Eclecta klingt wie der Name einer exotischen Frucht, ist aber tatsächlich ein „kreativer“ Sammelbegriff für Menschen, die ihrem Leben eine Prise von allem und nichts hinzufügen möchten. Es liegt im Trend, all das aufzunehmen, was die traditionellen Werte herausfordert. Hier treffen Informationen aus der Kunstszene, das Schaffen von Schlagzeilen in sozialen Netzwerken und die Behauptung, „alles sei möglich“ aufeinander. Der Ursprung von Eclecta ist schwer zu datieren, aber in den städtischen Enklaven der letzten zwei Jahrzehnte gefiel dieser Lebensstil besonders gut.
Das Konzept von Eclecta bedeutet, dass Wissenschaft und Rationalität zugunsten von allem, was „cool“ oder „anders“ erscheint, ignoriert werden können. Es geht von der Annahme aus, dass es keine festen Regeln gibt und dass Individualität in ihrem fehlinterpretierenden Sinne verehrt werden sollte. Ein überragendes Beispiel hierfür ist die Modewelt. Kleidung, die einst wegen ihrer Praktikabilität und ihres gesunden Menschenverstandes ausgewählt wurde, hat sich in ein Spektakel aus Schockwert und Verwirrung verwandelt. Man könnte meinen, man habe ein psychedelisches Kunstwerk statt eines hemdsdärmeligen Hemdes oder einer Jacke gesehen.
Auf den ersten Blick mag Eclecta wie ein positiver Ausdruck des persönlichen Stils erscheinen. Doch der unerklärte Schaden ist die Abschaffung eines jeden Standards. Nichts ist mehr heilig; alles kann beliebig verändert werden, solange es dem selbsternannten kreativen Anspruch genügt. Alte Tugenden, wie Verantwortlichkeit und Konsequenz, sind in einem Eclecta-Leben kaum degradiert und stehen oft stillschweigend am Rande.
Ein weiteres typisches Merkmal des Eclecta-Stils ist die Musik. Traditionsreiche Musikgenres und klassische Harmonien sind abgelöst worden von einer Kakophonie, die, wenn überhaupt, nur mit Mühe als Kunstwerk durchgehen könnte. Es ist ein wirres Aufeinanderprallen von Tönen und Rhythmen, bei dem jeder falsche Ton als „mutiger Ausdruck“ verkauft wird.
Warum erlangt Eclecta aber solch eine Anziehungskraft? Die Antwort könnte in der modernen Konsumkultur liegen, die das Besondere schätzt – selbst auf Kosten des Verstandes. In einer Welt, die von Informationsüberflutung und einem Übermaß an Meinungen gekennzeichnet ist, scheint Eclecta die Geschmäcker derer zu bedienen, die sich in all dem Lärm Gehör verschaffen wollen.
Ein weiteres Problem: Die Reichweite der modernen sozialen Medien hat die Anziehungskraft von Eclecta zusätzlich verstärkt. Ständig auf der Suche nach dem, was das nächste große Ding sein könnte, greifen Menschen bereitwillig nach dem Einzigartigen, auch wenn es nicht von Bestand ist. Schnelllebige Trends verwässern die Bedeutung von bleibenden Werten weiter.
Die farbenfreudige Politikwelt leidet ebenfalls unter dem Einfluss von Eclecta. Eher als sich inhaltlich substanziellen Debatten zu widmen, wird politische Erfahrung oft zugunsten von Oberflächlichkeit und Medienspektakel zurückgelassen. Dies schafft eine verheerende Landschaft, in der das, was einmal als ernsthafte Auseinandersetzung galt, nun als Ligne in der Komödie anmutet.
Eclecta könnte als eine Metapher für etwas viel Größeres gesehen werden. Es reflektiert eine inzwischen tief verwurzelte Lebenseinstellung, die pragmatische Strukturen ablehnt. Die Römer hatten den berühmten Satz „Brot und Spiele“; wir haben heutzutage „Likes und Shares“. Letztlich liegt der Schwerpunkt jedoch auf der Huldigung einer Oberflächlichkeit, die an so vielen Ecken sowohl Herz als auch Anstand verlieren lässt.
Wenn wir uns entscheiden, in der heutigen Zeit „eigenen Weg zu gehen“, sollten wir zumindest abwägen, ob der Weg, den wir beschreiten, einen substanzlosen Ausdruck von Stil nachahmt oder ob wir sinnvolle Entscheidungen treffen. Schließlich ist nicht jede Abweichung von der Norm automatisch ein Zeichen des Muts oder der Erfindungsgabe. Manchmal sind Traditionen nicht da, um uns zu behindern, sondern um uns zu führen.