Bildung Gemeinsam – klingt ja fast so, als müsste man sich vor lauter Zusammenarbeit an den Händen halten und am Lagerfeuer Kumbaya singen, nicht wahr? Doch lassen wir den Sarkasmus mal beiseite. Bildung Gemeinsam ist ein Bildungskonzept das aus Deutschland stammt und seit einigen Jahren das Ziel verfolgt, Schüler mit verschiedenen Hintergründen und Fähigkeiten gemeinsam zu unterrichten. Es ist eine Bewegung, die in den 1990er Jahren begann und heutzutage vor allem in Nordrhein-Westfalen Fahrt aufnimmt. Die Idee: Schüler jeglicher Herkunft sollen von der Vielfalt des gemeinsamen Lernens profitieren. Doch warum zählt diese Idee bei manchen als Allheilmittel?
Die Theorie: Vielfalt ist unsere Stärke. Das hört man immer wieder. Bildung Gemeinsam predigt: Verschiedene soziale, kulturelle und intellektuelle Kontexte sollen sich gegenseitig befruchten. Der Gedanke, dass jeder von jedem lernen kann, klingt nett. Doch die große Frage bleibt: Funktioniert das?
Gleichmacherei als Prinzip. Anstatt individuelle Fähigkeiten zu fördern, lässt einige die Vorstellung erschaudern, dass alle Schüler im selben Tempo lernen sollen. Vergleichsweise konservative Erziehungsansätze setzen auf individuelle Förderung und Disziplin. Aber okay, lasst uns daran glauben, dass die Elite Schüler selbstständig hochziehen lässt, oder?
Wo bleibt die Leistung? Es gibt durchaus Argumentationen, die sich für Bildung Gemeinsam gleichzeitig wie gegen Leistung orientieren. Was zählt, ist das harmonische Miteinander, nicht die Leistung Einzelner. War Schule nicht einst der Ort, wo man lernte, dass harte Arbeit belohnt wird?
Lehrer in der Zwickmühle. Ein Lehrer für 30 selbstständige Schüler mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Eine lehrmethodische Herausforderung! Doch das System sagt: Lehrkräfte schaffen das schon! Vergessen wir dabei nicht den stressbedingt hohen Krankenstand im Lehrerkollegium.
Anpassung statt Veränderung. Anstatt sich neuen Herausforderungen zu stellen und sich zu verbessern, scheint die Bildung Gemeinsam Strategie eher danach zu streben, die Schwächsten auf Kosten der Stärkeren mitziehen zu lassen. Da hilft wohlbetuchte Menschen, ihre Kinder an Privat- oder Auslandsschulen zu schicken.
Gleichberechtigung versus Bildung. Bildung Gemeinsam erhebt den Anspruch, Gleichberechtigung zu erreichen. Doch wo bleibt der Ansatz, die Bildungsqualität flächendeckend zu steigern? Alles gleich, das bedeutet im schlimmsten Fall auch gleichermaßen schlecht.
Kostenfaktor. Das Ganze wird auch finanziert – mit Steuergeldern. Großer Einsatz, doch was ist der Ertrag? Wenn die Leistung verpufft, müssen wir fragen, wo das Geld besser investiert sein könnte.
Problem Kinder? Die Glorifizierung der Vielfalt führt dazu, dass Herausforderungen oft heruntergespielt werden. Schüler mit besonderen Bedürfnissen gibt es durchaus. Konservative Alternativen setzen auf gezielte Fördermaßnahmen statt breit gestreuter Mittelmäßigkeit.
Von Deutschland in die Welt. Bildung Gemeinsam wird inzwischen vielfach als Modell exportiert. Doch ist es die Methode, die beispielsweise in asiatischen Ländern große Augen machen lässt, wenn man sich die dortigen Spitzenleistungen anschaut?
Die Handlungsachse. Die Debatte Bildung Gemeinsam vs. conservatives Bildungsideale zeigt: der Unterschied zwischen der gesunden Bewegungsfreiheit eines jeden Schülers und dem Anspruch auf Bildungsgerechtigkeit ist riesig. Aber hey, welche Rolle spielt in einer Welt in der winzige Hinterlassenschaften der 68er-Bewegung lebendig erhalten werden.
Eventuell lassen sich gewisse Aspekte von Bildung Gemeinsam kritisieren – noch viel klarer wird allerdings die Tatsache, dass der Ansatz von einer weltoffenen, bisweilen fast grenzenlos optimistischen Sichtweise auf die Bildung beruht. Ob das der richtige Weg ist, bleibt fraglich. Ganz sicher aber: eine Perspektive darauf gibt es – für jene, die nicht immer hoch und höher fliegen wollen.