Stellen Sie sich vor, ein Politiker steht auf, der sich tatsächlich mehr für die Menschen interessiert als für mediale Aufmerksamkeit. Ewout Irrgang war ein solcher Mann, der die politische Bühne in den Niederlanden mit seiner unerschütterlichen Entschlossenheit betrat. Er, ein niederländischer Politiker der Socialistische Partij, wurde am 20. Juli 1976 geboren und versetzte ab 2003 bis 2012 mit einer Politik, die den Status quo nicht akzeptierte, das politische Establishment in Verlegenheit. Mit einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften aus Amsterdam hatte er das Verständnis und den Willen, gegen die Fehlentwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft anzugehen. Seine Hauptschauplätze waren die Regierungsarbeit in den Niederlanden sowie sein unermüdlicher Einsatz im Parlament, der ihm Anerkennung und, um es freundlich auszudrücken, die Missgunst einiger seiner moderneren Kollegen einbrachte.
Einer der größten Vorwürfe gegen die Amtszeit von Irrgang war seine offene Kritik an der Europäischen Union. Er war ein unerschütterlicher Kritiker der übermäßigen Einflussnahme der EU auf die Souveränität der Mitgliedsstaaten. Seine Argumentation war simpel: Nationale Souveränität sollte nicht an supranationale Institutionen abgetreten werden, deren Entscheidungsträger oft von den Bürgern des Landes, welches sie zu betreffen suchen, gar nicht direkt gewählt werden. Er forderte Transparenz und Rechenschaftspflicht in einer EU, die seiner Meinung nach diese Tugenden vernachlässigte. Sicherlich mag dies bei den üblichen Verdächtigen auf Unverständnis gestoßen sein, doch er sprach Wahrheiten aus, vor denen viele die Augen verschlossen.
Ein weiteres Aufsehen erregendes Kapitel seines politischen Lebens war seine unermüdliche Arbeit im parlamentarischen Untersuchungsausschuss für die Finanzkrise. Während andere den Kopf in den Sand steckten oder gar mitschuldig an der Misere waren, scheute Irrgang nicht davor zurück, die Verantwortlichen in Finanzinstitutionen zur Rechenschaft zu ziehen. Es ist dreist, wie einige sich aufgrund ihrer naiven oder vielleicht absichtlichen Misswirtschaft aus der Affäre ziehen konnten. Ewout hielt die Flammen der Wahrheit am lodernden Brennen. Bedeutet es nicht Rückgrat, sich den mogelnden Bankiers entgegenzustellen, die sich hinter Bürokratie und unauffindbarer Verantwortung verstecken?
Irrgangs Politik war auch von sozialem Gewissen geprägt. Er trat für die Schwächsten in der Gesellschaft ein und vertrat klare Positionen gegen Kürzungen im Sozialsektor, die aus falscher Sparpolitik heraus beschlossen wurden. Während andere sich eine goldene Nase verdienten und sich von moralischen Entscheidungsgrundlagen entfernten, setzte er sich für den Erhalt der Gesundheitsversorgung und verbesserten Wohnbedingungen ein. Das Interesse des einfachen Bürgers war ihm wahres Anliegen, nicht nur leere Versprechen für den Wählerfang.
Und all das geschah in einer Zeit, in der politische Korrektheit anfing, die politische Szene zu dominieren. Ewout Irrgang schwamm gegen den Strom, gerade weil er keine Scheu davor hatte, die unbequemen Fragen zu stellen. Diese Haltung zwang einige, innezuhalten und zweimal nachzudenken, bevor sie die endlosen Leerformeln wieder wie ein Mantra herunterbeteten. Viele mögen es als widerständig gesehen haben, aber Widerstand gegen den allgemeinen Trend bedeutet auch oft Standhaftigkeit im Angesicht von Widrigkeiten – eine Eigenschaft, die den wahren Charakter eines Politikers ausmacht.
Denken wir an Ewout Irrgang, so denken wir an einen Mann, der durch Überzeugung Politik gemacht hat – jemanden, der blinden Gehorsam und die politisch angepassten Floskeln hinterfragte. Vielleicht erntete er nicht die Würdigungen, die ihm zustehen. Seinem Land hat er jedoch treu gedient und Botschaften gesät, die hoffen lassen, dass der gesunde Menschenverstand auch in Politikerkreisen irgendwann wieder salonfähig wird.