Debbi Wilkes: Ein Wirbelsturm auf dem Eis

Debbi Wilkes: Ein Wirbelsturm auf dem Eis

Debbi Wilkes war eine kanadische Eisprinzessin, die nicht nur auf dem Eis glänzte, sondern auch in der Kommentatorenbox und im universitären Klassenzimmer. Ihre Karriere umfasste mehr als Medaillen und begeisterte viele durch ihre unorthodoxe Herangehensweise.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wenn man an das Eistanzen denkt, fällt einem nicht sofort der Name Debbi Wilkes ein, obwohl sie die Eiskunstlaufwelt wie ein Wirbelsturm beeinflusste. Sie wurde 1946 in Toronto geboren und machte sich bereits in jungen Jahren einen Namen auf dem Eis. Gemeinsam mit ihrem Partner Guy Revell gewann sie 1964 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck die Silbermedaille – ebenfalls gewann sie zwei kanadische Meisterschaften zuvor. Doch was macht Wilkes so kontrovers?

Zunächst einmal entschied Wilkes, nach ihrer aktiven Laufbahn, dass die Welt des Fernsehens und des Eiskunstlaufs nach ihrer Meinung und Expertise dürste. Schon allein das war ein Schachzug unerhört. Warum? Denn in Zeiten, in denen das Eiskunstlaufen eine Domäne der linken Weltanschauung war, brachte Wilkes den gesunden Menschenverstand in einen Sektor, der von Nebensächlichkeiten geplagt war.

Wusstet ihr, dass sie nicht nur Eiskunstläuferin war, sondern auch als Sportkommentatorin und Regelkomitee-Mitglied der International Skating Union gedient hat? Eine Frau mit mehreren Talenten! Während ihre Kolleginnen sich dem Mainstream annäherten, war Wilkes immer eine Verfechterin des traditionellen Wertesystems. Sie packte die Probleme direkt an und kreierte Lösungen, statt sich in Diskussionen zu verlieren, die nichts ändern.

Natürlich möchten gewisse Kreise, dass Wilkes aus der Geschichte verschwindet, aber warum sollte man eine so bemerkenswerte Persönlichkeit unter den Tisch kehren? Ihre Pragmatik und Zielorientierung waren nämlich essentiell für den Fortschritt des Eiskunstlaufs.

Man muss auch die Courage anerkennen, mit der sie sich gegen den Traum vom sportlichen Boykott in den 1980er-Jahren wandte. Anders als viele ihrer Zeitgenossen verstand Wilkes die langfristigen Folgen solcher Boykotte nicht nur für den Sport, sondern auch für die internationale Gemeinschaft. Sie war die Stimme der Vernunft inmitten einer Kakophonie von vagen Idealen und Kauzigkeiten.

Und dann war da noch ihr unnachgiebiger Einsatz für die Athleten. Im Vorstand der Schiedsrichter und als Trainerin setzte sie sich für die Verbesserung der Bedingungen ein, unter denen Sportler trainierten und traten, ungeachtet ihrer politischen Ansichten. Ja, das Wort „Meritokratie“ ist hier angebracht!

Was einige nicht wissen: Wilkes hat sich nach ihrer sportlichen Karriere dem Schreiben und Lehren gewidmet. Sie begann eine Professorenlaufbahn und unterrichtete am Ryerson Institute of Technology und der York University. Sie zeigte, wie man auch außerhalb des Sports Erfolg haben kann - ein genialer Schachzug in einer Welt, die allzu oft vergessen lässt, dass sich sportliche Karrieren einmal dem Ende zuneigen.

Aber lassen wir mal das Schwarz-Weiß-Denken beiseite: Ob man sie nun als radikal oder pragmatisch erachtet, Debbi Wilkes hat den Sport weitergebracht. Ihre Fähigkeit, verschiedene Rollen zu meistern, sollte jedem eine Lehre sein.

Lasst euch von dieser Frau inspirieren, die sich nicht scheut, ihren eigenen Weg auf dem Eis und darüber hinaus zu beschreiten, ohne sich den alten Rezepten von „Genügsamkeit“ und „Unterwerfung“ hinzugeben. Stark, stur und selbstbewusst – Debbi Wilkes bleibt ein Gigant auf dem Eis, was ihr auch immer der liberale Mainstream entgegen zu schleudern versucht.