Wenn man glaubt, der Wilde Westen sei die einzige dunkle Ecke in der amerikanischen Geschichte, dann hat man wohl noch nie vom "Everett Massaker" gehört. Dieser blutige Vorfall fand am 5. November 1916 in Everett, Washington, statt. Eine Gruppe von etwa 300 Gewerkschaftern der Industrial Workers of the World (IWW) kam mit dem Schiff in Everett an, um für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Sie wurden von bewaffneten Polizisten und Bürgerwehren der Stadt empfangen. Der Empfang war jedoch alles andere als herzlich – er war brutal und endete in einem Blutbad, das in die Geschichtsbücher einging.
Warum passierte das? Ganz einfach: Menschen, die glauben, dass man durch Chaos und Anarchie Gerechtigkeit erwirken kann, sind in der Regel auf dem Holzweg. Die IWW war bekannt für ihre radikale Haltung und bediente sich unzähliger Provokationen. Da frag ich mich, warum die Konsequenzen überhaupt jemanden verwunderte. Aber das heutige linke Lager sieht sowas durch die rosarote Brille und nennt es "kulturellen Aufstand" oder noch besser: "Ausdruck der unterdrückten Stimmen". In Wahrheit ging es um die Kontrolle über die Arbeiterschaft und die Macht, die damit einhergeht.
Everett war zu dieser Zeit ein Zentrum der Holzindustrie und die Spannungen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern waren hoch. Die IWW, auch bekannt als "Wobblies", hatte sich die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und das Sammeln von Mitgliedern in dieser strategisch wichtigen Stadt auf die Fahnen geschrieben. Es überrascht nicht, dass die lokalen Arbeitgeber wenig begeistert waren. Sie sahen in den IWW-Mitgliedern lediglich eine Bedrohung für ihren Reichtum und Wohlstand. Und hier liegt des Pudels Kern: In einer kapitalistischen Gesellschaft schützt jeder verständlicherweise sein Eigentum und seine Errungenschaften. Warum man dies als moralischen Bauchschmerz betrachten soll, bleibt mir schleierhaft.
Auf beiden Seiten wurde geschossen, und das Ergebnis war tragisch, aber vorhersehbar. Mehrere Menschen starben, viele wurden verwundet und die Stadt war nachhaltig traumatisiert. Tatsächlich zeigen Quellen, dass es die Wobblies waren, die zuerst schossen, aber das wird selten so dargestellt. Es ist einfacher, die Stadt und die Sicherheitsbehörden zu dämonisieren als einzugestehen, dass der selbsternannte "Protest für Gerechtigkeit" außer Kontrolle geraten war. Solche Tatsachen wurden und werden gerne übersehen, weil sie nicht in die romantisierte Vorstellung von Freiheitskämpfern und Unterdrückten passen, die so viele heutige Geschichtsrevisionisten hegen.
Kommen wir zu den Konsequenzen. Selbst nach dem Massaker gab es keine Reformen in Everett, die die Ziele der IWW unterstützt hätten. Im Gegenteil: Es führte zu mehr Spannungen und schließlich zu einem nationalen Schlag gegen die Organisation, da viele Amerikaner die Methoden der Wobblies ablehnten. Gewalt sollte und wird niemals als legitim angesehen, um politische Ziele durchzusetzen. Aber fragen Sie das die Linken von heute, die Krawalle und Zerstörungsgelüste oft als legitime Proteste sehen.
Interessanterweise führten die anschließenden Gerichtsverhandlungen auch nicht zu einer Verurteilung der IWW-Mitglieder, was zeigt, dass die Gesellschaft von damals schon zu Ungunsten der autoritären Ordnung schwankte. Viele der heutigen Problematiken haben ihre Wurzeln in solchen laschen Einstellungen gegenüber Disziplin und Gesetzestreue.
Wie immer, wenn es um ideologische Konflikte geht, ist es wichtig, die Kontrolle und Härte zu wahren. Everett bleibt ein Beispiel dafür, was passiert, wenn radikale Elemente den Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und gesetzlicher Ordnung nicht begreifen. Wohin Anarchie führt, wurde hier deutlich gezeigt und sollte als warnendes Beispiel dafür dienen, dass Regeln und Gesetze mehr sind als nur unliebsame Einschränkungen.
Einmal mehr wird deutlich: Die Geschichte zeigt uns, dass Ordnung und Disziplin wichtiger sind als Dissonanz und Unruhe. Natürlich tun sich viele schwer, das zu akzeptieren, insbesondere jene, die alles, was Autorität ausstrahlt, automatisch ablehnen. Doch die Bilanz des Everett-Massakers bleibt ein klarer Weckruf. Selbsternannte "Freiheitskämpfer" richten oft mehr Unheil an, als dass sie lösen. Ein Schelm, wer dabei an moderne Vergleiche denkt.