Wer braucht schon Greta, wenn wir Bjørn Lomborg haben? Dieser dänische Politikwissenschaftler und Autor mischt die Klimaszene seit den frühen 2000er Jahren auf, als er sein erstes Buch „The Skeptical Environmentalist“ veröffentlichte. Lomborg, der von der Copenhagen Business School stammt, argumentiert leidenschaftlich gegen die Panikmache über den Klimawandel. Er ist der Meinung, dass wir unser Geld klüger ausgeben sollten, um echte Lösungen für die Herausforderungen unserer Welt zu finden.
Lomborg ist kein typischer Umweltskeptiker, sondern ein ökonomisch versierter Kopf, der das Augenmerk verstärkt auf das Preis-Leistungs-Verhältnis der Klimapolitik legt. Während andere den Untergang der Welt durch steigende Temperaturen prophezeien, spricht sich Lomborg für einen pragmatischen Ansatz aus. Er kritisiert Exzesse und dramatische wissenschaftliche Behauptungen, die oft in den Medien als wissenschaftlich fundiertes Evangelium verkauft werden.
Lomborg hat mit seinen Büchern, darunter „Cool It: The Skeptical Environmentalist's Guide to Global Warming“, viele sowohl Bewunderer als auch scharfe Kritiker gefunden. Er gibt zu, dass der Klimawandel real ist, aber er zweifelt die Intensität der Reaktionen darauf an. Wozu Milliarden Dollar in teure und ineffiziente Technologien stecken, wenn es bessere Wege gibt, Menschen zu helfen, so fragt er provokant.
Natürlich hat Lomborg einen besonderen Platz für die Entwicklungsländer, die oft von den Klimaschutzmaßnahmen der Industrieländer benachteiligt werden. Er argumentiert, dass Ressourcen zuerst für medizinische Versorgungen, Bildung und sauberes Wasser bereitgestellt werden sollten, bevor Billionen in grüne Energieprojekte gepumpt werden.
Ein Paradebeispiel für seine Sichtweise war die Bewältigung der COVID-19-Pandemie. Lomborg wies darauf hin, dass das grassierende Missmanagement und die überbordende Hysterie mehr Schaden anrichten als die Pandemie selbst. Er hielt gegen die Massenhysterie, die die Freiheit der Bürger weltweit drastisch einschränkt. Ergebnisorientierte Argumente, die den wirtschaftlichen und menschlichen Preis von Lockdowns in den Vordergrund stellen, wurden zu seinem Markenzeichen.
Sein Augenmerk liegt auf pragmatischen Lösungen, die insbesondere langfristig Nachhaltigkeit fördern, anstatt sich von plakativen und oft missverstandenen Klimavorgaben leiten zu lassen. Lomborgs Hang zur Unbequemlichkeit macht ihn unbeliebt bei Anhängern der Mainstream-Klimaagenda, denn er ruft auf, reale Problemstellungen mit Ernsthaftigkeit statt emotionalem Alarmismus zu begegnen.
Bjørn Lomborg ist auch bekannt für seine Beteiligung am Copenhagen Consensus Center, einer Organisation, die an regierungsübergreifenden Lösungen für globale Probleme arbeitet. Das Center bietet eine Plattform, um die besten Maßnahmen zur Lösung der dringendsten Probleme der Welt zu identifizieren, vom Klimawandel bis hin zu Unterernährung. Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Disziplinen werden dazu eingeladen, datengestützte Entscheidungen zu treffen, anstatt sich von momentanen Wellen der Empörung leiten zu lassen.
Lomborgs Vision von minimalem unnötigem Aufwand ist radikal, doch trotz aller Anfeindungen bleibt er standhaft. Anstelle von „mehr, schneller, jetzt“ spricht er von „klüger, gezielter, sinnvoller“. Er steht auf gegen ideologische Natur, die ihre Argumente auf Wut und Angst gründen.
Er gibt auch wissenschaftlich fundierte Argumente dafür ab, dass die Anstrengungen, die derzeit ohne Rücksicht auf Verluste unternommen werden, tatsächlich umgelenkt werden sollten. Lomborg ist kein Klima-Leugner, was ihm oft falsch ausgelegt wird, sondern jemand, der Pragmatismus höher wertschätzt als moralische Aufrichtigkeit.
Viele seiner Kritiker werfen ihm vor, dass seine Thesen gefährlich irreführend sind und den Fortschritt aufhalten. Doch mit seiner Beharrlichkeit kommt Aufmerksamkeit. Aufsehen erregen war noch nie verkehrt, vor allem nicht, wenn es um globale Probleme geht, die ohne kalkulierte und rational durchdachte Lösungen den großen Gewinnern des Alarmsystems Tür und Tor öffnen.
Am Ende bleibt Lomborg eine der polarisierendsten Persönlichkeiten in der aktuellen Klimadiskussion. Seine Stimme ist eine Erinnerung daran, dass es mehr als nur eine Seite der Geschichte gibt, und sie ermutigt dazu, die Fakten- und Datenperspektive nicht zu vernachlässigen, selbst wenn der Mainstream etwas anderes sagt. Die Welt braucht mehr als einfache Antworten und blindes Verfolgen einer modischen Doktrin. Die Welt braucht Köpfe wie Lomborg.