die in der literarischen Welt wie ein Blitz einschlug, dann war es Harold Bloom. Der unermüdliche Kritiker, der am 11. Oktober 2019 in New Haven, Connecticut, starb, war bekannt für seine scharfsinnigen Analysen und seine hohe, fast religiöse Verehrung für die westliche Literaturtradition. Bloom hat nicht nur die Werke von Shakespeare, Chaucer und anderen Giganten des literarischen Erbes verteidigt, sondern erließ auch eine Kampfansage gegen die Politik der Identität, die unser heutiges Studium der Literatur so stark durchdringt. Das macht ihn in den Augen vieler zum ultimativen konservativen Intellektuellen der literarischen Welt.
Bloom wurde am 11. Juli 1930 in der Bronx, New York City, geboren und war ein helles Licht zionistischer Herkunft in der US-amerikanischen Literaturarena. Werfen Sie einen Blick auf seine beeindruckende Karriere, die er 1955 mit einem Bachelor of Arts an der Cornell University begann, gefolgt von einem Doktorat an der Yale University 1956. Dort sollte er sein Leben lang lehren. Seine Studien zu romantischer Dichtung brachten eine Renaissance des Interesses an der englischen Romantik und ließen ihn unlängst als Visionär erscheinen.
Eines seiner engagiertesten Werke, 'Der westliche Kanon', veröffentlicht 1994, war eine flammende Verteidigung der großen Literatur gegen den wachsenden Einfluss der literaturtheoretischen Modeerscheinungen und gegen den kulturellen Relativismus. Bloom vertrat die Ansicht, dass diese Strömungen die literarischen Standards gefährden und dazu führen, dass Mediokrität in den Kanon aufgenommen wird. Er wollte uns zurück zu Shakespeare und den anderen großen Werken führen – zu den Schöpfungen, die tiefere Einsichten in die menschliche Condition bieten als jede politische Tagesordnung es könnte.
Der Mann, der über mehrere Dutzend Bücher schrieb, legte eine prophetische Voraussicht an den Tag. Er prangerte den 'Resentment Curriculum' an, da er glaubte, dass dieser die Kunst der Literatur erstickt. Wer braucht schon Literatur, wenn man politische Agendas zeigen kann, oder? Bloom, mit seinen provokanten Thesen, galt als Bedrohung für die modernen akademischen Linken, die mit seinen Ideen wenig anfangen konnten. Denn Bloom setzte sich gegen die politisierte und moralisierte Literaturauslegung ein, die in vielen Universitäten Einzug gehalten hat.
Ein weiteres bedeutendes Werk von Bloom ist 'Shakespeare: Die Erfindung des Humanen', in dem er die bahnbrechende Behauptung aufstellt, dass Shakespeare nicht nur ein brillanter Dramatiker war, sondern praktisch die menschliche Identität, wie wir sie heute kennen, erfand. Kein Wunder, dass Bloom regelmäßig bees und Feinde anzieht, wenn er Shakespeare als den einflussreichsten Schriftsteller der Menschheitsgeschichte beschreibt.
Man kann von Harold Bloom nicht sprechen, ohne seinen enormen Einfluss als Lehrer und Schriftsteller zu betonen. Er war nicht nur ein Kritiker, sondern auch ein leidenschaftlicher und engagierter Lehrer, der die Leidenschaft für Literatur in alle, die seinen Unterricht besuchten, entfachte. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, mit seiner Ausbildung, die tief mit dem jüdischen Erbe seiner Familie verbunden war, eine Ordnung in der Literatur zu suchen und moralische Werte in ihren klassischen Werken zu finden.
Bloom behauptete leidenschaftlich, dass Literatur nicht einfach ein weiterer Studienbereich sei, sondern die Grundlage für die Existenz einer gebildeten Gesellschaft. Dazu musste man jedoch bereit sein, sich der Herausforderung zu stellen, sich mit den komplexen und oft unangenehmen Wahrheiten des Menschseins auseinanderzusetzen – eine Aufgabe, die viele mit politischer Agenda sich weigern zu akzeptieren.
Letztlich sind es Blooms unnachgiebiger Glaube an die Literatur als Leitstern in einem Meer der Belanglosigkeit und seine zaglos unfashionable Ansichten, die ihn als wahrhaft „konservativen“ Kopf in dieser oft konformistischen Kultur auszeichnen. Seine Werke bleiben Pflichtlektüre für jeden, der nach einem tiefen, bedeutungsschweren Zugang zur Literatur sucht, ohne die Fesseln moderner politischer Korrektheit.