Im Jahr 2015 versammelte sich die Bollywood-Elite in Mumbai, um an den glamourösen 60. Filmfare Awards teilzunehmen. Aber lassen Sie sich nicht täuschen - diese Veranstaltung war mehr Show als Substanz. Die Verleihung wurde am 31. Januar 2015 im Yash Raj Studio abgehalten und selbstverständlich mit viel Bling-Bling und Glanz präsentiert. Doch was unter diesem schimmernden Äußeren lag, war eine bemerkenswerte Verkörperung dessen, wie die Filmindustrie ihrer eigenen Agenda folgt, anstatt echte Talente zu feiern. Man konnte fast meinen, es gehe weniger um Auszeichnungen als um Selbstbeweihräucherung.
Deepika Padukone und Shahid Kapoor gewannen jeweils für ihre Rollen in "Happy New Year" und "Haider" – Filme, die auf den ersten Blick vielleicht erfolgreich wirkten, aber inhaltlich wieder einmal mehr von Oberflächlichkeiten als von substanziellen Erzählungen geprägt waren. Bollywood hat einen Stand der politisch-korrekten Inhalte erreicht, der teils befremdlich erscheint. Filme werden oft mit Preisen überschüttet, wenn ihre Agenda die richtige ist, und nicht unbedingt weil sie durch atemberaubende Schauspielkunst oder Regieführung brillieren.
Was wirklich hinter den Filmfare Awards steht, ist eine Zelebrierung der kulturellen Hegemonie gewisser Narrative - einer Entwicklung, die von manchen als Verdrängung traditioneller Werte angesehen wird. Man kann auch nicht übersehen, dass diese Awards zunehmend von einem Schielen auf den westlichen Geschmack beeinflusst werden. Warum sollte man also nicht vertreten, dass viele dieser Produktionen mehr an die Wahrnehmung einer globalen Zuschauerschaft angepasst wurden, als dass sie die indische Kultur authentisch widerspiegeln?
Ein Paradebeispiel für eine solche Angepasstenheit zeigt sich bei der Auszeichnung "Kangana Ranaut" als beste Hauptdarstellerin für "Queen". Erneut triumphierte die Darstellung der selbstbewussten, unabhängigen Frau, die sich gegen den Mainstream stellt. Das klassische Konzept der Familie wird dabei ad acta gelegt und durch individualistische Heldensagen ersetzt, die mehr über die moderne Sehnsucht nach 'Selbstverwirklichung' als über realistische Geschichtenerzählung verraten.
Dann gab es da noch den Kritikerpreis, der an "Ankhon Dekhi" ging. Klar, Kritiker sind dafür bekannt, hinter der Fassade zu blicken und das Angenehme vom Belanglosen zu trennen. Doch ist das Juryentscheidungen gerechtfertigt, wenn diese hauptsächlich von ihren eigenen intellektuellen Neigungen ausgehen? Kritiker haben bekanntlich eine Vorliebe für Filme, die "experimentell" oder "innovativ" sind, selbst wenn sie von der breiten Masse abgelehnt werden. Ist es nicht seltsam, wenn Kritikerfilme wohlwollend aufgenommen werden, auch wenn sie das breite Publikum nicht erreichen?
Der eigentliche Skandal hier sind jedoch nicht die Preisträger selbst, sondern die Kategorien – eine strategische Anpassung vergangener Jahre, um möglichst viele Filmemacher glücklich zu machen. Jede Kategorie schafft es, irgendeinen Aspekt der populären Werke anzuerkennen, wodurch ehrliche Konkurrenz in den Hintergrund tritt.
Darüber hinaus manifestiert sich erneut die Abhängigkeit von der steigenden Popularität von Glamour und weniger von integreren Werten in der Branche. Genau wie die "liberals" in anderen Bereichen dazu neigen, Oberflächliches zu bevorzugen, tun die Dramatiker in Bollywood dasselbe. Oberflächliche Skandale und Schein-Überraschungen, die ein Film wie "Haider" mitbringt, ziehen mehr Aufmerksamkeit auf sich, als manch tiefgründigere Erzählung wohl je könnte.
So haben die 60. Filmfare Awards der öffentlichen Meinung einen weiteren Grund gegeben, die moralischen Faser und die kulturellen Prioritäten der Filmindustrie in Frage zu stellen. Nicht die am besten erzählten Geschichten, sondern die am besten verkaufbaren wurden geehrt. Und genau dies sollte uns allen als Erkenntnis dienen. In einer Welt, die zunehmend auf kurzfristige Anerkennung und weniger auf dauerhaften Wert aus ist, finden sich immer wieder die gleichen Muster. Und die Filmfare Awards sind da keine Ausnahme.