Ann Moore: Die Betrügerin, Die Die Gesellschaft Hinters Licht Führte

Ann Moore: Die Betrügerin, Die Die Gesellschaft Hinters Licht Führte

Ann Moore, eine dreiste Betrügerin, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Wales lebte, überlistete Ärzte, Medien und die neugierige Öffentlichkeit mit ihrer fantastischen Geschichte, monatelang ohne Nahrung ausgekommen zu sein.

Vince Vanguard

Vince Vanguard

Ann Moore war eine Frau, die ihre Geschichten so geschickt verspann, dass man meinen könnte, sie wolle der Eulenspiegel des frühen 19. Jahrhunderts sein. Im Jahr 1808 begann Moore, die in der kleinen Stadt Tutbury in Wales lebte, damit, Ärzte, Nachbarn und Gott und die Welt davon zu überzeugen, sie könne monatelang ohne Nahrung überleben. Sie behauptete, durch göttliche Gnade am Leben erhalten zu werden, eine Geschichte, die bei den Medien und einer sensationsgierigen Öffentlichkeit hohe Wellen schlug.

Man könnte meinen, die Menschen waren damals weniger leichtgläubig. Aber schauen wir mal auf die wankelmütige Menschheit. Die Öffentlichkeit, hungrig nach einem Wunder, das das tägliche Elend überstrahlen könnte, hing an ihren Lippen. Ärzte und Forscher pilgerten zu der kleinen Hütte, in der Moore lebte, um sie zu untersuchen und in die künstlichen Tiefen ihrer angeblichen wundersamen Existenz einzutauchen.

Moore trug einige Monate breit und stolz ihren Schein und ließ sich von einem wachsenden Heer an Bewunderern feiern. Ihre Inszenierung gipfelte in einer Zeit, als England nach einem erbauenden und übernatürlichen Wunder dürstete. Wer würde nicht gerne an übersinnliche Kräfte glauben, wenn man von Kriegen, Krankheiten und Elend belagert wird? Ganz der konservativen Maxime folgend: Sehen, um zu glauben.

Was dann geschah, war unvermeidlich. Wie jede gut gesponnene Lüge kam auch Moores Illusion unter das Messer der Realität. Als Ärzte eine strengere Überprüfung durchführten, geriet der Schleier, der über ihrer trügerischen Geschichte lag, langsam ins Wanken. Es stellte sich heraus, dass auch die stärkste 'göttliche Gnade' nichts gegen regelmäßige, verborgene Mahlzeiten auf die Beine stellen konnte.

Was können wir von dieser Geschichte lernen? Nun, es ist faszinierend, mit welch einer Leichtigkeit eine Person den gesunden Menschenverstand umgehen kann, wenn der Zeitgeist erst einmal richtig angefacht ist. Wenn man überlegt, dass selbst liberale Geister von heute fragen würden, wie das sein kann, während sie gleichzeitig die ein oder andere absurde Geschichte der Gegenwart für bare Münze nehmen.

Die Leichtgläubigkeit der Massen scheint heutzutage kaum gesunken zu sein. Moore zeigt uns, dass die Menschen damals wie heute bereit sind, fast alles zu glauben, solange es ihre Sehnsucht nach einer besseren Welt beflügelt. In einer Zeit des Umbruchs suchten die Menschen nach Hoffnung, und Moore verkaufte diese in perfekter Inszenierung.

Es ist gewiss eine Lehre, wie wichtig es ist, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen und die Fakten immer wieder zu prüfen. Ein gesundes Misstrauen ist nicht nur männlich, sondern auch ein zeichenhaftes Erbe konservativen Denkens. Vielleicht hätte ein rationaler Ansatz dazu geführt, dass Moore nie so lange die Öffentlichkeit an der Nase hätte herumführen können.

Moores falsche Erfolge erzählen von der Bereitschaft der Menschen, den Glauben über ihre Vernunft zu stellen. So wie wir alle bereit sind, der Fata Morgana hinterherzujagen. Vielleicht sollten wir es uns das nächste Mal gut überlegen, bevor wir den Erzählungen eines anderen auferstehen und sie für unmöglich hältliche Wunder feiern.