Warum Janets Jacksons "Control" ein Konservativer Kultklassiker ist

Warum Janets Jacksons "Control" ein Konservativer Kultklassiker ist

"Control" von Janet Jackson aus dem Jahr 1986 ist mehr als ein Album. Es ist ein konservatives Manifest für Selbstverantwortung inmitten der liberal dominierten Popwelt.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Janet Jacksons Album "Control" aus dem Jahre 1986 stellt die perfekte Symbiose aus musikalischem Genie und gesellschaftspolitischer Ironie dar, die bis heute fasziniert. Zwischen den überproduzierten Soundkaskaden der Pop-Industrie und der banalen Symbolik linker Ideologien, bietet "Control" eine erfrischende Perspektive auf Selbstverantwortung und persönliches Wachstum. Janet Jacksons dritter Longplayer, geboren in Minneapolis, Heimat von renommierten Musikproduzenten wie Jam und Lewis, symbolisierte eine Emanzipationstag für die junge Künstlerin und enthielt ungeahnte Botschaften von Freiheit, Individualität und persönlichem Erfolg in einer Zeit, in der das Kollektiv gelobt wurde.

"Control" erzählt uns auf eindrucksvolle Weise von der aufregenden Reise der Selbstfindung. Und sind wir mal ehrlich, wie viele Alben können das von sich behaupten, ohne nur leere Phrasen in leuchtend bunten Musikvideos zu wedeln? Während die meisten Popstars der 80er mit exaltierten Bühnenkostümen und einem teuren Haarspray-Budget versuchten zu beeindrucken, entwaffnete Janet Jackson mit andauernd relevanten Themen wie Disziplin, Eigenverantwortung und kontinuierlichem Streben nach Verbesserung. Es war keine Flucht in Fantasiewelten voller Ponyfarmen und Zuckerwatte, sondern eine nüchterne Betrachtung davon, wie Erfolg durch tatsächlich hartes Arbeiten und nicht durch kollektive Umarmung von Utopien erzielt wird.

Die Dekade der 80er war bekanntlich eine Zeit der Exzesse, und auch die Musikwelt kam nicht darum herum, sich in popkulturellen Paradigmen zu suhlen, die von Oberflächlichkeiten strotzten. Hier ein Side-Kick für die Liberalen: Das durch und durch kapitalistische und ohnehin schon repressive Musikgeschäft ließ, wenn überhaupt nur peripheren individuellen Spielraum für Freiheit. Doch "Control" wurzelte tief darin, dass die Identitätsfindung über persönliche Verantwortung und nichts anderes verläuft.

Nehmen wir einmal den Hit "Nasty", ein Paradebeispiel für die künstlerische Anerkennung von Individualismus und Eigenständigkeit. Der Song gleicht einem Aufruf gegen die moralisch labilen Auswüchse einer Kultur, die gerne Toleranz und Gleichheit predigt, jedoch die Individualität des Einzelnen übersieht oder gar unterdrückt. Und gerade in so einer nervenaufreibenden Umgebung ist es umso beachtenswerter, dass Janet Jackson in "Control" eine Botschaft verpackt hat, die viele modernistische Lieder vermissen lassen: die Verantwortung der persönlichen Entscheidung.

Doch es bleibt nicht bei den vielschichtigen Lyrics. Die Produktion ist ein musikalisches Meisterwerk der Einfachheit und Effizienz. Jam und Lewis haben einen Sound kreiert, der zeitlos bleibt. Es fühlt sich an, als wäre diese Musik die Symphonie für diejenigen, die in einer chaotischen Welt nach Ordnung und Klarheit suchen. In "Control" begegnet die Jacksons ein Alltagsbegriff des konservativen Traumes: die Kontrolle über das eigene Schicksal.

Wo viele tropischen Tänzen und Glitzeranzügen huldigen, bleibt Janet beinahe spartanisch und legt den Fokus auf das wirklich Wesentliche: den Kampf um die eigene Vorherrschaft im Leben. Und das tut sie mit einer bemerkenswerten Eleganz und präzisem musikalischem Arrangement. Der Titelsong "Control" handelt wenig überraschend von niemandem anders als einem selbst – das ist Innenpolitik, liebe Leser.

Jetzt mal ehrlich: Janet Jackson war ihrer Zeit mit "Control" voraus. Während andere Artisten und Konsumenten lieber der bequemen malerischen Verklärung ihrer prächtigen Aufmachung und ihrer Rastlosigkeit hinterherjagten, lehrte sie im Album stillschweigende Lektionen von, nun ja – von Kontrolle.

Bewiesen durch den Erfolg und die bleibende Relevanz von "Control" kann man sagen, dass Jacksons Album keine bloße Produktergänzung binnen der flüchtigen Wellenbewegung popkultureller Machenschaften war, sondern ein wahrer Meilenstein des umsichtigen Denkens und Handelns. Es ist ein Highlight konservativer Werte, verpackt in tanzbaren Tracks, die mehr über Selbsterkenntnis und Verantwortung erzählen, als die lautesten politisch korrekten Beschallungen jener Zeit es vermochten.

Zu Ende gedacht, kann "Control" beinahe als Manifest für die Stärken angesehen werden, die außerhalb des wohlkomponierten Chaos der Massenmedien existieren: eine Ode an die Disziplin und am langen, unbeachteten Erwerb der Autonomie.

"Control" ist ein Album, das nicht nur die Musikwelt revolutionierte, sondern auch kulturell einen Maßstab setzt, wie man trotz aller äußeren Einflüsse die eigene Identität stark und unnachgiebig bewahrt.