Die Abgeschriebenen: Eine unbequeme Wahrheit

Die Abgeschriebenen: Eine unbequeme Wahrheit

Die 'Abgeschriebenen' sind die Menschen, die vom liberalen Mainstream ignoriert werden. Sie kämpfen um Anerkennung und thematisieren die Missstände in unserer Gesellschaft.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Die Abgeschriebenen: Ein Titel, der fast voyeuristisch klingt, wie ein düsterer Roman von Orwell, aber es ist die Realität, mit der sich Deutschland heute auseinandersetzen muss. Wer sind diese "Abgeschriebenen"? Es sind die Männer und Frauen, die vom liberalen Mainstream vergessen oder absichtlich ignoriert werden. Diejenigen, deren Interessen politisch danebengegangen sind. Ist das nicht ironisch, dass eine Gesellschaft, die sich selbst als aufgeklärt und tolerant bezeichnet, Gruppen von Menschen aus ihrem Diskurs ausschließt? Die Abgeschriebenen könnten irgendwo in Deutschland leben, von einem arbeitslosen Elektriker in Duisburg bis zu einer alleinerziehenden Mutter in Chemnitz, die trotz größter Anstrengungen nicht über die Runden kommt.

Was brachte uns dazu? Ist es nicht die lahme Politik, die mit großer PR-Maschinerie die Zustimmung der urbanen Elite anstrebt und dabei den Rest der Bevölkerung ignoriert? Man braucht nur einen Blick auf die Regierungspolitik der letzten Jahre zu werfen, um zu erkennen, dass ihre glänzenden Versprechen nichts anderes als leere Phrasen sind. In einer Welt, in der "Gleichberechtigung" nur ein Codewort für bestimmte Gruppen ist, deren Interessen mit voller Lautstärke vertreten werden, bleiben andere still. Die liberale Ideologie hat längst den Kontakt zur Realität verloren und widmet sich ihren eigenen elitären Träumen.

Denken Sie an die Debatten über Migration und Sozialleistungen. Es wird viel über die Notwendigkeit gesprochen, "neue Mitbürger" zu integrieren und sie quasi sofort in das Herz unseres Systems willkommen zu heißen. Doch wo finden die Menschen, die seit Generationen hier leben, in dieser Debatte ihren Platz? Nicht bei den "politisch Korrekten" dieser Welt. Die Abgeschriebenen sind oft die, die mit höherer Kriminalitätsrate, sozialem Wohnungsbau und einer sich verschlechternden Infrastruktur konfrontiert werden. Was macht die Politik? Sie nimmt ihre Mißstände einfach hin, ergeht sich in theoretischen Diskussionen und beschäftigt sich mit der Umverteilung von Wohlstand, ohne dass der Alltag der Vergessenen besser wird.

Nun fragt man sich, wo die Moral tatsächlich geblieben ist. Die, die Tag ein, Tag aus die Straßen dieser Nation sauber halten, die Felder bestellen oder tagein, tagaus im Industriegebiet schuften; diese Helden des Alltags sind die Einsamen, die kein Lob und keinen Dank bekommen. Ihr Schicksal hat in den geschlossenen Kreisen der Politik keine Anwälte.

Man könnte sagen, dass wir uns in ruhigeren Zeiten wähnen. Dennoch bleibt die Frage, wann die Abgeschriebenen sich Gehör verschaffen werden. Sie sind nicht still, weil sie glücklich sind. Sie sind still, weil sie resigniert haben. In einer Gesellschaft, die vor lauter politischer Korrektheit blind geworden ist, werden die Realitäten des einfachen Bürgers übersehen, weil der Fokus anderswo liegt. Jeder kann sich die schönen Zahlen auf Statistiken ansehen oder hohle Parolen nachplappern. Aber wenn die Kinder dieser Abgeschriebenen unter fehlenden Bildungsressourcen leiden oder nicht selten gewalttätige Schulumfelder erleben, wer beachtet dann ihre Stimmen?

Diese Betrachtung mag provokant erscheinen, aber sie ist nötig. Die Anerkennung dieser Realität sollte nicht übersehen werden, nur weil es unbequem ist. Denn wie immer gilt: Wer die Vergangenheit vergisst - oder schlimmer noch, ignoriert - ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. Wir stehen an einem Scheideweg, an dem es Zeit wird, dass Politik nicht im Elfenbeinturm betrieben wird, sondern endlich pragmatische Lösungen zur Verbesserung der Lebensumstände dieser stummen Mehrheit gefunden werden.

Letztlich ist die Verantwortung eine gesamtgesellschaftliche. Eine aufgeklärte und zukunftsorientierte Nation wird nicht nur an ihren Parolen gemessen, sondern an ihren Taten. Es wird Zeit, die verborgenen Stimmen dieser Nation zu hören und den "Abgeschriebenen" eine echte Chance zu geben. Ob dies durch den politischen Willen oder durch den öffentlichen Druck geschieht, bleibt abzuwarten. Eins ist aber sicher: Die Abgeschriebenen sind mehr als eine Fußnote in den Annalen der Geschichte. Ihre Zeit wird kommen.