Der Film 'Buch der Zahlen' ist ein wahres Meisterwerk, das 2016 unter der Regie von Tim Story veröffentlicht wurde. Dieser histo-komödiantische Thriller mit Kevin Hart und Ice Cube katapultiert uns mitten hinein ins bunte Texas der 1930er Jahre, eine Ära, die von sozialem Umbruch und der vermeintlichen Emanzipation geprägt war. Die Geschichte entfaltet sich in der aufstrebenden afroamerikanischen Gemeinde mit dem Ziel, unfreundliche gesellschaftliche Strukturen herauszufordern und gleichzeitig die Ernsthaftigkeit der Rassendiskriminierung zu beleuchten.
Beginnen wir mit seiner elektrisierenden Handlung, die im besten Sinne provozierend ist. 'Buch der Zahlen' setzt auf Humor und Dramatik in gleichem Maße, was schon ein schwieriger Effekt zu erreichen ist. Die Handlung folgt zwei cleveren Buchhaltern, die nur im Kopf Zahlen jonglierten, um die besten finanziellen Entscheidungen für ihre Gemeinde zu treffen - auf legale und weit weniger legale Weisen. Eine inspirierende Erzählung, die ihre Relevanz in der heutigen Zeit nur allzu gut behauptet.
Die Charaktere und deren geschäftige Unternehmungen ziehen eine scharfe Linie zwischen cleverem Mut und riskantem Übermut. Auf herausragende Weise zeigt der Film, wie man mit scharfsinnigem Humor und scheinbar unterhaltsamer Leichtigkeit den Finger in die politisch korrekte Wunde legt. Während die Protagonisten immer wieder Schlupflöcher in den Gesetzen der Zeit finden, wird ein intellektuell-witziges Netz gesponnen und zugleich ein Spiegel auf die aktuelle Heuchelei gehalten.
Ebenso überraschend wie die Handlung selbst ist der Zeitsprung ins pralle, geschäftige Texas der 1930er Jahre. Die Zeit, als Öldollars regierten, sich aber die Rassenschranken wegen mutiger und kluger Köpfe allmählich zu lockern begannen. Doch keine Sorge, das Ganze ist mit hinreißendem Pragmatismus gewürzt und bringt mit absurden Wendungen jeden zum Schmunzeln, der bereit ist, über die satirischen Seitenhiebe hinweg zu sehen.
Zugegeben, die Darbietung ist mutig. Aber genau das lieben wir an 'Buch der Zahlen': es nimmt sich nicht zu ernst und fordert trotzdem heraus. Es gibt ein feines, unerschütterliches Selbstbewusstsein, das von den Darstellern inszeniert wird und das selbst die waghalsigsten Pläne plausibel macht. Es ist pure Unterhaltung, gepaart mit einer nicht so leisen Morallektion, die auffällig unaufdringlich vermittelt wird.
Während die Retro-Beleuchtung der gesellschaftlichen Herausforderungen zwischen gutem Geschmack und einem spielerischen Augenzwinkern balanciert, hinterlässt dieser Film eine bleibende Spur. Wer jetzt vorausschaute Diskussionen über soziale Gerechtigkeit, Privilegien und geheuchelte Toleranz erwartet, wird dauuuumm da: Es geht vielmehr um die Fähigkeit, mit Klugheit Ressourcen zu maximieren und damit das System zu schlagen.
Einen solch fröhlich-subversiven Angriff auf sozial geschlossene Ränge könnten einige als subversiv ablehnen, aber das ist pure Realität mit einem komödiantischen Pfeffer. 'Buch der Zahlen' nimmt eben die Herausforderung an, uns zum Lachen zu bringen, während wir uns peinlich berührt an ungelöste Kontroversen erinnern. Und in dieser sublimen Ironie liegt der wahre Geniestreich begraben – zu verstehen, dass wir lachen, während wir uns gleichzeitig überlegen fühlen und die Widersprüche der liberalen Schutzmechanismen enthüllen.
Natürlich gibt es immer welche, die sich an Humor, der sehr gut kalkuliert unkorrekt ist, ihren Spaß verderben wollen. Ein Film, der es versteht, die reale Schwere augenzwinkernd anzunehmen, ohne sich das Lachen verbieten zu lassen. Stellen wir uns doch die Frage: Kann man diesen Hintersinn nicht zulassen, ohne sich gleich moralisch in die Enge gedrängt zu fühlen?
In der Rückblende zu einer Zeit voller kultureller Verwirrung und heimlicher Emanzipation birgt 'Buch der Zahlen' eine klare Botschaft. Gegen alle Widrigkeiten erhobene Köpfe, die als Symbole für Mut und Entschlossenheit der Rebellion die Fackel weiter geben. Diese Helden von gestern lehren uns: Man kann das Spiel weiter spielen, aber mit genug Witz und Verstand sogar noch gewinnen. Da bleibt einem vor Lachen nur die Luft weg! Warum könnten sich Liberale über diese punktierte Erzählweise aufregen? Weil sie genau ins Zentrum vermeintlicher Tugenden trifft und klar darstellt, was wirklich zählt: Die richtige Perspektive mit einem Lächeln zu bewahren.