Oh, Dick Sargent. Der Name mag bei jüngeren Generationen nicht klingeln, doch er war ein fester Bestandteil des amerikanischen Fernsehens in den 60er und 70er Jahren. Geboren am 19. April 1930 in Carmel-by-the-Sea, Kalifornien, wurde Sargent durch seine Rolle als der zweite Darrin Stephens in der erfolgreichen TV-Serie "Verliebt in eine Hexe" (im Original: "Bewitched") berühmt. Er trat die Nachfolge von Dick York an und spielte von 1969 bis 1972 in der beliebten Show. Doch der Mann hinter der Rolle war weit mehr als nur ein Schauspieler.
Sargent war bekannt für seinen charmanten, wenn auch unorthodoxen Lebensstil. Während er auf der Leinwand als der typische amerikanische Ehemann porträtiert wurde, führte er privat ein Leben, das in jenen Jahren alles andere als typisch war. Offensichtlich wurde er von Hollywood ausgenutzt, aber er ließ sich davon nicht unterkriegen. Ein wahrer Überlebenskünstler der Branche! Besonders seine politische Einstellung und seine Offenheit darüber, dass er homosexuell war, machten Schlagzeilen.
Wer könnte vergessen, wie Sargent als einer der ersten Hollywood-Schauspieler an die Öffentlichkeit trat, um seine Sexualität zu kommentieren? Es war 1991, und er kämpfte gegen das Mainstream-Denken, das damals viele nicht akzeptieren wollten. Er verließ seine Haustür und zeigte Hollywood, dass er stolz und kompromisslos war. Menschen wie Sargent halfen, die Schreie derer zu verstärken, die den Mut hatten, das bequeme, stereotype Hollywood zu durchbrechen. Kein Wunder, dass er auch der Co-Großmarschall der Lesben- und Schwulenparade in Los Angeles 1992 war!
Doch nicht alles war glamourös. Sargents Karriere stand oft im Schatten seines persönlichen Lebens und seiner politischen Ansichten. Er war zu einer Zeit aktiv, als das Ansprechen sexueller Orientierung und politischer Einstellung als riskant galt. Aber vielleicht können die Menschen, die heute so „liberal“ sind, eine Lektion in Mut und Entschlossenheit lernen, indem sie auf die Art und Weise schauen, wie er sich gegen Widerstände stellte.
Dick Sargent schuf eine unverwechselbare Bildsprache, die seinem Publikum zeigte, wie man gegen die Widrigkeiten des Lebens kämpfen konnte - sei es in Hollywood oder in Amerika allgemein. Dabei hielt er wenig von der Vorstellung, dass Erfolg darauf basierte, sich dem Einheitsdenken zu unterwerfen. Seine Haltung war sicherlich eine, die nicht jeder verstehen, geschweige denn schätzen konnte!
Sargents Karriere endete nicht mit "Bewitched". Er bewegte sich gekonnt von einer Rolle zur nächsten und war auch im Kino zu sehen. Ja, seine Filmografie umfasste Auftritte in Filmen wie "Tödlicher Nebel" und "Mit dem Strom". Trotzdem blieb ihm das Fernsehen am nächsten. Man könnte meinen, er sei ein Chamäleon gewesen, das sich nahtlos in jede Rolle einfügen konnte, die ihm zugewiesen wurde.
Als Sargent 1994 im Alter von 64 Jahren an Prostatakrebs starb, hinterließ er nicht nur eine Karriere voller bemerkenswerter Leistungen, sondern auch ein Erbe, das seinen Fans bedeutete, zu dem zu stehen, woran man glaubt, selbst wenn es nicht populär ist. Diese Einstellung ist etwas, das auch heutzutage noch eine gewisse Anziehungskraft besitzen sollte.
Damit war Dick Sargent nicht nur einer der ersten bekannten Persönlichkeiten, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekannten, sondern auch ein Vorreiter im echten Sinne des Wortes. Der Mann hinter dem Fernseherein in „Bewitched“ war stark und furchtlos in einer Ära, als viele es vorzogen, ihre Ansichten hinter den Kulissen zu verstecken.
Dick Sargent wird, ob man ihn nun liebt oder hasst, als jemand in Erinnerung bleiben, der seine Plattform nutzte, um den Status quo in Frage zu stellen. Ein Erinnerungsstück aus der goldenen Ära des Fernsehens und ein Symbol für Aufrichtigkeit und Individualismus. Es erscheint fast ironisch, dass eine Person, deren Charakter in „Bewitched“ oft Opfer der Streiche einer Hexe wurde, in der Realität als jemand gesehen werden könnte, der sein Leben nicht von der Gesellschaft verhext lassen wollte. Sargent lebte als er selbst, sowohl vor der Kamera als auch dahinter.