Carol Danvers, eine Figur im Marvel-Universum, ist wie ein Kaffee, der über Nacht stehen gelassen wurde - anfangs heiß erwartet, aber inzwischen eher kalt. Als Kampfpilotin mit Vorliebe für Gerechtigkeit tauchte sie erstmals 1968 in "Marvel Super-Heroes #13" auf. Der Titel ‚Captain Marvel‘, den sie schließlich annahm, sollte ihr Macht und Glanz verleihen. Doch anstelle dessen bringt es nur endlose Debatten darüber, ob sie wirklich als Heldin taugt oder bloß als politisches Symbol dient.
Carol Danvers war einst eine gewöhnliche, patriotische Amerikanerin, bevor ihre DNA durch den Kontakt mit einem Kree-Superhelden verändert wurde. Sie erlangte unfassbare Kräfte, die sie technisch zu einer der stärksten Figuren im Marvel-Universum machen. Sie könnte Thanos mit einem Schnipsen aus dem Universum pusten, anstatt sich nervtötend mit Empörten über Twitter zu streiten - wäre da nicht Hollywood, das die DNA der Superhelden-Filme ebenfalls verändert hat.
Die gefeierte Erscheinung von Captain Marvel in jüngeren Jahren war nicht wirklich das, was man einen Homerun nennen würde. Sicher, die Dollars strömten an die Kinokassen, aber waren das nicht dieselben Massen, die jeder Marvel-Veröffentlichung hinterherlaufen? Ob diese Summen tatsächlich die Bestätigung ihrer Superhelden-Qualitäten sind oder schlicht Ergebnis guter Marketingtaktiken mit der liberalen Agenda im Hinterkopf - das muss man selbst entscheiden.
Und dann ist da die Narrative. Muss denn wirklich jede Superheldin eine übertriebene feministische Wortführerin sein? In den Comics der 1970er Jahre war Carol Danvers ein erfrischender Charakter, emanzipiert, aber nicht übertrieben. Leser fanden das reizvoll. Heute wirft ihr Namenswechsel von Ms. Marvel zu Captain Marvel mehr Fragen auf als Antworten. Soll das ein Signal für die weibliche Emanzipation sein oder nur den liberalen Image-Feldzug füttern?
Dann haben wir Brie Larson, die Schauspielerin, die einerseits als perfekte Besetzung erscheinen mag, aber ein großes Manko trägt: Sie hat es anscheinend für nötig gehalten, die Medienlandschaft mit Diskussionen zu fluten, die mehr Spaltung als Heldenverständnis fördern. Wenn Carol Danvers gesprochen hat, war es meist mit einem Lächeln von Charisma und Stärke. Larson setzt hier ein wenig andere Schwerpunkte. Nichtsdestotrotz: Sie kann fliegen, Planeten bewegen und Energieblitze schießen. Hört man auf die Zielgruppe, die in Heerscharen ins Kino pilgerte, könnte man meinen, sie würde das alles machen, während sie liberale Klischeebotschaften im Akkordsatz abschießt.
Aber worum geht es wirklich? In einer Welt voller Iron Men und Spider-Men war der nächste logische Schritt ein Captain Marvel. Der Optimismus der Figur sollte den Aufschwung bringen. Stattdessen schien es, als hätte man ein großes Versprechen aufgeladen, das dann im Nichts verpuffte. Ihre Geschwindigkeit und Stärke sollten symbolisch den Bruch alter Denkmuster illustrieren, sie bewirkten aber vielmehr eine kreative Stagnation, die mehr als einmal zeigt, dass Kraft nicht gleich Sympathie bedeutet.
Jenseits der typischen Explosionen aus ihrem doppelseitigem, farbenfrohen Kapitänsmantel stellt sich die Frage: Ist Captain Marvel wirklich das Idol, das junge Mädchen heute brauchen? In Zeiten, in denen die Konsumwelt Schreckgespenster aufbaut, die sich bei jedem Wimpernschlag ändern, fragt man sich ohnehin, ob sie ein authentisches Vorbild sein kann. In einer epischen Szene sieht sie vielleicht furchtlos aus, aber es lädt eher dazu ein, über die Echtheit und das Ziel solcher Posen zu debattieren.
Während sie im Herzen ein Krieger bleibt, könnte Carol Danvers besser genutzt werden. Wenn man ihre Wurzeln betrachtet, war sie schließlich jemand, der Modernität anstrebte, ohne dabei in der Masse aufgehen zu wollen. Die größte Herausforderung für den modernen Captain Marvel liegt womöglich darin, zu erkennen, dass Idealismus in sich eher durch Substanz als durch bloße „Buzzwords“ gestrickt werden sollte.
Die Frage bleibt bestehen: Warum sollte man sich um alle diese Faktoren kümmern? Was macht eine Comic-Figur denn so wichtig? Sie sind Kulturgut! Carol Danvers teilt den gleichen metaphorischen Krieg, mit dem Captain America im Kalten Krieg konfrontiert war - eine unterschiedliche Art von Konfrontation, aber ein Kampf um Vorstellungskraft, Werte und die Zukunft, wie eine Nation sie sieht.
Zum Schluss kann gesagt werden, dass Carol Danvers mehr ist als nur ein schimmernder Aufkleber für die nächste Filmreihe. Sie ist ein Symbol dafür, worum es im Wesentlichen geht: den unaufhörlichen Ritt durch die Straßen mehrdimensionaler moralischer Landsleute, um die wahre Bedeutung von "Held" neu zu definieren. Ein wenig weniger Show und ein wenig mehr Tiefe können so viel mehr über die Stärken einer wahren Heldin sprechen - wenn man nur den Witz verstehen möchte, der im Inneren wartet.