Wenn Filme wie "Françafrique" eins unterstreichen, dann wie sich linke Ideologen darauf spezialisieren, alte Geschichten in einer neuen Verpackung zu verkaufen. "Françafrique" ist ein Dokumentarfilm von 2010, der sich mit der Beziehung zwischen Frankreich und seinen ehemaligen Kolonien in Afrika beschäftigt. Regisseur Patrick Benquet nimmt uns mit auf eine Reise durch Zeit und Raum, von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart, und versucht uns weiszumachen, dass Frankreich die afrikanischen Länder ausgenutzt und manipuliert hat, um seine eigenen geopolitischen Ziele zu erreichen.
Was ist "Françafrique"? Es ist ein Film, der die Erzählung antreibt, dass Frankreich seine früheren Kolonien wirtschaftlich und politisch unterdrückt hat, um seinen eigenen Wohlstand und seine Macht zu sichern. Der Film malt Frankreich als den großen Strippenzieher, der weiterhin im Hintergrund agiert, auch nach der Unabhängigkeit der afrikanischen Staaten. Diese bequeme Erzählweise passt perfekt in das Weltbild derer, die glauben, dass der Westen der Ursprung allen Übels ist. Obwohl tatsächlich viele der gezeigten Fakten stimmen mögen, handelt es sich doch bei der Interpretation um eine subjektive Sichtweise, die das Publikum in eine moralische Sackgasse führt.
Das Fantastische am Film "Françafrique" ist die Kunstfertigkeit, mit der er Fakten so präsentiert, dass sie ein bestimmtes Narrativ stützen. Hier trifft selektive Geschichtsschreibung auf filmische Kreativität. Während der Regisseur darauf besteht, dass es ihm um Aufklärung geht, ist der Film vor allem eine Aufforderung zur Selbstgeißelung der französischen Gesellschaft – oder besser gesagt, dessen, was von ihr übrig ist. Er liefert muntere Parolen und Stimmen aus der Vergangenheit, die ein Publikum begeistern sollen, das die alte Erzählung vom bösen Kolonialisten liebt.
Françafrique zeigt die geopolitische Bühne als ein Schachbrett, auf dem Frankreich seine Züge mit Raffinesse plant. Eine klassische Darstellung der imperialistischen Vorstellungen. Doch was bleibt vom Film übrig, wenn man all die Schuldzuweisungen abzieht? Genau, eine handliche, aber unvollständige Chronik der afrikanisch-französischen Beziehungen. Die Frage, die man stellen sollte, ist: Wie zieht sich dieses Narrativ auf die heutige Realität zurück? Dennoch tut der Film so, als sei die Geschichte im Jahr 2023 genauso wie im Jahr 1960 – ein Art Déjà-vu der Geschichtsschreibung.
Nun zur Ästhetik des Films. Die Darstellungen sind choreografiert, um Emotionen hervorzurufen, sei es durch eindrucksvolle Interviews, altes Bildmaterial oder dramatische Musik. "Françafrique" ist das ideale Beispiel dafür, wie man Filmkunst nutzen kann, um emotional aufgeladene Themen in die Schlagzeilen zu rücken. Die Frage bleibt jedoch, ob der Zuschauer dann tatsächlich etwas Neues gelernt hat oder ob er einfach in seinem Vorurteil bestätigt wurde.
Fredric Bastiat, ein bekannter französischer Ökonom, sagte einmal: "Wenn man die Folgen einer Handlung nur von einem Standpunkt aus betrachtet, wird man oft in die Irre geführt." Das ist die Essenz von "Françafrique". Der Film konzentriert sich auf einen einzelnen Standpunkt, der zwar seine Gültigkeit hat, aber ohne eine differenzierte Perspektive bleibt er unausgewogen.
Man könnte sagen, dass "Françafrique" mehr einer Zirkusshow gleicht als einer Dokumentation. Es bietet Unterhaltung, aber es fehlt ihm oft an Tiefe und Klarheit. Wort- und bildgewaltig ist dieser Film eine Ode an das Schattenspiel der Politik – ideal für ein Publikum, das mehr an einer Theateraufführung als an einem Dokumentarfilm interessiert ist.
Inhaltlich bleibt "Françafrique" bei klischeehaften Darstellungen stehen und bietet wenig Abhilfe für die modernen Herausforderungen. Es ist offensichtlich in seiner Absicht, ein Bild von Schuld und Sühne zu malen. Statt jedoch auf die Zukunft zu blicken und darüber nachzudenken, wie frühere Fehler behoben werden können, verharrt der Film bequem im Mare Nostrum der Kolonialgeschichte.
Patrick Benquet hat mit "Françafrique" einen Film geschaffen, der die Zwiespältigkeit zeigt, die entsteht, wenn man die Geschichte zu einseitig betrachtet. Mag sein, dass er für einige Augen öffnend ist, für andere jedoch nur eine Bestätigung dessen, was sie bereits von der Welt glauben. In dieser Hinsicht schafft er es, Diskussionen zu entfachen – ob konstruktive oder nicht, bleibt abzuwarten.