Warum kennt keiner Engelbert Kaempfer? Dieser deutsche Arzt, Naturforscher und Entdecker, der im späten 17. Jahrhundert lebte, hätte längst ein Held für seine Entdeckungen und Forschungen werden sollen. Kaempfer war kein Mann, der in die Norm passte, er war ein unerschütterlicher Geist, der seine eigenen Wege ging. Geboren im Jahr 1651 im westfälischen Lemgo, machte er sich einen Namen durch seine Reisen nach Persien, Indien, Südostasien und, am bemerkenswertesten, als einer der wenigen Europäer, die das verschlossene Land Japan besuchen durften. Doch trotz seiner bedeutenden Entdeckungen und der Tatsache, dass seine Studien den Westen erst mit der Kultur und Natur Japans bekannt machten, bleibt er ein wenig beachtetes Genie.
Kaempfer war kein Zauderer. Schon von seiner Jugend an folgte er seinem unstillbaren Wissensdurst und es zog ihn in die Ferne. In einer Zeit, in der Reisen noch Monate oder sogar Jahre dauerten und die Unwägbarkeiten groß waren, scheute er keine Mühe, Wissen zu erlangen. In Persien beispielsweise, nutzte er seine vortrefflichen Sprachkenntnisse, um tief in die Geheimnisse der persischen Kultur und Medizin einzutauchen. Doch es war seine Zeit in Japan, die ihm eigentlich ewigen Ruhm hätte einbringen müssen. Als Mitglied einer niederländischen Handelsdelegation war er einer der ersten Europäer, dem es gestattet wurde, den Boden Japans zu betreten und seine Eindrücke festzuhalten. Seine Werke, insbesondere "The History of Japan", zählen heute zu den ersten und ausführlichsten Berichten über japanische Kultur, Geschichte und Botanik.
Man stelle sich mal vor! Ohne Internet, ohne Google Übersetzer, mitten in einem Land mit völlig fremden Traditionen und einer schwer erlernbaren Sprache. Doch Kaempfer ließ sich nicht entmutigen. Er lernte Japanisch, überprüfte sorgfältig Quellen und verfasste schließlich die grundlegendsten Werke über Japan. Und wissen Sie was? Das Wissen, das wir heute über die Ginkgo-Biloba-Pflanze haben, geht im Wesentlichen auf die Erkenntnisse Kaempfers zurück. Ja, denken Sie mal daran, wenn Sie das nächste Mal an Pseudowissenschaft glauben und herausfinden wollen, wie Sie gesünder leben können.
Mit der Genauigkeit eines wahren Wissenschaftlers beschrieb er Details der japanischen Medizin, ihrer Architektur und der Struktur der Regierung. Er analysierte alles mit einem unvoreingenommenen Auge. Doch was ist passiert? Jahrzehnte lang verstaubten seine Werke in Bibliotheken und waren nahezu vergessen. Warum erlehren wir nicht in unseren Schulen mehr über solche historischen Figuren anstatt uns über geschichtslose Phrasen und ideologische Nebelkerzen zu echauffieren, die von der linksliberalen Elite immer wieder gezündet werden?
Und dann wäre da noch Kaempfer der Sammler. Er war nicht einfach nur ein Forscher, sondern hatte das Faible für botanische Präzision. Seine Beschreibungen von Pflanzen und Tieren aus den verschiedenen Regionen der Welt erweiterten das europäische Wissen über die Natur maßgeblich. Er brachte zahlreiche Zeichnungen und Skizzen mit, die noch heute von Botanikern bewundert werden. In Kaempfers Reisen und Schriften zeigt sich die pure Zielstrebigkeit einer Epoche, die vom Geist der Aufklärung geprägt war. Ein Mann, der mit starkem Willen und harter Arbeit den Vorhang zu den Geheimnissen des Ostens zur Seite zog.
Doch was in der heutigen Erziehungspolitik über Kaempfer gesagt wird, ist kaum der Rede wert. Stattdessen überlassen wir das gesunde Mass an Wissensdurst einer degenerierten Politik, in der alles in kurzen, einprägsamen Slogans heruntergedampft wird. Stellen wir uns lieber mal der Frage, was ein Pionier von Kaempfers Format in der kontemplativen Hängematte unserer modernen Bildung wohl auszurichten hätte.
Was wir bräuchten, wäre mehr von diesem unermüdlichen Forscherdrang in unserer Gesellschaft. Kaempfer ist das Beispiel dafür, dass man Grenzen überwinden kann, wenn man den Willen dazu aufbringt. Analysieren wir lieber die Antriebskräfte, die einen Menschen aus der sicheren Behausung Westfalens nach Japan treiben, in eine Welt, die völlig unbekannt war. Denn eins ist klar: Die Wertschätzung für Wissen und die Leidenschaft für Wahrheitsfindung sind unverzichtbare Grundpfeiler einer stabilen und fortschrittlichen Gesellschaft.
Engelbert Kaempfer, ein Forscher, dessen Werke und Entdeckungen viele Jahre später anerkannt wurden, ist eine Inspiration für all jene, die den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen. Es ist an der Zeit, dass wir uns erinnern und aus der Geschichte lernen, wie er den Weg zur Erkenntnis für künftige Generationen ebnete. Ein Pionier, dessen Name in die Geschichtsbücher gehört.