Wenn ein Buch „Es War Zweimal“ heißt, könnte man auf den ersten Blick meinen, es handle sich um ein weiteres Märchen für Kinder. Aber, halt dich fest, das ist weit entfernt von der Realität. Geschrieben wurde es von Michael Ende im Jahr 1977, einem Meister der Fantasie, der anerkanntermaßen nicht im politischen Radikalismus Verankerung sucht, sondern einfach eine andere Welt schaffen möchte.
„Es War Zweimal“ ist eine Parodie und keine sanfte. Die Geschichte spielt in einer fiktiven Stadt, der es eindeutig besser ginge, wenn sie nicht von Bürokraten, Gier und kurzsichtiger Politik beherrscht wäre. Tatsächlich könnte man sagen, dass die Stadt einen intensiven Spiegel unserer gegenwärtigen Gesellschaft darstellt, die stets ihren eigenen Schwanz jagt.
Du möchtest Einfachheit? Hier wird sie verkompliziert. Warum die Wirklichkeit sehen, wenn die die Müdigkeit überwiegt? Die Hauptpersonen sind zwei Männer, die ihre verschiedenen Ansätze und Philosophien gegenüber der chaotischen Welt darstellen. Oder einfacher gesagt, sie sind konträre Symbole, die unseren mangelnden Mut und den Verlust von Idealen in einer übersättigten Welt darstellen.
Warum das? Nun, weil es den Irrsinn der Menschheit widerspiegelt, der die heutigen Gesellschaften so prägnant prägte wie nie zuvor. Während einer Zeit, als alle an absoluter Ideologie interessiert waren, entschied sich Ende dafür, die Absurdität der absoluten Systeme herauszustellen. Überraschung: Der Kaiser neigt immer noch dazu, nackt zu sein, auch wenn niemand es sagt.
Wenn du auf die Szenerie schaust, siehst du nicht mehr nur eine Stadt, du siehst eine kritische Botschaft. Die Ereignisse werden nicht chronologisch und linear erzählt. Das ist Absicht, um die Farben des Lebens zu zeigen, die wir nur allzu oft verpassen. Was auf den ersten Blick chaotisch erscheinen mag, ist in Wirklichkeit ein Bild der Realität.
Nun könnte man argumentieren, die Freiheits-Kulturreden seien das Bindeglied, doch sie scheinen mehr wie eine Antithese zu heutigen „progressiven“ Ideologien. Wie oft sind wir bereit, die Wahrheit zu schlucken, wenn sie uns nicht schmeckt? Nie zuvor wurde diese Frage besser aufgezeigt, ja, geradezu frech in die Gesichter der Leser gespiegelt. Niemand wird verschont.
Endes Konfrontation mit dem Alltäglichen und das Spiel mit den traditionellen Narrativen sind ein mächtiger Kommentar zu sozialen Strukturen. Es ist kein geheimes russisches Roulette, sondern eine laute Ansage gegen das, was Menschen in ihrem Wahnsinn als richtig anzusehen neigen.
Es ist ein Buch, das Mut braucht, um gelesen zu werden. Ja, es erfordert Ausdauer und die Fähigkeit, gegen die Flut der Konformität zu schwimmen. Wer bereit ist, die Kritzeleien der politischen Landschaft zu lesen, wird aufdecken, warum der Verlust von Werten unserer Zeit ein so katastrophales Ergebnis beschert hat.
Zumindest kann das Buch als Anstoß verwendet werden, um die Blätter des eigenen Denkens umzudrehen. Doch Vorsicht, es könnte unerwartete Einsichten bringen, die nicht jeder gerne akzeptiert. Man könnte meinen, das sei der wahre Grund, warum triviale Ideologien ein solches Hoch im Mainstream haben.
Während also einige vielleicht versuchen, die Komplexität der Erzählung als verwirrend abzutun, wird jeder, der ein Auge für die subtile Satire besitzt, die Tiefgründigkeit erkennen. Die Wahrheit versteckt sich in den Details.
„Es War Zweimal“ mag vor Jahrzehnten geschrieben worden sein, aber seine Relevanz wirkt, als wäre es gestern gewesen, dank seiner Ecken, die stets ein wenig spitzer sind als die glattgebügelten Theorien eines Elfenbeinturms im Sumpf des existierenden Selbstverständnisses.
Selbst in einer Welt, die gern in simplen Dichotomien denkt, verpasst man leicht den Punkt, dass Wahrheit manchmal genau das Gegenteil von dem ist, was uns erzählt wird. Vielleicht ist das der Witz bei der ganzen Sache: Das Märchen erzählt die Wahrheit, während die Realität sich als das eigentliche Märchen herausstellt.