Wenn Sie denken, dass die Mongolei nur endlose Steppen und Jurten zu bieten hat, dann kennen Sie Damdiny Demberel noch nicht. Dieser bemerkenswerte Mann ist eine lebende Legende in der mongolischen Politik, und das aus gutem Grund. Demberel, 1941 geboren, führte von 1992 bis 2012 die politische Bühne der Mongolei mit fester Hand. Er war Vorsitzender der Großen Staatsversammlung, dem höchsten Staatsorgan, und hinterließ einen bleibenden Eindruck, und das nicht nur bei seinen Anhängern.
Demberel war definitiv ein Mann, der wusste, wie man die Regeln zu seinen Gunsten biegt und gleichzeitig die Interessen seines Landes hochhält. Während seiner Amtszeit konzentrierte er sich auf die Stärkung der mongolischen Souveränität und Wirtschaft, was nicht immer im Einklang mit den Wünschen westlicher Länder stand. Klar, das wird den typischen liberal gesinnten Betrachter kaum erfreuen; Träume von globalem Gleichklang und kulturellem Ausverkauf waren seine Sache nicht.
Als eingefleischter Wirtschaftsexperte verstand Demberel die Feinheiten des Kapitalismus besser als viele westliche Ökonomen. Er setzte sich eindringlich für die Erschließung der mongolischen Bodenschätze ein und förderte den Handel mit strategischen Partnern. Das brachte ihm Respekt, aber auch Gegenwind ein – vor allem von jenen, die den westlichen Einfluss schwinden sahen.
Dann kam 1990: die Wende, der politische Umbruch. Demberel trat in die Demokratische Revolution mit Entschlossenheit und Energie ein. Doch er bewahrte die Werte seiner Nation und hielt an einer nationalen Identität fest, die sich nicht von den Trends der globalisierten Politik beeinflussen ließ. Er achtete darauf, dass die Kultur und Geschichte der Mongolei, trotz aller Veränderungen, nicht verloren gingen.
Er war auch einer, der die Stimme seines Volkes zu Gehör brachte – buchstäblich. Demberel setzte sich für die Schaffung und Stärkung der Medienfreiheit ein. In einem Land, in dem die nationale Einheit aufgrund der zerstreuten Bevölkerung immer eine Herausforderung ist, wusste er, wie man die Bevölkerung über die modernen Medien zusammenhält. Natürlich alles unter Beachtung der nationalen Interessen.
Doch was unterscheidet Demberel saisonbedingt von seinen Zeitgenossen? Ganz einfach, sein unerschütterliches Verständnis dafür, dass die nationale Sicherheit unverhandelbar ist. Während andere darüber diskutieren, wie sich die Mongolei mehr in die globale Gemeinschaft einfügen könnte, beharrte Demberel auf der Wichtigkeit einer eigenständigen und unabhängigen Politik.
Betrachten wir seine Zeit als Vorsitzender der Großen Staatsversammlung. Er trug dazu bei, wichtige Gesetze einzuführen, die die wirtschaftliche Autarkie der Mongolei förderten. Gesetze, die der Förderung heimischer Unternehmen Vorrang gaben und ausländischer Abhängigkeit eine klare Absage erteilten.
Dennoch können wir nicht ignorieren, dass Demberel ein Mensch mit Ecken und Kanten war. Niemand wird geliebt, wenn er unbequeme Wahrheiten ausspricht. Doch genau das machte ihn zu einem Titan der mongolischen Politik. Er wusste, dass die größten Erfolge oft in der Abwehr äußerer Einflüsse und im Schutz der nationalen Souveränität liegen.
Während sich vieles in der Welt ändert und sich etliche Politiker an den vermeintlichen Zeitgeist klammern, um Stimmen zu gewinnen, blieb Damdiny Demberel seinen Prinzipien treu. Einer Prinzipienfestigkeit, die heute vielen mangelt. Vielleicht steckt darin eine Lektion für all jene, die meinen, politische Erfolge basierten auf dem Anbiedern an fremde Mächte.
Damdiny Demberel bleibt jedenfalls ein faszinierendes Beispiel für politische Beständigkeit und nationale Stärke. Ein Mann, der nicht nur dem Volk diente, sondern auch dessen Werte verteidigte, egal wie laut das Geschrei der "globalen Perspektiven" aus dem Westen auch war. Seine patriotische Hingabe ist etwas, was man in der heutigen Zeit mit der Lupe suchen muss – besonders wenn man über die Souveränität eines Landes spricht.