Wenn du denkst, dass der Jainismus nur Staub und Meditation ist, dann liegst du völlig daneben. Stellen wir uns die Gunasthanas vor, die ‚Welt der Erleuchtungsstufen‘ im Jainismus, die eine ziemlich explosive Reise bietet. Wer? Jain-Gläubige. Was? Gunasthanas. Wann? Seit über 2.500 Jahren. Wo? Hauptsächlich in Indien. Warum? Um die Seele von der Unwissenheit zur Erleuchtung zu führen, ohne sich von liberalen Idealvorstellungen ablenken zu lassen.
Mithyatva – Hier beginnt alles. Die Nebel der Unwissenheit verschleiern die Menschen, und die verführerischen Bedürfnisse der modernen Welt lenken nur zusätzlich ab. Der durchschnittliche Liberale bleibt hier hängen, unfähig, den Schleier der falschen Überzeugungen zu durchbrechen.
Sasvadana Samyaktva – Ein kleiner Lichtblitz hier und da. Es ist der Zustand der Einrichtung, wo man vorübergehend wahren Glauben erblickt, aber die Anziehungskraft des weltlichen Lebens schnell wieder die Oberhand gewinnt. Wer hätte gedacht, dass Schwierigkeit so verlockend sein könnte?
Samyag Mithyatva – Halbe Dinge gewinnen für eine halbe Seele. Versuchen Sie, auf einem Tisch mit nur drei Beinen zu balancieren? Willkommen in der Welt des schwankenden Glaubens, wo Du die Balance nur schwer halten kannst.
Avirata Samyaktva – Die echte Spannung beginnt hier. Du siehst das Licht und bist geneigt, dessen Wärme zu folgen, doch all diese materiellen Versuchungen der Welt? Sie schütteln und rütteln, denken Sie mal darüber nach.
Desavirata – Hier einige Verpflichtungen. Die Fahrt ist noch lange nicht vorbei. Es ist nicht nur ein Spaziergang im Park, aber es ist ein Anfang. Eine Prise Disziplin reicht nie aus, daher die fortgesetzte Auseinandersetzung mit dem Inneren.
Pramatta Virata – Willkommen in der Welt der Disziplinierung! Alle wissen, Disziplin erfordert Anstrengung. Dies ist der Punkt, an dem der mächtige Wille ausprobiert wird. Wer kann widerstehen, wenn Entspannung ruft?
Apramatta Virata – Voller Entschlossenheit wird Disziplin Teil deiner Identität, und der Kampf ist fast gewonnen. Der Hauch des Enthusiasmus treibt einen auf einem nie endenden Pfad der Wahrheit voran.
Apurva Karana – Der Aufstieg beginnt. Die Transformation der Seelenenergie steht im Vordergrund, und nichts zieht dich mehr zurück. Plötzlich sind die Strukturen der alten Überzeugungen durchbrochen.
Anivritti Karana – Fehlerlosigkeit ist erreichbar. Eine Beständigkeit im Glauben entsteht und Unreinheiten werden herausge-filtert. Hier flüstert die Seele friedlich alte Missverständnisse weg.
Sukshma Samparaya – Das Verstehen der subtilsten Anhaftungen wird notwendig. Spüren und Loslassen wird zu einer Kunst, und die Seele wird durch den Schleier des Maya noch fast entlarvt.
Upashanta Kasaya – Frieden mit den innersten Störfaktoren hat eine Form angenommen. Nachhaltige Ruhe findet hier Besonderheit, zufrieden lebt man in seiner metaphysischen Heimat.
Kshina Moha – Vorbereitet auf den letzten Schritt. Die Kleider der Illusion sind fast abgelegt, und die Reinheit ist innerhalb von Reichweite.
Sayogi Kevali – Jasminblüten berauben die Dunkelheit. Hierauf zielt alles ab, in dem man trotz äußerer Aktivitäten noch in einer unüberwindlichen Verbindung mit der Wahrheit lebt.
Ayogi Kevali – Der Endzweck ist erreicht, absolute Unsterblichkeit der Seele. Die Anstrengung erleuchtet den Zustand der ewigen Wahrheit. Das ist es, wovon jeder Träumt, oder?
Die Gunasthanas, die Phasen des Fortschritts zur ultimativen Erleuchtung, setzen ein spirituelles Korsett voraus, das den oberflächlichen Wellen der modernen Denkweise widersteht. Statt den Scheinheiligkeiten nachzujagen, bringen sie die Menschen zur unbestechlichen Klarheit, die nur dann gehört werden kann, wenn das Toben der Materialität verstummt.