Stellen Sie sich einen Ort vor, der wie ein Mahnmal für eine gescheiterte Verkehrspolitik in Deutschland wirkt – der Bahnhof Köln-Chorweiler Nord. Eröffnet 1977 im Rahmen der ambitionierten Stadtentwicklungspläne der 60er und 70er Jahre, spiegelt er seither die Probleme der schlecht durchdachten Infrastruktur wider. Inmitten einer Region, die einst für den Aufschwung der urbanen Zonen prämiiert wurde, scheint dieser Bahnhof eher ein Denkmal des Niedergangs zu sein.
Köln-Chorweiler Nord ist nicht einfach nur ein weiterer Haltepunkt im Bahnnetz Nordrhein-Westfalens. Nein, er ist auch ein Blickfang für all jene, die ein Paradebeispiel für den schlechten Zustand unserer Verkehrsanlagen suchen. Doch warum sieht die Situation so aus, wie sie ist? Es liegt daran, dass die politischen Entscheidungen der Vergangenheit und die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte kaum miteinander vereinbar waren. Man hat darauf verzichtet, die erdachten Pläne dynamisch an die realen Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen.
Es ist fast schon tragisch-komisch, dass der Bahnhof nach all diesen Jahren immer noch als Verkehrsader bezeichnet wird, obwohl es viel zu wünschen übrig lässt. Als Teil der S-Bahn Linie 11 gedacht, sollte er den Pendlerverkehr erleichtern und die Verbindung zwischen dem Norden Kölns und dem Stadtzentrum stärken. Doch statt Stolz fühlt man als konservativer Bürger schnell Frustration über die unsinnige Geldverschwendung, die nicht einmal die grundlegenden Anforderungen eines funktionierenden Bahnhofs erfüllt.
Und ja, um es ganz offen zu sagen: Wenn Sie eine Schwäche für Anlaufstellen ohne Fahrstuhl oder Barrierefreiheit haben, dann sind Sie hier genau richtig. Währenddessen werden Milliarden in Prestigeprojekte der Großstädte gepumpt, um den internationalen Glanz zu bewahren, rostet diese Station vor sich hin. Wer bestimmte, dass diese hierarchische Zuordnung der Finanzierung einen Sinn hat? Man könnte argumentieren, dass ideologische Wohlfühlpolitik diese Absurditäten gefördert hat.
Die Umgebung des Bahnhofs – sagen wir es höflich – könnte ebenfalls eine Auffrischung gebrauchen. Das Wohngebiet Chorweiler kämpft seit Jahrzehnten mit seiner sozialkritischen Wahrnehmung. Die letzten Aktualisierungen in diesem Bereich datieren auf ein Jahrzehnt, das weit vor der Digitalisierung und den aufkommenden Mobilitätsbedarfen von heute liegt. Hier scheitert man einmal mehr an der Realpolitik.
Während Deutschland stolz auf seine Pünktlichkeit im Allgemeinen ist, könnte man fast meinen, dass Köln-Chorweiler Nord zwischen Welten existiert. Auf der einen Seite gibt es jene, die es schaffen, die Züge auf die Minute pünktlich zu planen, und auf der anderen diesen Ort, an dem Verspätungen zumindest in den letzten Jahrzehnten fast schon normalisiert wurden.
Es überrascht nicht, dass viele Reisende die Bahnverbindung hier eher meiden. Wenn schon vor Ort strategische Planung und mutiges Management fehlen, warum sollten die Bürger dann Zeit dieses Bahnhof für bessere Alternativen entlang der S-Bahn Nord sehen? Der interessante Punkt hier ist, dass selbst eine kaum genutzte Station von Steuerzahlern unterhalten wird, so als ob Gelegenheit das einzige Kriterium für Investition wäre.
Doch wer weiß, vielleicht zeigt ja die zunehmende Ignoranz gegenüber solch rostenden Teilen unserer Infrastruktur auf längere Sicht, dass der Wandel der Zeit auch eine Gelegenheit darstellen kann? Schluss mit den blinden Subventionen und starten wir eine echte Wiederbelebung der Gemeindezentren, die der Moral und den Naturwerten eines konservativen Deutschlands entsprechen.
Wir stehen an einem Punkt, an dem Entscheidungsträger stärker in die Verantwortung genommen werden müssen, ernstzunehmende Analysen vorweisen zu können. Die Illusion, dass alles besser wird, nur weil man Geld hier und da investiert, ist eine, die weniger nützen und mehr der bloßen Selbstdarstellung dient. Und das wissen wir alle, ist ein Luxus, den wir uns nicht leisten sollten, wenn unsere Gesellschaft in die Zukunft schreiten will. Vielleicht ist es an der Zeit, mit einer Denkweise zu brechen, die uns an der Vergangenheit zehrt, und mit wachem Sinn für wirklich nachhaltige Pläne zu sorgen.