Wenn Geschichte auch ein gutes Buch ist, dann ist Charles Middleton, 2. Earl of Middleton, ein spannendes und strittiges Kapitel darin. Geboren im Jahr 1649 in Schottland, machte sich Middleton einen Namen als Diplomat, Soldat und loyaler Jakobit, der mit seiner unverblümten Haltung zweifellos die empfindlichen Nerven heutiger progressiver Geister strapazieren würde. Als überzeugter Unterstützer der Stuart-Dynastie leistete er unerschütterlichen Widerstand gegen die Erwerbssucht der Glorious Revolution von 1688.
Charles Middleton war kein Mann der halben Sachen. Der Sohn des ersten Earl of Middleton, John Middleton, erbte nicht nur einen Titel, sondern eine loyale Verpflichtung gegenüber den Stuarts. Während der turbulenten Zeiten der Monarchie hatte er keine Angst, sich für die Rückkehr von König James II. ins Zeug zu legen, während viele andere den Weg des geringsten Widerstandes gingen. Keine Frage, das war ein Mann, der wusste, was Integrität bedeutet, ein Wort, das einigen unserer Zeitgenossen anscheinend fremd ist.
Das Abenteuer begann jedoch in Frankreich. Es mag paradox erscheinen, dass dieser überzeugte Schotte 1688 im Exil in Saint-Germain landete, doch er blieb seinem Weg treu und wurde als Sekretär von König James II. in Frankreich zum zentralen Berater des Exilhofes. Dies war kein Zuckerschlecken – eher eine fehlerfreie Absage an Launen oder Opportunismus. Für Middleton war Verrat nichts anderes als eine hässliche Karikatur, zementiert in den Marmor von Saint-Germain. Ob er in Venedig um Diplomatie buhlte oder in Versailles mit den Mächtigen taktierte, seine Loyalität war unerschütterlich. Wer kann das heutzutage schon von sich behaupten?
Middleton war kein Skrupelpolitiker, sondern ein Mann der Überzeugung. Er verschleuderte seine Integrität nicht für politische Zwecke und stellte das Recht einer Krone über persönliche Eitelkeiten. Als England sich in einem Wirbel aus politischer Fluktuation befand, stritten die Torys und Whigs unaufhörlich, doch Middleton hielt es wie ein Fels aus Granit: James II. war sein Monarch. 1713, in der Ära der diplomatischen Verhandlungen und Waffenschleiferei, trat er als britischer Premierminister von Spanien auf und stützte die Interessen der Jakobiten. Er riskierte mehr als bloßes Vermögen; er brachte sein gesamtes Leben ins Spiel.
Gehört ein solcher Charaktertyp nicht längst in nationale Erinnerungen? Völlig unbeeindruckt von der Meinung der selbsternannten moralischen Eliten, kämpfte Charles Middleton um das, woran er wirklich glaubte: die Monarchie. Man kann von ihm lernen, was es heißt, sich einem größeren Ziel zu verpflichten, etwas, das heutigen Möchtegern-Idealisten problemlos abhanden geht.
Im Jahr 1719 starb Charles Middleton in Frankreich, als ein Mann, der sowohl stolz als auch unbeugsam in seinen Überzeugungen war. Sein Wirken und seine Leidenschaft mögen nicht jeden mit Begeisterung erfüllen, doch seine unermüdliche Hingabe für die Monarchie stellt alles andere als eine Fußnote in den Annalen der Geschichte dar. Obgleich einige seine Versuche als vergeblich abtun mögen, kann niemand bestreiten, dass seine Taten nachhaltige Konsequenzen für das Schicksal der europäischen Königshäuser hatten.
So wird Charles Middleton, 2. Earl of Middleton, unverändert mit einer gewissen Bewunderung betrachtet – und offen gesagt, mit einem Hauch Ehrfurcht. Im Angesicht der aggressiven Fassade politischer Korrektheit, bleibt seine Legende steinhart, ein Denkmal für alle jene, die vor Wandel und vorangehender Wahrheit nicht zurückschrecken. Welch grandioses Beispiel für Prinzipientreue in einer Zeit, die diese Tugend kaum mehr zu kennen scheint!