Warum Liberale beim Hören von 'Erweiterungen' politisch tanzen könnten

Warum Liberale beim Hören von 'Erweiterungen' politisch tanzen könnten

Lonnie Liston Smiths Album 'Erweiterungen' aus dem Jahr 1975 sprengt musikalische und politische Grenzen mit seinem einzigartigen Mix aus Jazz-, Funk- und Soul-Einflüssen.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wenn Sie jemanden sehen wollen, der mit einem verwirrten Gesichtsausdruck zu subtilem Jazz-zerschreddern anfängt, dann spielen Sie das Album 'Erweiterungen' von Lonnie Liston Smith für Ihre liberalen Freunde. Der Jazz-Pianist Lonnie Liston Smith brachte 1975 das Album 'Erweiterungen' auf den Markt. Es war der Ort, wo konventionelle Jazz-Töne durch kosmische Vibes erleuchtet wurden. Das Album wurde in den USA veröffentlicht und seine Klänge spiegelten die Zeit wider, als Freiheit nicht nur ein politisches Schlagwort war, sondern ein Gefühl, das mit jeder Note vermittelt wurde. Es ist die Musik, die nach Freiheit ruft und sich gegen die erdrückenden Ketten der Gleichmacherei unseres modernen Lebens stellt.

Nun, der Jazz mag elegant und unaggressiv erscheinen, aber vorsichtig: 'Erweiterungen' ist kein Stück des üblichen Hintergrund-Jazz, der im Rauch von Coffeeshops verloren geht. Dieses Album fordert seine Zuhörer auf, sich tiefer mit sich selbst auseinanderzusetzen – ohne dabei ein höheres Wesen anzurufen oder sich in eine endlose Meditationssitzung zurückzuziehen. Es ist nicht nur ein Aufruf, sondern eine Aufforderung. Smith war ein Pionier des sogenannten 'Cosmic Jazz', und in 'Erweiterungen' öffnet er die Tür zu Sphären, in die gewisse Mitglieder unserer Gesellschaft selten wagen.

Wie scharf kann Jazz mancherorts sein? Man nehme nur das überaus spannende 'Expansions', das Herzstück des Albums. Ein fröhlicher, treibender Funky-Groove, der einen beinahe zwingt, von der Couch aufzustehen und das Tanzbein zu schwingen. Der Titeltrack verwandelt Jazz aus einer verkopften Angelegenheit in ein vibrierendes Erlebnis, das nicht ignoriert werden kann, insbesondere nicht, wenn man die Ohren für die politischen Untertöne öffnet, die in den Lücken zu finden sind. Dieser Groove, meine Damen und Herren, ist der kurze Weg zur Freiheit.

'Erweiterungen' ist ein Produkt seiner Zeit. Smith hatte die visionäre Weitsicht, über den musikalischen Horizont zu schauen. Oder noch präziser: darüber hinaus. Eine solche musikalische Freiheit scheint heute fast bedrohlich, in einer Zeit, in der der Drang nach Einheitlichkeit jeden kreativen Funken im Keim ersticken kann. Aber Lonnie, der musikalische Visionär, will sagen: Denk größer, träume höher, hör breiter! Die Schranken, die so manche politische Agenda setzen will, werden in diesem Jazzstück zerschmettert.

Natürlich ist nicht alles Jazz in diesem Album. Smith injiziert seine Kompositionen mit Soul, Funk, und eine Prise von psychodelischem Rock – ein wilder Mix, der Heute genauso frisch klingt wie in den 70ern. Man kann förmlich den Duft von Freiheit riechen, wenn Saxophon- und Trompeten-Soli beginnen. 'Erweiterungen' bietet minutiöse Arrangements und musikhistorische Referenzen, die nicht überbewertet werden sollten. All das in einer Zeit, als die Schlaghosen Modewellen schlugen, und der amerikanische Traum erweiterte Träume zuließ.

Erinnern Sie sich an 'Summer Nights'? Es ist mit seinem schweißtreibenden, funky-Ausbrüchen für all jene, die die Sommerlaune auch im Winter behalten möchten, ein musikalisches Meisterwerk, das sich in die Gehörgänge einbrennt. Seien Sie gewarnt: Dies ist keine nostalgische Reise, sondern ein bewußtseinserweiternder Tempowechsel, der dazu einlädt, den richtigen Weg in einer Welt zu finden, die oft nicht weiß, was sie will.

Smith war nicht nur Musiker, er war ein Architekt des Klangs, ein Konstrukteur von Utopien, die jeder für sich selbst entdecken muss. Obwohl die Umstände sich weiter ändern können, bleibt eines klar: Die wahren Botschaften und die wahren Ausdrücke, wie man sie in Alben wie 'Erweiterungen' hört, überdauern Debatten und gehen über die Tagespolitik hinaus.

Vielleicht könnte man meinen, Jazz wäre ein Relikt der Vergangenheit, aber wie Smith zeigt, ist guter Jazz zeitlos. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass diese tiefen Schwingungen mehr Visionären einen Platz bieten als der sich drehende politische Wind, der so manchen manch Reichtum verspricht, sie aber nicht liefert. Lonnie Liston Smiths 'Erweiterungen' erinnert uns daran, dass wahre Freiheit nicht versprochen, sondern gefühlt werden sollte, dass sie nicht geschenkt, sondern selbst erarbeitet wird und dass die Wahrheit, so sehr sie auch von bestimmten Agenden vermieden werden könnte, sich trotzdem Bahn bricht.