Wenn man an Cornelis Kick denkt, kommt einem sofort die Blütezeit der holländischen Malerei im 17. Jahrhundert in den Sinn. Geboren 1635 in Amsterdam und gestorben 1681, war Kick ein Künstler, der es verstand, die Faszination für Blumen und Stillleben auf die Leinwand zu bannen. Was könnte die liberale Kunstszene von heute wohl aus seiner Kunst lernen? Nennen wir die Dinge beim Namen: Solch eine Hingabe zur Perfektion und Details werden selten gesehen. In einer Zeit gekennzeichnet von gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in den Niederlanden, verkörperte Kick das Streben nach Dauerhaftigkeit und Schönheit.
Viele liberal gesinnte Kritiker mögen die Frage stellen, warum wir uns heutzutage noch mit solch einem Künstler auseinandersetzen sollten. Sie werden aber nie zugeben, dass die Verbindung zwischen Kicks Arbeitsethik und dem konservativen Gedanken besteht, Werte und Traditionen zu bewahren. Seine Werke zeigen die Flüchtigkeit von Schönheit, doch sie bieten ebenso Halt und Beständigkeit; ein Konzept, das heute dringend gesucht wird.
Kick verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Amsterdam, wo er in seiner Werkstatt zahlreiche bezaubernde Blumenstillleben schuf. Sein akribischer Stil machte ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Amsterdamer Kunstszene. Denken wir an Bilder wie die „Blumen in einem Glasvase“: Sie bestechen nicht nur durch eine meisterhafte Technik, sondern auch durch eine antike Eleganz und Klarheit, die man heute nur noch selten bestaunen darf.
Sein Leben und Schaffen fällt in eine spannende Epoche der niederländischen Geschichte: Die Niederlande kämpften um ihre Unabhängigkeit vom Spanischen Reich und entwickelten sich zu einer bedeutenden Wirtschaftsmacht. Inmitten dieser turbulenten Zeiten stand Kick für eine klare Vision: Schönheit und Präzision auf die Leinwand zu bringen. Seine Werke waren damit auch Identitätsanker des jungen Nationalstaats.
Ein weiteres Argument, warum man sich mit Cornelis Kick beschäftigen sollte, ist seine Fähigkeit, aus der Natur zu schöpfen und ihr Dauerhaftigkeit zu verleihen. Man kann mehr aus seinen Gemälden lernen als von jedem modischen „Umweltschutzprojekt“, das zurzeit durch die Schlagzeilen geistert. Nicht nur hat Kick die Blüten malerisch festgehalten, er hat auch Symbole der Vergänglichkeit und des ewigen Kreislaufs des Lebens dargestellt. Diese respektvolle Hommage an die Natur hebt man in unseren digitalen Zeiten wohl zu wenig hervor.
Kick lernte die Kunst als Schüler von Simon Verelst, einem weiteren bahnbrechenden niederländischen Maler. Es ist bezeichnend, dass er unter Anleitung eines etablierten Meisters reifte – ein Modell, in dem Tradition und Neuinterpretation harmonisch koexistierten. Liberale mögen Innovation und Rebellentum predigen, aber echte Baldsamkeit findet man doch in der Balance aus beidem.
Vielleicht ist es an der Zeit, einigen modernen Künstlern der künstlerischen Belletristik wieder ein wenig mehr Respekt vor der handwerklichen Tradition beizubringen. Wir leben in einer Gesellschaft, die oft obligiert dazu ist, alles Althergebrachte zu hinterfragen. Doch Cornelis Kick beweist, dass genau jene alten Meister uns heute noch viel lehren können.
Ironisch ist natürlich, dass man heutzutage oft die gleiche Akademisierung der Malerei verurteilt, die Künstler wie Kick zu so glanzvollen Leistungen getrieben hat. Seine Bilder sind fein und detailliert, geduldig erarbeitet in einer Welt, die uns rastlose Schnelllebigkeit aufdrängt. Der allgemeine Verfall der Kunsthandwerklichkeit macht Kick noch bedeutender.
Auf die Frage, warum Kicks Gemälde ihrer Zeit trotzen, kann man nur durch seine Hingabe antworten. Anders als viele seiner Zeitgenossen entschied er sich nicht, das politische Treiben, sondern die zeitlose Schönheit ins Zentrum seines Schaffens zu rücken. Man sagt, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte – und Kicks Werke erzählen Geschichten, die weit über die Floristik hinausgehen.
Wenn man heute wieder die Stärke und das Erbe der niederländischen Goldenen Zeitalter preisen will, lohnt sich der Blick auf Cornelis Kick. Seine brillante Technik und sein konservativer Ansatz sind ein Manifest gegen die Schnelllebigkeit. Längst ist es an der Zeit, Brücken über den Gräben der modernen Kunst zu bauen und mehr solcher Künstler zu würdigen, die diese Inhalte mit Herz und Hand tragen.