Zukunftsvision oder realitätsferner Alptraum?

Zukunftsvision oder realitätsferner Alptraum?

"Die Form der Dinge, die kommen werden" ist ein bahnbrechender Science-Fiction-Film von 1936, der in einer Welt spielt, die von futuristischen und gesellschaftspolitischen Visionen geprägt ist.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Filmklassiker, die sich mit der Zukunft auseinandersetzen, gibt es viele, aber "Die Form der Dinge, die kommen werden" ist eine Ausnahmeerscheinung, die 1936 das Licht der Welt erblickte. Der Streifen, dessen Konzept aus der Feder des visionären H.G. Wells stammt, setzte zur Premiere einen Meilenstein im Science-Fiction-Genre, indem er nicht nur mit futuristischen Ideen, sondern auch mit knackigen Dialogen zu politischen und gesellschaftlichen Fragen der damaligen wie zukünftigen Zeit aufwartete. Wenn das nicht genug ist, um Interesse zu wecken, worum geht es in diesem Meisterwerk? Der Film spielt in einer fiktiven Zukunft in der Metropole Everytown, das zu Beginn einer zerstörerischen Weltkrise steht, die Gesellschaft und Technologie in ihre Einzelteile zerlegt.

Es ist erstaunlich, wie viele sich die Fiktion dieses Films nur allzu leicht als überaus pessimistisch vorstellen. Warum? Weil die Realität uns zeigt, dass wir die Fähigkeit haben, uns selbst zu zerstören, und Wells wollte das vor Augen führen. Ein globaler Krieg, der 1970 beginnen und mehrere Jahrzehnte andauern soll, hört sich bedrohlich an, aber angesichts der menschlichen Tendenz, Konflikte zu suchen, fast schon realistisch. Nun, stellen Sie sich eine Zeit der Verwüstung vor, die zu einer post-apokalyptischen Welt führt – klingt das nicht irgendwie vertraut?

Der Film entfaltet eine Geschichte, in der jegliche Ordnung zusammenbricht, und die Menschheit, zu ihrer Ur-Destruktivität zurückkehrend, eine Epoche der Dunkelheit erschafft. Doch das Schicksal nimmt eine Wendung, als eine neue Weltordnung mit dem Namen "Wings Over the World" auftaucht, die Frieden und Wissenschaft propagiert. Klingt komisch, wie der moderne Drang, alles zu regulieren, nicht wahr?

Diese "Wings Over the World" werden als Retter dargestellt, wobei zahlreiche Köpfe in der realen Welt lieber in den Boden stecken würden, als sich mit der bitteren Wahrheit auseinanderzusetzen: Eine kleine Menge an Kontrolleure entwerfen eine neue Ära, indem sie Technologie und Bildung für sich nutzen. Ein Elitenclub, wenn man so will, der entscheidet, wem der Zugang zur Technologie gewährt wird. Finden Sie das nicht heute wieder?

Jetzt fragen Sie sich, was das für unsere moderne Welt bedeutet. Der Film argumentiert, dass gesellschaftlicher Fortschritt nicht durch den Willen der Mehrheit, sondern durch eine auserwählte Gruppe von Vordenkern erzielt wird – ein Gedanke, der auf offensichtlichen Wohlstand klingt, jedoch in der Realität schlichtweg nach dystopische Überheblichkeit riecht. Ein Szenario, in dem künstlicher Frieden ohne freien Willen existiert.

Der Film zeigt, wie Allianzen von schattenhaften Führern ohne demokratische Kontrolle eine balkanisierte Welt kontrollieren können. Fast wie heutige "Experten", die ohne Mandate Entscheidungen treffen. Die autoritäre Vision, dass Wissenschaft und Disziplinierung die ultimativen Wege zum Wohlstand seien, klingt in modernen Ohren wie Musik, richtig? Doch schlittert man so nicht in eine Art "Vogtsland" der Politik?

Der Menschenbild-Kollaps in einer suchenden Zivilisation ist der Höhepunkt in diesem Stück Filmgeschichte. Der Weckruf, dass Fortschritt nicht entgegen jedem individuellen Wunsch eingeführt werden sollte, lässt einem Schauer über den Rücken laufen. Der Zukunftsgedanke wird schnell zu einem Alptraum, wenn die einzige Vision von einer Handvoll Idealisten stammt. Erinnern Sie sich daran, wie einige politische Ströme heutiger Zeit fast wie ein Echo aus der Stimme von "Die Form der Dinge, die kommen werden" erscheinen.

Die Pioniere von Everytown sind gespannt darauf, die nächste Grenze zu erreichen, aber zu welchem Preis? Freiheit, Individualität und das natürliche Streben nach Unabhängigkeit werden gegen eine vorgeblich sicherere, gleichmäßigere Weltordnung eingetauscht. Was für eine verlockende Vision sie einem durch den Kopf geht, richtig? Doch das Markenzeichen der menschlichen Natur ist die Überwindung von Widrigkeiten, nicht die strikte Kontrolle durch einige.

Und während die Filmkritiker und Philosophen darüber debattieren, ob solche Zukunftsvisionen Richtigkeiten oder Fehltritte der Geschichte sind, bliebe bei normalem Bürgerinnen und Bürger genug Unsicherheit. "Die Form der Dinge, die kommen werden" bleibt ein oft zitiertes Beispiel für einen Blick auf die Zirkularität der Menschheitsgeschichte.

"Die Form der Dinge, die kommen werden" ist und bleibt ein wichtiger Baustein der Filmgeschichte. Die Gedankengänge, die er initiiert, sind trotz der Jahrzehnte, die vergangen sind, noch immer brisant und relevant, vor allem in einer Welt, die künstliche Intelligenz und fast dystopische Technologie zunehmend als Allheilmittel sieht.

Visionär oder realitätsfremd? Die Frage bleibt oft unbeantwortet, aber der Film zeigt, dass der Kurs, den wir als Gesellschaft nehmen, sowohl im Einklang mit den Hoffnungen als auch den Ängsten vergangener und zukünftiger Generationen stehen könnte.