Cattle Call: Ein Film, den man nicht ignorieren kann

Cattle Call: Ein Film, den man nicht ignorieren kann

Cattle Call ist ein witziger Angriff auf die Konventionen der Casting-Welt, mit Thomas Ian Nicholas in einer verrückten Komödie über Hollywoods Glitzerfake, die 2006 die Kinoleinwände eroberte.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Wenn jemand mit einem trockenen Humor und einer Vorliebe für das Überzeichnen unserer Gesellschaft durch Filme jongliert, dann ist es definitiv "Cattle Call", der Film, der 2006 die Kinolandschaft eroberte und nicht wenige zum Lachen, aber auch zum Nachdenken brachte. Regisseur Martin Guigui nimmt uns mit in das schrullige Abenteuer der Casting-Welt, wo Derrick, der Verlierer par excellence, in Los Angeles seine Karriere und sein Liebesleben wiederbeleben möchte. Unterstützung erhält er von seinen ebenso comic-haften Freunden Ollie und Sherman. So unwahrscheinlich es scheint, hat dieser wenig bekannte Film eine unverkennbare Art, das Thema Hollywood-Casting aufzugreifen und gleichzeitig einen leichten Schlag gegen politische Korrektheit auszuteilen.

Nun, was ist die Essenz eines Films, der sich Cattle Call nennt? An erster Stelle geht es um das Leben von Derrick (gespielt von Thomas Ian Nicholas), der aus einer Bildhauerkarriere gefeuert wurde und jetzt in die unüberschaubare Glitzerwelt von Los Angeles eintauchen will. Seine Idee, eine Castingshow auf die Beine zu stellen, um sich selbst eine Rolle zu verschaffen, ist geradezu brillant in ihrer Absurdität. Unterstützt von zwei Kumpanen, die für ganz eigene Lachsalven sorgen, spielt sich die Handlung in einem rasanten Tempo ab.

Mit Schauspielgrößen wie Nicole Eggert und Jenny Mollen bietet der Film nicht nur die sympathischen Protagonisten, die durch all ihre Missgeschicke hindurch den Zuschauer in Atem halten. Vielmehr funktioniert "Cattle Call" als charmante Satire auf die Konventionen der Casting-Industrie selbst. Schließlich ist nichts sicherer, als dass wir in unserer society mehr als einmal über uns selbst lachen sollten.

Besonders erwähnenswert ist die strahlend aufspielende Kaley Cuoco als Tori King. Auch sie erlebt – wie könnte es anders sein – den Irrsinn von Derrick und seiner unorthodoxen Crew aus erster Hand. Die ironischen Zwischentöne, die die Dialoge und Situationen untermalen, spiegeln die scheinbare Unbeschwertheit wider, die Hollywood gegenüber den Träumen und Illusionen von Künstlern hat.

Aber das Beste kommt erst noch: Der Film scheut sich nicht, Themen wie geschmackloses Verhalten und Täuschung der Wähler offenzulegen. Und nein, diesmal waren es keine Liberalen, die daran Anstoß nahmen, sondern diejenigen, die viel mehr die Wahrheit in humorvoller Verpackung bevorzugen. Noch besser, "Cattle Call" ermutigt uns, die vorgegebenen Standards in Zweifel zu ziehen und den Krisen der modernen Karriere orientiert gegenüberzutreten. Ein freilich seltener Ansatz im Meer der oft einseitig denkenden Filmwelten.

Spürbar sorgt der locker-leichte Film dafür, dass die Zuschauer manchmal nervös lächeln, aber öfter herzlich lachen. Man sieht, wie Derrick in einem fast unmöglichen Vorhaben, der Welt seinen Stempel aufzudrücken, auf einer Stufe mit ursprünglichen Komödien-Meisterwerken steht. Und doch, es ist eine Anerkennung an die älteren Klassiker, die dieses Genre groß gemacht haben.

In der Summe steht "Cattle Call" nicht nur für Unterhaltung pur, sondern provoziert durch seine fröhlich-makabere Art eine ganz eigene Art von Nachdenken. Denn, in der Welt, in der wir tagtäglich um Anerkennung ringen, ist nichts spannender als die Tatsache, wie viele "Bulls" es im "Cattle Call" wirklich gibt. Es ist eine Frage, die selbst Derrick manchmal über den Tellerrand hinaus blicken lässt, ohne Angst sich in einem gelegentlich zu großen Selbstbild zu verlieren.

Deshalb, wenn Sie das nächste Mal nach einem Film suchen, der mehr als nur ein bisschen Lachen bietet, denken Sie an "Cattle Call". Als ein lebendiges Abzeichen für die Glitzer-Gesellschaft, die sich im eigenen Spiegel belächelt, bleibt der Film prägend und ist eine Empfehlung wert, wenn man es wagt, sich der Illusion des Konsensschaffens zu entziehen.