Nur wenige Künstler haben es gewagt, die Formel der Kunstwelt so radikal auf den Kopf zu stellen wie Adolfo Best Maugard. Dieser mexikanische Maler und Theoretiker, geboren 1891 und gestorben 1969, hat nicht nur in Mexiko, sondern weltweit Spuren hinterlassen. Während die Welt vom Chaos der beiden Weltkriege und den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts erschüttert wurde, entschied sich Best Maugard dafür, Kunst auf eine Weise zu definieren, die ebenso überraschend wie provozierend ist. Bekannt als der Schöpfer der "Best Maugard-Methode" versuchte er, eine universelle Sprache der Kunst zu entwickeln, die alle Kulturbarrieren überwindet. Man fragt sich unweigerlich, was die weltverbessernden Liberalen dazu sagen würden, wenn sie Best Maugarads Formeln sehen würden.
Nun, was war so revolutionär an diesem Mann und seiner Methode? Best Maugard war überzeugt, dass Kunst eine Wissenschaft ist, und wie jede Wissenschaft von klaren Prinzipien und Regeln geleitet werden müsse. Er behauptete, dass sieben Grundelemente allen Kunstformen zugrunde liegen: die Linie als dominantes Element, der Kreis, die halbrunde Linie, der S-förmige Bogen, die Schraubenform, der Dreieckbogen und die wellenförmige Linie. Diese Formen seien universell und transzendieren kulturelle und historische Schranken, was es ermöglicht, alle Kunstwerke auf der ganzen Welt zu analysieren und zu reproduzieren. Dies ist natürlich ein Alptraum für all jene, die versuchen wollen, die Kunstwelt in die Verwirrung subjektiver Interpretation zu stürzen.
Seine Arbeiten fanden in den 1920er Jahren besonders viel Anklang, als er in Mexiko begann, seine Methode an Schulen zu unterrichten. Er war der Überzeugung, dass jeder, unabhängig von Hintergrund oder Vorkenntnissen, mit diesen sieben Elementen Kunst schaffen könne. Man könnte argumentieren, dass sein Ansatz Kunst demokratisieren wollte, doch anders als heutige "Kunst für alle"-Ansätze, war hier Disziplin statt Desorganisation angesagt. Er war nicht darauf aus, die Kunstwerke zu banalisieren, sondern suchte eher den Weg zurück zur Strenge und Klarheit, etwas, das in unseren modernen Tagen der kulturellen Verwirrung eher unwahrscheinlich geworden ist.
Für Best Maugard war Mexiko der ideale Boden, um seine Theorien zu testen. Die mexikanische Kunst war stets reich und vielfältig, ein Mosaik aus einheimischer und kolonialer Tradition. Dennoch machte er sich daran, die Kunst aus den kolonialen Zwängen zu befreien, indem er das Erbe der indigenen Bevölkerung Mexikos in den Vordergrund hob. Sein Werk zielte darauf ab, das nationale Bewusstsein zu stärken und Mexikos künstlerisches Wissen in die ganze Welt zu tragen. Würden moderne Pädagogen und Kulturkritiker heute seinen Mut derart würdigen?
Best Maugard selbst war überaus aktiv. Neben seiner Tätigkeit als Künstler und Theoretiker war er auch ein angesehener Kunstpädagoge. Er unterrichtete an verschiedenen renommierten Instituten wie der Escuela de Artes Plásticas und hatte sogar einen erheblichen Einfluss auf Künstler wie Diego Rivera. Es ist faszinierend, wie jemand mit solch klarer Vision und robustem Lehrplan auf fruchtbaren Boden traf, während heute eine Vielzahl von Kunstschulen kulturellen Relativismus statt Struktur predigen.
Von den vielen Projekten, die Best Maugard seiner Karriere gewidmet hat, erinnern sich viele besonders an seine Aktivitäten in der Filmwelt. Er arbeitete an der visuellen Gestaltung des Films "La Mancha de Sangre" und war auch in der mexikanischen Filmindustrie sehr anerkannt. Seine künstlerische Philosophie floss also auch in andere populäre Medien über und zeigte, dass seine Prinzipien überall angewendet werden können, sofern der Mut vorhanden ist, festen Boden zu betreten.
Wer dachte, dass Best Maugard einfach nur ein Theoretiker war, irrt gewaltig. Seine Gemälde spiegeln die Anwendung seiner Methode wider und demonstrieren, dass seine Theorie nicht nur praktisch, sondern auch ästhetisch ansprechend sein kann. Eine seiner berühmtesten Arbeiten ist das Gemälde "Las flores", das perfekt zeigt, wie die sieben Grundelemente angewandt werden können, um eine harmonische und zugleich dynamische Komposition zu schaffen. Es ist ein Meisterwerk, das bis heute bewundert wird, weil es die Symmetrie zwischen Theorie und Praxis perfekt verkörpert.
Während seine Konzepte in den 1940ern und 1950ern einem Rückgang unterlag, in einer Zeit, die geprägt war von einer Renaissance der künstlerischen Freiheit und dem Umsturz gegen etablierte Formen, erleben wir jetzt eine stille Wiederkehr. Junge Künstler und Kunsthistoriker kehren inmitten des digitalen Zeitalters und existentieller Fragestellungen über Künstliche Intelligenz und ihren Einfluss auf die menschliche Kreativität auf Best Maugarads Konzepte zurück. Schließlich vermittelt er die fundamentale Botschaft, dass Kreativität immer auf Ordnung basieren muss.
Adolfo Best Maugards Vermächtnis ist ein starkes Gegenargument gegen die chaotische Beliebigkeit der heutigen Kunstwelt. Seine Suche nach Klarheit, Ordnung und universelle Wahrheiten in der Kunst sind Werte, die nicht nur bewahrt, sondern gefördert werden sollten. In einer Zeit, in der alles in Frage zu stellen Mode ist, erinnert uns Best Maugard daran, die Schönheit in der Einfachheit zu suchen und die Ordnung in der Kreativität zu verteidigen.