Das Auslandsgeburtenregister: Bürokratie ohne Weitsicht?
Stellen Sie sich vor, Sie leben im Ausland, bekommen ein Kind, und plötzlich sind Sie mit der Bürokratie Ihres Geburtslandes konfrontiert, die verstockter und komplizierter kaum sein könnte. Willkommen in der Welt des Auslandsgeburtenregisters! Dieses wenig bekannte, aber entscheidende Register betrifft alle deutschen Staatsbürger, die im Ausland Kinder bekommen. Die Absicht dahinter: Geburten von deutschen Staatsbürgern weltweit im heimischen Register zu erfassen. Das klingt einfach, ist es aber mitnichten. Seit 2009 haben Eltern die Möglichkeit - einige sagen Verpflichtung - diese Geburt in Deutschland zu registrieren.
1. Die Bürokratie schlägt zurück
Ein Bürokrat könnte wohl kaum stolzer sein: Um die Geburt ordnungsgemäß einzutragen, sind unzählige Dokumente erforderlich. Heiratsurkunde, Geburtsurkunde des Kindes, Geburtsurkunden der Eltern und oft noch mehr, idealerweise mit Apostille und beglaubigter Übersetzung. Genau das Richtige für die, die nicht genug Papierkram auf dem Schreibtisch haben!
2. Kosten, Kosten, Kosten
Nichts im Leben ist kostenlos, und beim Auslandsgeburtenregister ist das nicht anders. Die Kosten, die durch Bearbeitungsgebühren und Übersetzungskosten entstehen, sind oftmals exorbitant. Natürlich zahlt das niemand gerne; aber wer nichts zahlen möchte, bekommt nur Ärger. Dabei scheitern viele Eltern nicht an der Zahlungskraft, sondern an der Unübersichtlichkeit und den versteckten Gebühren. Wer denkt hier an die Familien, die sich auf diese bürokratische Odyssee einlassen müssen?
3. Ein unüberwindbares Hindernis für viele
Für berufstätige Eltern mit wenig Zeit könnte der Prozess wie ein unüberwindbares Hindernis erscheinen. War es nicht die Aufgabe der deutschen Bürokratie, den Bürgern zu dienen, statt ihnen Knüppel zwischen die Beine zu werfen? Es ist erstaunlich, wie wenig Rücksicht auf die individuelle Situation genommen wird. Gerade Pendler und Expats, die sich über mehrere Länder hinweg bewegen, haben viel mit dieser bürokratischen Keule zu kämpfen.
4. Fehlt es an Praxisbezug?
Sich fragen zu lassen, ob dieses Register tatsächlich praxisorientiert ist, ist mehr als berechtigt. Manchmal scheint es, als säßen Schreibtischtäter in Berlin, die sich in der Realität junger Familien, die zwischen mehreren Ländern hin- und hergezogen sind, nicht einfühlen können. Sind Papierstapel und Formulare die einzige Möglichkeit, um sicherzustellen, dass deutsche Staatsbürger im Ausland richtig registriert werden?
5. Familienfreundlich ist anders
Klägliche Versuche, das Ganze familienfreundlich zu gestalten, wirken halbherzig. So richtig warm fühlt sich dabei keiner ums Herz. Tatsächlich ist es oft schlicht ein Ärgernis, das mehr Schaden anrichtet, als Nutzen stiftet. Liebe Bürokraten, ein Rat: Hört doch einfach mal auf die erprobte Weisheit der Praxis! Es gäbe sicher bedarfsgerechtere Lösungen für die Familien.
6. Ein sicherheitsbewusstes Systems?
Ein häufig genanntes Argument ist die Sicherheit. Der Staat solle auf dem neuesten Stand über seine Bürger sein, wo auch immer sie sich befinden mögen. Klingt löblich, ist sicherlich auch sinnvoll, aber: Bei dem Aufwand, der nötig ist, die Daten aktuell zu halten, frage ich mich, ob hier Aufwand und Nutzen nicht in einem fragwürdigen Missverhältnis stehen. In Zeiten der Digitalisierung sollte man meinen, es ließe sich leichter nachvollziehen, wo ein deutscher Bürger mit Nachwuchs residiert.
7. Die digitale Revolution verschlafen?
So sehr die Welt auch über Digitalisierung spricht, sind die Prozesse rund um das Auslandsgeburtenregister fast schon ein grauenvolles Beispiel für verschlafene Chancen. Die Digitalisierung hätte längst transparente und intuitive Wege eröffnen können. Stattdessen scheint der Behördensumpf digitaler zu sein als die Technik, die sie zu managen vorgibt.
8. Sind weniger deutsche Babys das Ziel?
Wer sich einen Scherz erlaubt, könnte meinen, das Ziel dieses Registers sei es, die deutsche Geburtenrate im Ausland zu senken. Schließlich scheint niemand die Nerven zu haben, diesen Prozess öfter als nötig durchzumachen.
9. Kinder, die verlorenen Staatsbürger?
Die Verwaltung schießt oft über das Ziel hinaus, dabei sollten doch die Menschen im Mittelpunkt stehen. Wer jedoch vor dem bürokratischen Berg kapituliert, der läuft Gefahr, dass seine Kinder in Zukunft Schwierigkeiten haben werden, ihre Staatsangehörigkeit nachzuweisen. Wollen wir wirklich, dass deutsche Kinder im Ausland auf einfachere Staatsbürgerschaften zurückgreifen, weil die Heimat es ihnen so schwer macht?
10. Ein weiterer Schritt zur Entfremdung
Deutschland, du Bürokratiemonster! Könnte das Auslandsgeburtenregister ein weiteres Rädchen in dem Getriebe sein, das die Menschen von ihrer Heimat entfremdet, statt sie zu integrieren? In einer immer mobiler werdenden Welt wäre es wünschenswert, die Prozesse an die Bedürfnisse der Bürger anzupassen. Doch anstatt Hürden aus dem Weg zu räumen, stapelt man fröhlich weiter Papier. Den Überblick zu behalten, ist schwierig, und das macht das Ganze nicht besser.
Das Auslandsgeburtenregister zeigt beispielhaft, wie eine gut gemeinte Idee durch die Bürokratie zur Last für jene wird, die sich entscheiden, außerhalb der deutschen Grenzen Nachwuchs zu bekommen. Es wäre längst an der Zeit, die Wünsche und Bedürfnisse derer zu berücksichtigen, die von diesem bürokratischen Monster betroffen sind. Eltern suchen letztlich nur eines: einen unkomplizierten Weg, ihren Kindern den Zugang zu ihrer Heimat zu ermöglichen.