Warum jeder Konservative 'Die Argonauten' auslacht

Warum jeder Konservative 'Die Argonauten' auslacht

'Die Argonauten' von Maggie Nelson ist ein überambitioniertes Werk voller gender-theoretischer Floskeln, das mehr zur Erheiterung als zur Bildung beiträgt.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wer keine Lust auf langweilige Gender-Debatten hat, der sollte sich 'Die Argonauten' von Maggie Nelson schnappen und einfach drauflos lachen. Das 2015 in den USA veröffentlichte Buch wurde von der Autorin, die im liberalen Denk-Kosmos zuhause ist, als eine Art Manifest für Abweichler der traditionellen Geschlechterrollen formuliert. Ein Blick darauf zeigt jedoch schnell, dass es sich dabei um eine überkandidelte Ansammlung von Wörtern handelt, die anscheinend nur dazu gedacht sind, das Stiftungsvermögen von Universitäten zu rechtfertigen.

  1. Ungewöhnlicher Mix aus Memoiren und Theorie: Maggie, warum dieser Versuch? Ein Memoirenbuch, das sich mit philosophischen und queer-theoretischen Ansprüchen mischt, schadet mehr, als es hilft. Der Versuch, sich über Gender- und Identitätsfragen zu äußern, wird zu einer endlosen Aneinanderreihung von Ego-Proklamationen. Der Leser bleibt mit nichts außer schwindelerregendem Kopfschütteln zurück. Man kann es kaum ernst nehmen, wenn jemand so angestrengt verspricht, alles anders zu machen.

  2. Der liberale Wunschtraum: Nelson's Porträt von Familie und Identität legt einen Gemüsegarten voller verrückter Ideen an, die nur in der idealistischen Gedankenwelt der Liberalen existieren können. Anstatt sich mit bodenständigen Tatsachen zu beschäftigen, flüchtet sich das Werk in Themen wie Genderfluidität und alternative Lebensentwürfe. Es ist offensichtlich, wie realitätsfern diese Vorstellungen sind und wie wenig sie in der echten Welt funktionieren.

  3. Übermäßiger Jargon: Es scheint kaum überraschend, dass das Buch mit einem Übermaß an akademischem Jargon aufwartet, der ohnehin nur zum Wichtigtun 사용 wird. Begriffe, die außerhalb der politischen Theorie und Gender Studies keinen Platz finden, sind hier an der Tagesordnung. Diese Versuche, den Leser mit Komplexität zu beeindrucken, schlagen fehl und enttarnen eher den inhaltlichen Mangel.

  4. Egozentrischer Zugang zu Beziehungen: Nelson beschreibt ihre Beziehung mit ihrer Partnerin auf eine Weise, die wirkliche Nähe völlig außen vor lässt. Das egozentrische Verständnis von Liebe und Partnerschaft lässt keinen Platz für Koexistenz – ein Trittbrett für das Überlegenheitsgefühl des modernen Individualisten.

  5. Selbstbezogenheit als Katalysator: Bei so vielen Passagen, die das Ich und nicht das Wir in den Mittelpunkt stellen, fragt man sich, ob 'Die Argonauten' mehr eine Beichte des Selbst als eine gemeinschaftliche Diskussion sein soll. Selbstbezogenheit durchzieht den Text wie ein roter Faden und rückt die wohl gemeinten gesellschaftspolitischen Spekulationen in den Hintergrund.

  6. Abenteuer ohne Richtung: So wie die Argonauten den Weg gesucht haben, so irrt Nelson in einem unendlichen Labyrinth geistiger Irrgänge. Die thematische Zerstreuung hilft niemandem dabei, eine klare Linie zu finden. Die ständige Suche nach neuen Ansichten und experimentellen Lebensformen stiftet mehr Verwirrung als Klarheit.

  7. Der Werthorizont wird vernachlässigt: Die breite Diskussion über Gender und Identität vernachlässigt die grundlegenden Werte, die jede stabile Gesellschaft braucht. Verantwortungsbewusstsein, Beständigkeit und klare Rollenbewusstheit, die Werte, die solide Familien und Gesellschaften formen, fehlen völlig. Manchmal denkt man, die Argonauten hätten bei der Suche nach dem goldenen Vlies bessere Ideen gehabt.

  8. Realitätsferner Idealismus: Jeder Giornalista weiß: ohne klare Grundlagen und Ideen bleibt auch der kühnste Idealismus substanzlos. Die Fiktion, dass jeder seine Identität nach belieben ändern kann, ist in Wirklichkeit eine Illusion. Es klingt für den nachdenklichen Leser mehr nach einem Ausweichen vor echten Problemen.

  9. Emotionales Pingpong-Spiel: Nelson spricht über Mutterschaft und persönliche Veränderungen, aber Geschick im Umgang mit Gefühlslagen sieht anders aus. Es scheint als ob, Emotionen aufgerollt und wieder zerquetscht werden, um eine persönliche Agenda zu verfolgen.

  10. Früher war nicht alles besser, aber strukturierter: 'Die Argonauten' beleuchten ein Lebensgefühl, das weder Vergangenheit noch Zukunft berücksichtigt. Ehe und Identität, suggeriert Nelson, seien flexibel wie nie zuvor. Wahrlich ein Trugschluss, wenn wir auf die Hürden blicken, denen sich die Gesellschaft dabei gegenübersieht.

Es bleibt zu hoffen, dass Lesende genug vom Rausch der Gedankenspiele genossen haben, um nun zu bodenständigen Werten und strukturierten Gesellschaftsidealen zurückzukehren – Werte, die nicht jeden Tag umgeschrieben werden sollten.