Wer hätte gedacht, dass ein simples Kinderbuch über pubertäre Katastrophen mehr als nur ein Lesevergnügen sein könnte? Jeff Kinneys 'Das Film-Tagebuch von Gregs Tagebuch', das 2023 veröffentlicht wurde, ist ein Paradebeispiel dafür, wie man einen harmlosen Klassiker in ein fragwürdiges filmisches Abenteuer verwandeln kann. In einer Welt, wo klare Werte und Traditionen dringend benötigt werden, trottet 'Das Film-Tagebuch von Gregs Tagebuch' den bekannten liberalen Hollywood-Pfad entlang und vergisst dabei jedes Element von Disziplin und Anstand.
Das Konzept beginnt harmlos: Greg, der chaotisch-lustige Protagonist, dokumentiert sein neues Abenteuer, in dem er zur Abwechslung seine schüchterne Seite zeigen könnte. Aber nein, Hollywood verwandelt es in ein weiteres chaotisches Spektakel, das mehr Chaos fördert als aufräumt. Sicher, das mag für manche Kinder unterhaltsam erscheinen, doch es sendet letztlich die falsche Botschaft: Alles geht, und nichts hat Konsequenzen.
Erstmal das Offensichtliche: Der Film liebt seine Subplots, egal ob sie Sinn machen oder nicht. Anstatt sich ehrlich mit den Widrigkeiten eines durchschnittlichen Teenagers auseinanderzusetzen, rennt die Geschichte ziellos von einem überdrehten Szenario ins nächste. Als ob die Welt dies gerade braucht! Doch hier wird keinem Problem ernsthaft begegnet, stattdessen bleibt es bei oberflächlichen Witzen und unreflektiertem Slapstick.
Ein weiterer Punkt, den wir nicht ignorieren können, ist das enorme Missverständnis dessen, was Humor sein sollte. Der Film ist so sehr darauf aus, alle zum Lachen zu bringen, dass dabei jeder Funke von Moral und wahrer Bedeutung verloren geht. Man könnte meinen, in einer Zeit der massiven gesellschaftlichen Umbrüche wäre ein bisschen mehr Rückbesinnung auf die guten alten Werte angesagt.
Und wer, so lautet die große Frage, trägt die Verantwortung für dieses kulturelle Desaster? Eine Industrie, die Profit über den Inhalt stellt, könnte eine Antwort sein. Natürlich finden wir in den gut verschnürten PR-Paketen der Studios keinen Mangel an Rechtfertigungen, warum diese Art von Filmen das Licht der Welt erblicken sollte. Die Wahrheit? Es geht um Geld, und Kreativität bleibt oft im Stich.
Nicht zu vergessen ist die eindimensionale Darstellung der Charaktere. Auch wenn der Hauptfokus auf Greg liegt, die Nebendarsteller sind kaum mehr als Staffage. Die Figurenentwicklung hat sich offensichtlich nach einem Schema von einer Checkliste gerichtet. Authentizität und Tiefe? Fehlanzeige. So bleibt der Zuschauer letztlich mit einem Haufen unglaubwürdiger Charaktere zurück, die lediglich dazu da sind, die Lücken zwischen den Gags zu füllen.
Ein weiteres Problem, das man nicht ignorieren kann, ist der Mangel an Vorbildern. Greg und seine Clique bieten nur infantile Streiche und den Drang, immer mit dem einfachsten Ausweg davonzukommen. Diese Art von Vorbildlichkeit ist kaum etwas, das Eltern für ihre Kinder hoffen. Doch auch hier zeigt sich, warum 'Das Film-Tagebuch von Gregs Tagebuch' ein kultureller Rückschritt ist.
Schließlich kommen wir dann auch zur Krux, warum das Ganze auf so vielen Ebenen schief geht. In einer Zeit, in der man festere moralische Standpunkte einnehmen sollte, bietet dieser Film genau das Gegenteil: schnellen Spaß, schnelle Gags und am Ende? Keine Konsequenzen. Bei aller Lust auf Komik bleibt der Rückblick auf tugendhafte Lehren auf der Strecke. Und so ist 'Das Film-Tagebuch von Gregs Tagebuch' letztlich keine Hommage an die Buchreihe, sondern ein Symbol für die Talfahrt der gegenwärtigen Medienlandschaft.
Vielleicht sollten wir uns einmal mehr echte, substanzielle Inhalte wünschen. Inhalte, die nicht nur darauf abzielen zu unterhalten, sondern die tatsächlich bereit sind, zu erziehen und inspirierende Geschichten zu erzählen. Bis dahin bleibt dieser Film nur ein weiteres Beispiel für das verfehlte Ziel, mittels Medien Dinge zum Besseren zu bewirken.