Eddie ist ein Film aus dem Jahr 1996, der wohl niemanden vom Hocker hauen würde, zumindest nicht aus positiven Gründen. Geleitet von der Wirklichkeit Hollywoods, ist die Geschichte ziemlich kurios. In einer Welt, die immer obsessiv auf das Thema Vielfalt pocht, zeigt dieser Film, wie man es vielleicht nicht machen sollte. Whoopi Goldberg spielt die Hauptrolle als Edwina 'Eddie' Franklin, eine Basketball-verrückte New Yorkerin, die gegen alle Widrigkeiten zur Trainerin der New York Knicks avanciert. Aber wo bleibt denn der Spaß, wenn's mal nicht ums Gender und Etikette geht?
Der Film ist mehr oder weniger eine Komödie und sicherlich humorvoller als so manche der oberlehrerhaften Botschaften, die uns heutzutage aus Hollywood erreichen. Natürlich, Goldberg ist witzig, es gibt ein paar Lacher, aber dann ist da diese unsägliche Moralkeule, die einem den Spaß vermiest. In einer Zeit, in der politisch korrekte Botschaften beinahe obligatorisch zu sein scheinen, macht sich Eddie nahezu überflüssig.
Goldbergs Eddie wird aus einer Menschenmasse ausgewählt, um die Knicks zu coachen, weil... warum eigentlich? Die ironische Antwort wäre: politische Korrektheit. Sie soll als unkonventionelle Heldin fungieren, die das Team auf Vordermann bringt und ihnen im Prozess auch ein paar wertvolle Lektionen über Respekt und Vielfalt erteilt. Nun, es sei dahingestellt, wie realistisch diese Prämisse ist, aber erwarten Sie keine ausgeklügelten Strategien oder Intrigen – die Handlung ist einfach wie ein Schnellimbiss-Burger, wenig Nährwert, aber stillt den kurzen Hunger.
Einer der teils kurzweiligen, teils nervtötenden Aspekte hierbei ist das krampfhafte Bemühen des Films, gesellschaftliche Missstände zu thematisieren, ohne dabei wirklich tief einzusteigen. Wie ein Schnellfeuer-Vortrag über Gleichstellung: Vorhersehbar, mechanisch und dann schnell vergessen. Man fragt sich, ob dem Film mehr Tiefgang und echte Charaktermomente gutgetan hätten. Aber dann wären wir ja nicht mehr in Hollywoods schillernder Welt der Oberflächlichkeiten, oder?
Vielleicht bleiben manche Zuschauer wegen der ChaCha-Cha-Taktik des Drehbuchs ratlos zurück: Beziehungen werden nicht richtig entwickelt, Plotholes kommen direkt vom Reißbrett und die versuchten Dramen sind so flach wie ein leergefahrener Basketball. Eddies unbeholfener Start als Coach ist vielleicht ganz nett, aber das ist es dann auch schon. Sobald die Grundidee etabliert ist, zieht der Film einfach seine Checkliste der Klischees ab, während der Zuschauer vage unterhalten wird.
Trotz alledem blitzen gelegentlich Momente von Charme und Herz durch. Vielleicht liegt der Wert des Films eher darin, dass er ein vehikelhaftes Abziehbild seiner Zeit repräsentiert. Eine Ära, die versuchte, Inklusion in den Mittelpunkt zu stellen, während sie gleichzeitig oft in ihren Stereotypen gefangen war. Der Film bleibt daher ebenso eine Rückblende wie ein Spiegelbild jener unvergesslichen 90er Jahre in der Popkultur.
Am Ende mag Eddie nicht viel mehr als eine Fußnote in der Filmgeschichte sein, ein trillernder Versuch, das Basketball-Fieber mit Mainstream-Elementen zu kombinieren. Ein Unterfangen, das zwar brav den Regeln seiner Zeit folgt, ohne aber in bleibender Erinnerung zu bleiben. Während die einen einfach die nostalgische, komödiantische Note lieben werden, sehen andere darin nur ein weiteres, vergessenswertes Stück celluloïde Zeitverschwendung.