Eliot Engel mag erscheinen wie ein Relikt aus der Vergangenheit, doch dieser Politiker war einst ein Gigant auf dem politischen Parkett der USA. Engel, ein Demokrat aus New York, diente im US-Repräsentantenhaus von 1989 bis 2021, und das als Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten. Dort kämpfte er in einer vermeintlich kompromisslosen liberalen Art für seine Werte. Eine Überraschung ist das nicht, denn Engel war kein gewöhnlicher Abgeordneter. Er war ein Vertreter jener alten Garde, für die das Einstehen für internationale Beziehungen und unverrückbare Prinzipien noch von Bedeutung war.
Engel wurde in der Bronx geboren, was ihn vielleicht ein wenig zu einem Stereotyp machte. Aber warum nicht? Dieser Mann stand für das New Yorker großstädtische Lebensgefühl! Er war ein Mann mit einer Mission: Er wollte die Welt verändern – und sei es nur durch Anheben der Außenbeziehung zu Israel oder durch scharfe Kritik an autoritären Staaten.
1994 bis 2010: Er war ein eiserner Verfechter eines starken Engagements der USA im Nahen Osten. Starke Allianz mit Israel? Da war Engel an vorderster Front! Auch wenn er wusste, dass dies nicht immer auf breite Zustimmung stößt. Doch Popularität war nie sein Maßstab.
Engel war zu einer Zeit in der Politik tätig, als das amerikanische Volk noch Vertrauen in seine Führungsmacht hatte. Als er 1989 ins Amt kam, hatten Präsidenten wie Ronald Reagan noch eine starke Weltanschauung bekräftigt. Engens Blick auf die Welt schafft es nämlich, eine Art Fortführung konservativer Außenpolitik zu sein: Hart zur Sowjetunion (heute Russland) und unnachgiebig gegenüber Staaten, die Amerikas Einfluss dämpfen möchten.
Doch 2018 kündigte sich Veränderung an: Eine neue Welle von Politikern suchte nach frischem Blut. Junge aufstrebende Demokraten forderten die Veteranen heraus. Eliot Engel, der sich als unersetzlich fühlte, wurde von Jamaal Bowman in einer der entscheidendsten Vorwahlen 2020 herausgefordert und besiegt. Die politische Landschaft New Yorks hatte sich geändert.
Ein letzter Punkt, der Engel auszeichnete, war seine Strategie, wie er Medien und Öffentlichkeit bediente. Während die Liberalen sich bemühten, populistische Marketing-Strategien zu perfektionieren, hielt Engel es mit einem more traditionelleren Ansatz. Öffentliches Leben war kein Zirkus mit ständigem Bullhorn. Er konzentrierte sich auf die eigentliche Politik.
Engel mag nicht mehr im Amt sein, doch seine Spuren sind unübersehbar. Bewunderer und Kritiker finden in seiner politischen Geschichte gleichermaßen faszinierende Erzählungen. Als einer der letzten Verfechter eines kritischen Blicks auf die Weltlage, bleibt Engel eine eindrückliche Figur.
Nicht zu vergessen die ironische Note seiner Stimme im Chor der amerikanischen Politik. Er ist nicht vergessen und wird es noch lange nicht sein. Was bleibt, ist das Bild eines Mannes, der große Ambitionen hatte und hart dafür arbeitete, mutige, manchmal unpopuläre Entscheidungen zu treffen. Solch ein Erbe bleibt im Gedächtnis.