Bashir al-Azma, wer ist das überhaupt? Ein Name, der nicht bei jedem bekannt ist, aber genau deshalb so spannend. Nein, er ist kein Rockstar oder Hollywood-Star. Bashir al-Azma war ein syrischer Politiker und Mediziner, dessen kurze Amtszeit als Premierminister von Syrien von März bis Dezember 1963 wie ein Paukenschlag in der Arena der Geschichte auftrat. Im Herzen des Nahen Ostens, in einem Land, wo Machtspiele und Intrigen zum politischen Alltag gehören, gehört er zweifellos zu den Persönlichkeiten, die hinter der Bühne die Fäden zogen. Warum sollte man als politisch interessierte Person mehr über ihn wissen? Seine Karriere zeigt beispielhaft, was passiert, wenn man nach Macht greift, ohne das Spiel der Mächtigen zu kontrollieren.
Bashir al-Azma war nicht einfach nur ein weiterer Politiker unter vielen. Er war ein ausgebildeter Mediziner, der entschied, dass es an der Zeit ist, den Stethoskop gegen das politische Parkett einzutauschen. Warum auch nicht? In einer Welt, in der Ärzte oft als Retter in der Not angesehen werden, dachte Bashir wohl, er könne auch ein Land 'heilen'. Im Gegensatz zu den liberalen Egalitaristen dieser Welt wusste Bashir eines ganz genau: Ohne Disziplin und Ordnung geht gar nichts.
1963 wurde er dann der Chef der syrischen Regierung. Wie gelang es ihm, in dieser kurzen Zeit, so viel Aufsehen zu erregen? Die Antwort darauf findet man nicht in staubigen Geschichtsbüchern, sondern zwischen den Zeilen seiner politischen Handlungen. Überschattet von politischen Krisen und ideologischen Konflikten, setzte Bashir al-Azma auf klare Entscheidungen. Eine Abkehr von den ambivalenten Handlungen eines jeden liberalen Politikers, die nicht wissen, ob sie links oder rechts fahren sollen.
Sein Aufstieg zur Macht fiel in eine turbulente Zeit, als die Ba'ath-Partei, die für ihre pro-arabische und sozialistische Ausrichtung bekannt war, an Einfluss gewann. Stellvertreterkriege, kalter Krieg, ständige Unruhen – es war kein leichtes Land, was Bashir da anführte. Doch anstatt in dieser vorherrschenden Unsicherheit zu kapitulieren, machte er sich daran, den Kurs zu bestimmen. Mit eiserner Faust? Vielleicht. Doch wie sollte man sonst in einer Gesellschaft überleben, die jeden Fehler mit einem politischen Dolchstoß quittiert?
Sein politisches Wirken mag polarisiert haben, das steht außer Frage. Aber letztlich lehrte uns Bashir al-Azma eines, was keine inflationär eingesetzte politisch korrekte Bewegung jemals begreifen wird: Konsequente Führung erfordert ebenfalls Risiken. Und zu den größten Risiken zählen unumstößliche Entscheidungen, die nicht von ständigen Umfragen oder launischen Trendströmungen abhängen.
Lange bevor Trendbegriffe wie 'Cancel Culture' oder 'Wokeism' Einzug in unser tägliches Leben fanden, manövrierte Bashir durch politische Minenfelder. Wäre er ein Held gewesen, hätte man seinen Namen in den politischen Annalen weit gefeiert. Doch was bleibt, ist eine kontroverse Figur, deren pragmatische Annäherung an die Politik nicht jedem schmeckte.
Und was geschah nach seinem Regierungsende? Bashir al-Azma kehrte zurück in die Welt der Medizin. Eine Wendung, die es in sich hat. Zugegeben, vielen Enttäuschten könnte der Rückweg ins Gewohnte wie eine Kapitulation vorkommen, doch Bashir wusste es besser. Im Grunde genommen, versteht nur der die Kunst der Politik, der bereit ist, wieder aufzustehen, wenn ihm die Gegebenheiten ein Schnippchen schlagen.
Was kann man heute aus seiner Geschichte lernen? Die Welt ist immer noch geprägt von Machtkämpfen, ideologischen Scheingefechten und von der Unfähigkeit, klare Kanten zu zeigen. Man muss nicht Bashir al-Azma in den Geschichtsbüchern suchen, um zu erkennen, dass der Versuch, es jedem Bürger recht zu machen, scheitert. Bei einer starken Führung geht es nicht um Populismus, sondern um Entscheidungsfreude.