Arbeitnehmerkriminalität – ein unbekanntes Monster, das im Verborgenen unserer Wirtschaft sein Unwesen treibt. Was einst als seltenes Ärgernis galt, hat sich zu einem gefährlichen Trend gemausert, der Unternehmen weltweit Millionen kostet. Wer sind die Täter? Es sind jene, die wir täglich grüßen: Angestellte in Positionen des Vertrauens, die partout ihre eigenen Taschen füllen möchten. Was passiert da? Von Diebstahl über Computerbetrug bis zu Veruntreuung – Arbeitnehmerkriminalität umfasst eine breite Palette illegaler Aktivitäten. Wann und wo geschieht dies? Ständig und überall. Warum? Weil es einfach ist, die Hand in die Kaffeekasse der Firma zu stecken, wenn keiner zusieht.
Doch dieses Problem ist nicht nur ein kleines Ärgernis am Rande. Es ist ein Zeichen für eine ernsthafte Fehlentwicklung in unserer Gesellschaft, in der Moral und weniger der Leistung Bedeutung beigemessen wird. Menschen denken, sie hätten ein Recht auf ein Stück vom Kuchen, den kleine und mittelgroße Unternehmen mühsam gebacken haben. Arbeitnehmer sehen sich oft als Kinobesucher, die solange Popcorn essen, bis der Abspann läuft und niemand mehr zählt, wer wieviel konsumiert hat. Es scheint fast so, als ob ein schnelles Klauen mittlerweile als Kavaliersdelikt angesehen wird. Genügt es, den Menschen ihre Privilegien zu wegzunehmen, um sie zu anständigen Bürgern zu fördern?
Vernunft, Anstand und Disziplin sind Tugenden, die einst respektiert wurden. Heutzutage werden sie als antiquiert angesehen. Doch gerade hier liegt das Problem: Der Mangel an Moral und das Gefühl der Unantastbarkeit. Diese Entwicklung wird besonders von einer übertriebenen Toleranz befeuert. Taten werden oft als harmlos abgetan und zu oft denken Täter „trifft ja keine Großen“. Eine gefährliche Verharmlosung, die das Problem nur vergrößert.
Wie können Unternehmen sich also gegen diese Bedrohung schützen? Nun, zunächst einmal muss der Sumpf der apathischen Haltung trockengelegt werden. Unternehmen sollten klare interne Richtlinien entwickeln und implementieren, die Konsequenzen für unethisches Verhalten beinhalten – hart und transparent. Was ist aber konkret zu tun?
Erstens sollten Hintergrundprüfungen kein Tabuthema sein. Bei der Einstellung neuer Mitarbeiter ist es unabdingbar, nicht nur der Qualifikation, sondern auch der Moral auf den Zahn zu fühlen. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Dann, die altmodische Kunst der Überwachung. Es mag in diesen Tagen nicht populär sein, aber Überwachungssysteme helfen nicht nur, Verbrechen zu verhindern, sondern schrecken auch potenzielle Straftäter ab. Menschen neigen dazu, lieber fair zu spielen, wenn sie wissen, dass ihnen jemand auf die Finger schaut.
Drittens muss ein elektronisches System zur Transaktionsüberwachung installiert werden. Jede Manipulation wird so schnell erkannt wie ein Blinker, der im Dunkeln aufleuchtet. Unangenehm für den Täter, aber göttlich für den Unternehmer. Auch sollte regelmäßig geschult werden: Schulungen zur Ethik und zur Sensibilisierung gegen unethisches Verhalten heben nicht nur die Moral, sondern stärken auch die Unternehmenskultur. Mitarbeiter sollten wissen, dass jeder Diebstahl, ob physisch oder digital, Gehälter gefährdet und die Existenz der Firma aufs Spiel setzt.
Die letzte Maßnahme ist wohl die wichtigste: das Aufbrechen der Kultur der Geheimhaltung. Ein offenes Klima, in dem Fehlverhalten angesprochen und nicht verschwiegen wird. Ein anonymes Mitteilungsportal kann helfen. So, nun haben die Unternehmen zumindest einige Werkzeuge an der Hand, um diesem unsichtbaren Feind zu begegnen.
Es ist höchste Zeit, dass wir zu den Werten zurückkehren, die dieses Land groß gemacht haben. Stolz auf die eigene ehrliche Arbeit. Dies erfordert jedoch eine kulturelle Neubewertung und das Verständnis, dass Arbeitnehmerkriminalität nichts ist, was nur auf großen Konzernetagen oder in Hollywood-Filmen existiert. Nein, sie befindet sich schon längst mitten unter uns, in den alltäglichen Büros, die dieses Land wirtschaftlich tragen. Unternehmen zu schwächen bedeutet das Herz unserer Gemeinschaft zu verletzen.
Die Liberalen mögen den Kopf über diese drastischen Worte schütteln, aber Tatsache bleibt: Arbeitnehmerkriminalität ist eine dunkle Wolke über unserer Wirtschaft, vor der wir die Augen nicht länger verschließen dürfen.