Besessenheit: Das Phänomen, das heimlich unser modernes Leben infiltriert. Aber was, wenn ich Ihnen sage, dass es nicht nur um die krasse Begeisterung für die nächste Techniksensation geht, sondern sich auch in sozialen Bewegungen, politischen Kampagnen und obskuren Lebensstilen manifestiert? Die Besessenheit überflutet alles, von der kleinsten Stadt, wo Frauen dem neuesten Ernährungswahn frönen, bis zur großstädtischen Elite, die ihre Gesundheitspläne wie eine Religion predigen.
Ein Thema, das dabei besonders auffällt, ist die Besessenheit mit 'Gutmenschentum'. Wer, wann und wo das begann, lässt sich schwer festmachen, aber zweifellos hat es die westliche Kultur infiltriert. Es beginnt in Cafés voller Menschen mit Laptops und ökologischen Trinkflaschen, die sich über die neueste „soziale Verpflichtung“ austauschen, und erstreckt sich bis hin zu Mainstream-Medien, deren Berichterstattung mit moralischen Überheblichkeiten gespickt ist. Warum das passiert? Weil diejenigen, die sich selbst als moralische Kompass setzen, es genießen, anderen ihre Vorstellungen aufzudrängen.
Und wie zeigt sich das konkret? Zum Beispiel in der Art und Weise, wie manche Menschen inzwischen essen. Wie viele inzwischen angeben, vegetarisch oder vegan zu leben, ist keine einfache Wahl mehr, sondern eine Ideologie, die lauthals verkündet, dass sie die moralisch überlegene Lebensweise repräsentiert. Es reicht nicht mehr zu sagen, dass man kein Fleisch isst; es wird zur staatsmannhaften Erklärung hochstilisiert, die regelrecht nach Anerkennung schreit.
Dann ist da die grüne Energiebewegung. Während sie an der Oberfläche nobel erscheinen mag, ist die Übertreibung schnell zu erkennen. Es ist weniger eine echte Sorge um die Umwelt als politisierter Aktivismus, der oft von der Realität abgehoben ist. Anstatt pragmatische Lösungen zu finden, geht es darum, sich in Diskussionen moralisch zu erheben und zu prahlen, als handele man selbstlos. Dabei sind die Konsequenzen für den Durchschnittsbürger irrelevant – solange man selbst seine moralische Genugtuung erlangt.
Ein weiteres Beispiel der Besessenheit sind die „Einschluss“-Bewegungen. Anstatt sich auf tatsächlichen Fortschritt zu konzentrieren, etablieren sie komplexe Gedankengebäude, die nichts anderes sind als aufregende Buzzwords voller Widersprüche. Es ist schwer, über einen einzigen Stolperstein in diesen Räumen zu gehen, ohne jemandem auf die Nerven zu gehen, der sich wegen des Mangels an inklusiven Ausdrücken beleidigt fühlt. Jeder muss sich plötzlich vorsehen, als würde das Brechen eines kulturellen Tabus die Apokalypse heraufbeschwören.
Die Ironie ist enorm, denn je mehr diese Obsessionen gedeihen, desto weniger erreichen sie ihren vermeintlich hehren Zweck. Diese Moden, diese „neue“ Normalität, fordern nicht nur Konformität, sondern boykottieren auch tatsächlich sinnvolle Veränderung. Eher helfen sie zur Selbstdarstellung der moralischen Überlegenheit der neuen Eliten.
Wirklich auffällig ist, dass diese Obsessionen von einer lauten Minderheit gepusht werden, deren Einfluss unverhältnismäßig groß erscheint, dank der Macht der sozialen Medien. Sie lautieren Aufrufe zum Boykott oder warnen hysterisch vor vermeintlich destruktiven Trends, die alles andere als destruktiv sind; wenn überhaupt, lenken sie uns von wesentlichen Problemen ab.
Es stellt sich die Frage, ob uns dieser gefährliche Umstand nicht letztendlich in die Falle lokt. Es geht um den kollektiven Wahn, dass solche Narrativen unbedingt unterstützt werden müssen, um die Gesellschaft auf den „richtigen Weg“ zu bringen. Diese übermäßige Verherrlichung einer gesundheitsschädlichen oder ineffizienten Strategie wird zum Narrativ: Wenn du nicht mitziehst, wärst du moralisch im Unrecht.
Natürlich kann man sagen, dass Besessenheit, wenn sie in Maßen gehalten und auf nützliche Themen ausgerichtet wird, tatsächlich Fortschritte herbeiführen könnte. Aber in der verzerrten Realität, in der diese Obsessionen derzeit gedeihen, drängt sich die Frage auf, ob es jemals wieder Raum für gesunden Menschenverstand geben wird? Was ist gefragt? Sollte diese kollektive Besessenheit nicht mit dem Pragmatismus und der Bodenhaftung ersetzt werden, die wirklich weiterbringen? Soviel ist sicher: solange Morgenroutinen wichtiger erscheinen als rationale Diskussionen, bleibt Besessenheit ein unausweichliches Paradox dieser Zeit.