Enfield Automobil: Ein Wutbürger auf vier Rädern

Enfield Automobil: Ein Wutbürger auf vier Rädern

Enfield Automobil ist ein britisches Elektroauto aus den 1970er Jahren, das etablierten Benzinautos den Kampf ansagte und damit Pioniere wie Tesla vorwegnahm. Doch nicht alle erkannten den revolutionären Geist hinter diesem Technikwunder.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

In der Welt der Automobile gibt es viele, die sich über Effizienz und Zukunftsfähigkeit ereifern, doch nur wenige können auf eine so spannende und kontroverse Geschichte zurückblicken wie der Enfield Automobil. Dieses britische Fahrzeug eroberte in den 1970er Jahren nicht nur die Straßen, sondern auch die Gemüter von Auto-Fans, die genug von den damaligen Spritfressern hatten. Wer glaubt, dass Elektroautos erst seit gestern in Mode sind, liegt völlig falsch.

Der Enfield 8000, ein Elektroauto made in Britain, wurde zwischen 1968 und 1977 hergestellt und fand spezifische Fans, die mit einer ordentlichen Portion Pioniergeist und einer Vorliebe für die Technik des kleinen Jungen versehen waren. Wo? Natürlich in Großbritannien, auf den grau verhangenen Inseln, wo die Menschen geschichtsträchtigen, pragmatischen Lösungen allesamt den Vorrang geben. Wenn man von wahren Innovationen spricht, dann muss auch der Enfield 8000 erwähnt werden. Warum? Nun, in Zeiten, in denen das Wort Umweltschutz nicht nur ein Lippenbekenntnis vor einer aufgeregten, grün angehauchten Meute war, sondern tatsächlich Fortschritt bedeutete, stellte dieser kleine Kerl seine Konkurrenz in den Schatten.

Erst nachdem man den Enfield 8000 genauer unter die Lupe nimmt, offenbart sich die Genialität hinter seiner Konstruktion. Unter dem Blech nämlich verbarg sich ein 8 kW-Motor, begleitet von einer Reihe absurder, aber dennoch zukunftsträchtiger Eigenheiten: robuste Bleiakkus, die den Fahrerlust an das Autofahren in einer anderen Dimension knoteten. Von 0 auf sagenhafte 77 km/h in einer Zeit, die Tag für Tag neue Rekorde hätte brechen können, doch in einer Ära, wo Geschwindigkeit nicht das einzige Maß aller Dinge war.

Ja, die Liberalen, mit ihren selbstgerechten Forderungen nach Umweltschutz und Nachhaltigkeit, wären sicher überrascht zu erfahren, dass die Briten bereits vor Jahrzehnten die Spielregeln neu definierten und ein Fahrzeug schufen, das schon damals die goldenen Stäube der Zukunft einatmete. Statt elektronischen Spielereien setzten sie auf pure, kalte Effizienz und Verlässlichkeit, was man von den heutigen allzu elektrifizierten, hypermodernen Kisten nicht unbedingt behaupten kann.

Ein weiterer Clou? Der Enfield war klein, knubbelig und ein Paradebeispiel britischer Sparsamkeit; in einem Land, das seine Hingabe zur Pragmatisierung längst vor der Grünen Revolution entdeckt hatte. Seine Reichweite von rund 64 Kilometern mag auf manch unvorbereiteten Besserwisser zunächst erbärmlich wirken, aber in den Gefilden einer dichtbesiedelten Stadt, insbesondere in London, bot er alles, was ein bekennender Fahrer im urbanen Dschungel brauchte. Sozusagen ein Triumph konservativer Ingenieurskunst.

Man stelle sich nun die Gesichter vor, die auf britische Parkplätze blicken und sehen, wie sich dieser kleine Automobilisten-Kämpfer zu den ganz großen Interkontinentalboliden gesellte. Es war, als hätte man David in eine Versammlung von Goliaths geworfen, und er war bereit, sie zu beschämen. Denn mit seiner angemessenen Ladezeit und den Farn-tauglichen Proportionen verkündete er seinen Herrschaftsanspruch über jede noch so knorrige Asphaltfläche.

Doch dürfen wir auch die visionäre Einsicht nicht vergessen, dass Enfield, als perfekter kleiner Start-up-Rebell, im wachen Geiste britischer Ingenieure entstand – man probierte, tüftelte, verschlimmbesserte; all das in einer Epoche, die den Kauf eines Teslas ebenso unmöglich machte, wie dem Mond ein Fahrrad zu schenken. Und bevor jemand ruft, dass der Enfield längst zum alten Eisen gehört, sollte man bedenken, dass seine Konzipierung jene leuchtende Fackel war, die heutigen E-Autos den Weg ebnete.

So steht der Enfield Automobil heute sinnbildlich für eine vergessene Ära der Ehrfurchtslosigkeit, als Experimente nicht zur reinen PR-Show verkommen und Gründungsgedanken noch im Wettstreit mit dem Aufbruch in eine noch buntere Zukunft rangen. Darum bleibt der Enfield 8000, ungeachtet seiner Verbreitungsquote, eine Ikone. Ein Auto, das etwas sagen wollte – obwohl es am Ende, wie wir alle, unterging. Aber, wie so oft, floriert das Richtige im lichten Schatten der Geschichte.